Soziale Netzwerke im Mittelpunkt

Oberbürgermeister Gerhard Jauernig (rechts) gemeinsam mit Social Media-Experte Peter Hirsch von der Beratungsstelle der Kriminalpolizei Neu-Ulm beim 22. Runden Tisch der Vereine im Sportheim Wasserburg. Foto: Stadt Günzburg.

Runder Tisch der Vereine tagt zum 22. Mal

Oberbürgermeister Gerhard Jauernig konnte kürzlich zum 22. Mal eine stattliche Anzahl Ver-einsvorstände beim Runden Tisch der Vereine begrüßen. Das zweimal jährlich stattfindende Treffen wurde diesmal im Sportheim Wasserburg abgehalten. Ziel dieser vom OB initiierten Gesprächsrunde ist es, Termine abzustimmen, Kontakte innerhalb der Vereinslandschaft zu knüpfen und eine ständige Verbindung zwischen dem Rathaus und seinen Mitarbeitern sowie den Vereinsvorständen zu pflegen.

Nach einem kurzen Grußwort der zweiten Vorsitzenden des TSV Wasserburg, Margit Schuler, stand ein Vortrag über soziale Netzwerke im Mittelpunkt der Zusammenkunft. Dazu begrüßte der Günzburger Rathauschef den Referenten Peter Hirsch von der Beratungsstelle der Kriminalpolizei Neu-Ulm. Dieser berichtete über Nutzen und Risiken der sozialen Netz-werke und wies auf Gefahren hin, die im Zusammenhang mit der Nutzung von Social Media-Plattformen stehen.

Laut Hirsch haben sich die so genannten neuen Medien rasant entwickelt und das Informations- und Kommunikationsverhalten vieler Menschen fundamental verändert. Das tägliche Leben wird in zunehmendem Maße von den Medien Internet und Handy bestimmt. Folglich sei beides aus der Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Mit der Einführung des „Web 2.0“, dem „Mitmach-Web“, bieten diese Medien nahezu unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeiten.

Das übe vor allem auf Jugendliche und junge Erwachsene großen Reiz und immense Faszination aus. Völlig selbstverständlich bewegen sie sich im Internet und nutzen das Handy als multifunktionales Kommunikationsmittel. Soziale Netzwerke wie Facebook ste-hen hoch im Kurs bei den jungen Anwendern. Allerdings werden völlig unbedacht persönliche Daten, wie beispielsweise Namen mit vollständigen Adressangaben, Telefonnummern und derzeitige Standorte eingegeben. Auch persönliche Fotos werden gerne hochgeladen.

Allerdings, so die eindringliche Warnung des Referenten, birgt diese Datenpreisgabe auch Risiken. Veröffentlichungen von Fotos von anderen Menschen etwa in peinlichen Situationen setzt deren Einverständnis voraus. Liegt dies nicht vor, kann das Recht am eigenen Bild verletzt sein und sowohl strafrechtliche als auch zivilrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Ebenso kritisch ist das unbedachte Einstellen von Bildern, die sich bereits im Netz befinden. Werden diese kopiert und in das Facebook-Profil eingefügt, kann ein Urheberrechtsverstoß vorliegen.

Hirsch warnte zudem, dass soziale Netzwerke immer wieder genutzt, um persönliche Daten zu stehlen und diese dann zu kriminellen Zwecken – etwa dem Einkauf mit fremden Kredit- oder Kontodaten, Rufschädigungen oder vorgebliche Notsituationen mit der Bitte um finanzielle Hilfe – einzusetzen.

Nach dem von viel Applaus begleiteten Vortrag meldete sich in der allgemeinen Fragerunde Gerhard Skrebbas, Sprecher der Bürgerbewegung „Günzburg tolerant und weltoffen - Aktionsbündnis für Demokratie“ zu Wort und zeigte sich erfreut, dass es der NPD unter Ausschöpfung des Rechtswegs (Verwaltungsgericht Augsburg, Verwaltungsgerichtshof München) und sogar unter kurzfristiger Anrufung des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe nicht gelungen sei, sich zur Durchführung ihres Landesparteitages ins Forum am Hofgarten zu klagen.

Der Günzburger Oberbürgermeister begrüßte ebenfalls die Entscheidung der Gerichte und stellte hierzu abschließend fest: „Wer die Rechte der demokratischen Parteien über den Gleichbehandlungsgrundsatz unseres Grundgesetzes in Anspruch nehmen will, muss sich auch bei der Pflichterfüllung gleich behandeln lassen. Gleiche Rechte- aber dann bitte auch gleiche Pflichten!“

Der nächste Runde Tisch der Vereine findet im Frühjahr 2013 statt.
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