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Kindertagesstätte „Kunterbunt“ begrüßt 100. Lesefreundin

Johannes Frodl, 3 Jahre (links) Daniel Prochorik, 4 Jahre (rechts) mit Sigrid Leiter, Lesefreundin in der Kindertagesstätte Wasserburg
„Da mir die Arbeit mit Kindern Spaß macht und ich der Meinung bin, dass Leseförderung eine wichtige Sprachförderung von klein auf ist, stellte ich mich gerne als ehrenamtliche Vorleserin zu Verfügung“, sagt Sigrid Leiter, die 100. Lesefreundin, die aus der Zeitung von dem Projekt „Lesefreunde“ erfahren hatte.
Die Kindertagesstätte „Kunterbunt“ in Wasserburg ist schon seit vier Jahren bei den Lesefreunden dabei. Initiiert wurde das Projekt Lesefreunde im Januar 2006 Jahren von Meinrad Gackowski, Integrationsbeauftragter für den Landkreis.

„Seit März 2011 gehe ich regelmäßig einmal pro Woche am Nachmittag in den Kindergarten“, so Sigrid Leiter weiter, um mit den Kindern Bilderbücher anzusehen und mit ihnen darüber zu sprechen.

In der Kindertagesstätte Kunterbunt, so deren Leiterin Kerstin Beyer, führt das Projekt Lesefreunde dazu, dass sich die Kinder mehr mit Büchern beschäftigen, dies auch im häuslichen Umfeld, und eben das ist für den späteren Besuch der Grundschule sehr wichtig. „In unserer Kinder-tagesstätte haben 25 der 50 Kinder einen Zuwanderungshintergrund. Für viele von ihnen ist die Unterstützung durch Projekte wie Lesefreunde, angebotene Deutschvorkurse oder die Sprachberatung des Landratsamts sehr wichtig“, betont Kerstin Beyer.

Das Vorlesen, wie es bisher bekannt ist, stellt die vorlesende Person und das Buch in den Mittelpunkt. Der Inhalt soll gelesen werden. Darüber wird mit dem Kind zwar auch gesprochen, jedoch ohne allzu weit abzuschweifen. Die Vorleserin oder der Vorleser nützt ihre oder seine Stimme, Mimik und Gestik, um Spannung aufzubauen und das Kind zu fesseln. Vorlesen kann man auch in größeren Gruppen.
Beim Projekt Lesefreunde, also beim dialogischen Lesen stehen das Kind und der Dialog im Mittelpunkt. Das Buch ist in erster Linie dazu da, um mit dem Kind ins Gespräch zu kommen. Das Kind soll eigene Gedanken und Erlebnisse beitragen und eigene Schwerpunkte setzen. Die Lesefreundin oder der Lesefreund geht mit. Dabei wird das Buch auch genutzt, um die Schriftsprache einfließen zu lassen, neue Wörter kennen zu lernen und die Ausdrucksfähigkeit zu verbessern. Das dialogische Lesen findet in kleinen Gruppen mit bis zu fünf Kindern statt, damit jedes Kind zum Zuge kommt.

Der aktive Umgang mit der Sprache wird gefördert. Der Wortschatz wird passiv erweitert und gleich aktiv eingesetzt. Die Lesemotivation steigt schneller als beim traditionellen Vorlesen, da die Kinder aktiver beteiligt sind. Wissenschaftliche Untersuchungen haben bereits gezeigt, dass Kinder, mit denen diese Form des Lesens praktiziert wurde, ein besseres Sprach- und Textverständnis besitzen, ja, dass sogar das mathematische Verständnis der Kinder dadurch gefördert wird.

Haben Sie auch Interesse als Lesefreund oder Lesefreundin bei der Sprachförderung in Kindertagestätten zu unterstützen? – Interessenten sind zur Informationsveranstaltung am 26. Mai 2011 um 14.00 Uhr ins Landratsamt herzlich eingeladen.

Informationen und Anmeldungen bei
Meinrad Gackowski
Beauftragter für Familie, Demographie und Integration
An der Kapuzinermauer 1
89312 Günzburg
Tel. 08221/95-711
E-Mail: familienbeauftragter@landkreis-guenzburg.de
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