Anzeige

Jugendschutz gilt auch im Fasching – kein Alkohol für Jugendliche

Faschingsveranstaltungen haben in den nächsten Wochen Hochsaison und viele Vereine befinden sich bereits in den letzten Vorbereitungen ihrer Feste. Das Landratsamt Günzburg weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Jugendschutz selbstverständlich auch in der Faschingszeit gilt. So dürfen an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren keine branntweinhaltigen Getränke oder Branntwein abgegeben werden, wozu in der Regel alle Getränke gehören, die an einer Faschingsbar ausgeschenkt werden. Von diesem Verbot sind auch alkoholische Mixgetränke wie z.B. Gespritzte, Gaißenmaß etc. betroffen. Auch wenn diese Mixgetränke insgesamt einen geringeren Alkoholgehalt aufweisen als z. B. Wein oder sogar Bier, ändert dies nichts an der Tatsache, dass nach der gesetzlichen Regelung diese Mixgetränke den über 18 Jährigen vorbehalten sind. Antonia Wieland vom Kreisjugendamt erklärt hierzu: „Exzessiver Alkoholkonsum von Jugendlichen ist heute nicht mehr ein Problem, das sich nur auf große Städte beschränkt. Auch auf dem Land konsumieren Jugendliche zunehmend Alkohol im Übermaß“. Wieland verweist auf eine im Jahr 2008 erschiene Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Danach gaben rund drei Viertel der 12-17 Jährigen an, schon einmal Alkohol getrunken zu haben. Vor allem beim riskanten Konsumverhalten von Jugendlichen, die innerhalb des letzten Monats auf einer Feier mindestens fünf alkoholische Getränke getrunken hätten, sei laut der Studie eine Zunahme zu beobachten gewesen.

Das Landratsamt versucht in Kooperation mit Polizei, Faschingsvereinen und Wagenbauern, dieser Tendenz entgegenzusteuern. Laut Auskunft von FrankKurtenbach, Fachbereichsleiter Öffentliche Sicherheit und Ordnung, möchten in der anstehenden Saison Wagenbauer und Veranstalter vor Ort ihre Vorbildfunktion zeigen und bemühen sich, riskanten Alkoholkonsum zu reduzieren. Deshalb soll es vor und während der Faschingsumzüge künftig keine branntweinhaltigen Getränke mehr geben – hierzu haben sich die Beteiligten vor Genehmigungserteilung verpflichtet. Außerdem wird noch genauer auf die Einhaltung der Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes geachtet werden. Doch nicht nur die öffentlichen Stellen haben die Verpflichtung, sich für den Jugendschutz und einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol einzusetzen. So sieht Kurtenbach vor allem auch die Eltern der Heranwachsenden in der Pflicht und warnt: „Die Selbstverpflichtung der Faschingsveranstalter verfehlt ihr Ziel, wenn die Jugendlichen und jungen Erwachsenen den Alkohol von zu Hause mitbringen oder bereits völlig betrunken zum Fest erscheinen“. Eltern sollten daher gerade in der anstehenden Faschingssaison etwas genauer hinschauen, in welchem Zustand und mit welchem „Gepäck“ sich ihre Sprösslinge auf den Weg zu einem Umzug oder einer Party machen.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.