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IHK-Konjunkturumfrage Herbst 2012 – Landkreis Günzburg

  Günzburg: IHK Schwaben | Nach wie vor eine gute Geschäftslage kann die Wirtschaft im Landkreis Günzburg vorweisen. Zwar blieb die erhoffte Belebung in der zweiten Jahreshälfte hinter den Erwartungen zurück, aber ein hoher Auftragsbestand sicherte in weiten Teilen die Kapazitätsauslastung. Für das nächste halbe Jahr werden vorerst keine Zuwächse erwartet. Es wird aber von einem beständigen Auftragseingang ausgegangen, so dass ein recht hohes wirtschaftliches Niveau wohl gehalten werden kann. Dies sind die zentralen Ergebnisse der Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Schwaben für den Landkreis Günzburg.

„Der absolute Höhepunkt ist erste einmal überschritten“, glaubt Hermann Hutter, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Günzburg. „Die Unternehmen sind aber insgesamt recht optimistisch, so dass sich an der derzeitigen Lage keine allzu großen Veränderungen ergeben sollten.“ Die momentane Stimmung ist noch sehr gut unter den heimischen Betrieben. 86 Prozent der befragten Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung aus dem Landkreis geben ihre Lage als „gut“ oder „befriedigend“ an, nur 14 Prozent als schlecht. Im Vergleich zum Frühjahr ist hier so gut wie kein Unterschied festzustellen.
Die Kapazitätsauslastung ist – über alle Branchen hinweg gesehen - sogar gestiegen: 46 Prozent sagen nun, dass sie voll ausgelastet seien, im Frühjahr waren dies 29 Prozent. Nicht ausreichend ausgelastet geben 23 Prozent an. Für die Industrie ist diese Steigerung allerdings nicht auszumachen. Klaus Weinmann, IHK-Vizepräsident aus dem Landkreis, stimmt seinem Kollegen zu: „Momentan läuft alles noch gut. Die nächsten Monate werden zeigen, ob die Nachfrage wieder ansteigt. Denn viele Unternehmen haben noch von ihren Auftragsbeständen gezehrt.“ Und diese werden bei immer mehr Industriebetrieben kleiner. Vor einem halben Jahr sagten 27 Prozent, dass ihr Auftragsbestand zu klein sei, nun sagen dies schon 40 Prozent. „Das Polster wird definitiv geringer“, so Weinmann, „es sollten also jetzt nicht auch noch die Auftragseingänge in größerem Umfang wegfallen.“

Doch danach sieht es im Kreis Günzburg vorerst nicht aus. Rund zwei Drittel der befragten Unternehmen sehen keine Veränderung im erwarteten Auftragsvolumen für die nächsten Monate. „Aber die Unternehmen sagen auch klar: Zunahmen erwarten sie sich kaum noch, die Tendenz geht eher Richtung weniger Aufträge“, ergänzt Hutter. Als besorgniserregend sei die Prognose aber nicht einzustufen. „Das nächste halbe Jahr wird einfach etwas ruhiger verlaufen.“

Entsprechend der Erwartungen zur Auftragsentwicklung bewegen sich die Angaben zu Investitionen und Beschäftigung. „Das hohe Beschäftigungsniveau wird gehalten, allerdings wird erst einmal kein weiterer Beschäftigungsaufbau stattfinden“, führt Weinmann aus. „Die starke Investitionstätigkeit der Industrie wird etwas nachlassen.“

Hutter weist darauf hin, dass eine konjunkturelle Entwicklung nicht abgesondert für sich zu betrachten sei, sondern gerade auf externe Faktoren stark reagieren könne. „Bislang hielten sich die direkten Auswirkungen der Euroschuldenkrise auf die Unternehmen in Grenzen. Keiner kann aber den weiteren Verlauf sicher prognostizieren, so dass hier immer eine latente Unsicherheit vorhanden ist.“ Laut Umfrage sehen die Unternehmen die größten Risiken bei der wirtschaftlichen Entwicklung fürs nächste Jahr in drei Faktoren: Energie und Rohstoffpreise, Inlandsnachfrage und wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen.
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