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Fokus bleibt auf praxisorientierter Ausbildung

Insgesamt 14 Feuerwehrleute aus Günzburg nahmen am Sprechfunkerlehrgang teil. Foto: Freiwillige Feuerwehr Günzburg. (Foto: Freiwillige Feuerwehr Günzburg)

Günzburger Feuerwehrleute absolvieren Sprechfunkerlehrgang

Für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) ist die Verständigung im Einsatz unabdingbare Voraussetzung für ihre Arbeit. Doch wer am Sprechfunkverkehr teilnehmen möchte, muss zunächst einen Sprechfunkerlehrgang besuchen. Das gilt auch für die Freiwilligen Feuerwehren. Deshalb haben jüngst 14 Feuerwehrleute aus Günzburg an einem Sprechfunkerlehrgang teilgenommen.

Die Voraussetzung zur Teilnahme an der 40 Wochenstunden umfassenden Ausbildung war ein abgeschlossener Truppmannlehrgang. Die Leitung des Lehrgangs oblag dem ehemaligen Funksachbearbeiter Oliver Stritzinger, der von den Ausbildern Christoph Wolf, Stefan Balkheimer und Achim Senser unterstützt wurde.

Die Feuerwehrleute lernten, wie der Gleichwellenfunk aufgebaut ist, welche Arten von Funkgeräten in der Praxis eingesetzt werden und wie diese funktionieren. Zudem befassten sie sich mit dem Einsatzstellenfunk. Ein weiterer Themenschwerpunkt bildeten die gesetzlichen Grundlagen, speziell das Telekommunikationsgesetz. Darin ist u.a. festgelegt, dass nichts, was über Funk gesprochen wird, an Dritte weitergegeben werden darf. Auch Nachrichten, die zufällig mitgehört werden, unterliegen der Verschwiegenheitspflicht.

Auch die physikalischen Grundlagen gehören zur Ausbildung. In diesem Themenbereich erklärten die Ausbilder etwa, wie Funkstörungen entstehen und warum es Funkschatten, so genannte Funklöcher, gibt. „Außerdem kamen die Themen Fehlersuche, Kartenkunde und Zurechtfinden in unbekanntem Gelände zur Sprache“, erläutert der Feuerwehrkommandant der Freiwilligen Feuerwehr Günzburg, Christian Eisele. Doch das Hauptaugenmerk legten die Veranstalter auf die praxisbezogene Ausbildung, so Eisele weiter.

Ein Novum im Lehrplan war das Thema Digitalfunk. Die Bundesregierung hat bereits in den neunziger Jahren beschlossen, den Digitalfunk bundesweit auszubauen. Die ersten Kommunen und Städte sind bereits digital versorgt und funken mit dieser Technik. Oliver Stritzinger erklärte die grundsätzlichen Unterschiede im Aufbau sowie in der Bedienung und Handhabung der Funkgeräte. Die Teilnehmer bekamen die Möglichkeit im praktischen Ausbildungsteil mit echten Digitalfunkgeräten erste Erfahrungen und Erkenntnisse zu sammeln. „Ideal war hier das Arbeiten mit digitalen und analogen Funkgeräten“, berichtet Christian Eisele. Für die praktische Ausbildung wurde sogar der Einsatzleitwagen der Feuerwehr Günzburg mit einem Tetra BOS Funkgerät ausgerüstet.

Die Umstellung auf Digitalfunk, die im Landkreis Günzburg Ende 2015 anlaufen soll, ist mit erheblichen Kosten für die Kommunen verbunden. Diese werden momentan von der Stadt Günzburg aufgestellt. Hilfestellungen bietet dabei die Projektgruppe Diginet.
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