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Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zum Ergebnis bayernweiter Lkw-Kontrollen- Mehr als 700 Lkw und Busse beanstandet - In 33 Fällen Weiterfahrt untersagt

Auch die Ergebnisse der zweiten Lkw-Schwerpunktkontrollen der Bayerischen Polizei in dieser Woche belegen laut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann die Notwendigkeit verstärkter Kontrollen des Schwerverkehrs. Im Rahmen der länderübergreifenden Aktion 'Truck & Bus' des europäischen Verkehrspolizeinetzwerks 'TISPOL' haben bayerische Polizisten am 15. und 16. Mai bayernweit 2.133 Lkw und 50 Omnibusse kontrolliert. 706 Lkw und Busse mussten zum Teil wegen mehrfacher gravierender Verstöße beanstandet werden, darunter auch 38 Gefahrguttransporter. Laut Herrmann war in 33 Fällen wegen erheblicher technischer Mängel oder massiver Überschreitung der Lenkzeiten sogar die Untersagung der Weiterfahrt notwendig. "Da waren sprichwörtlich rollende Zeitbomben darunter, hochgefährlich", ärgerte sich der Minister und kündigte an: "Deswegen werden unsere Lkw-Kontrollexperten auch künftig neben der Fahrtüchtigkeit des Fahrers auch den Fahrzeugzustand, die Ladungssicherung, die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten sowie Abstand und Geschwindigkeit auf der Straße konsequent im Blick haben." Mehr Sicherheit im Straßenverkehr durch verstärkte Lkw Kontrollen sei das Ziel.

Erschreckend und verantwortungslos ist nach Herrmanns Worten beispielsweise die offenkundige Sorglosigkeit eines 49-jährigen tschechischen Lkw-Fahrers eines tschechischen Gefahrgutsattelzuges im Bereich des Polizeipräsidiums Oberpfalz gewesen. Er transportierte 56 Stahlfässer mit je 200 Liter brennbarer Farben, die nicht ausreichend gesichert waren. "Bei einem extremen Fahrmanöver wie einer starken Bremsung hätte es passieren können, dass das Gefahrgut austritt und sich entzündet", erklärte der Innenminister. "Das hätte schlimme Folgen haben können."

Wie Herrmann weiter ausführte, lagen bei den Kontrollen in 511 Fällen (auch Mehrfachverstöße) Überschreitungen von Lenk- und Ruhezeiten von Lkw-Fahrern vor. Busfahrer waren nicht mit Lenkzeitverstößen aufgefallen. Die Spezialisten der Verkehrspolizei stellten bei den aktuellen Schwerpunktkontrollen insgesamt auch 104 technische Mängel an Lkw fest, neben unzureichender Beleuchtungseinrichtung vor allem an den Lkw-Reifen und am Fahrgestell, aber auch an den Bremsen.

Die erste bayernweite Lkw-Kontrollaktion diese Woche fand am 12. Mai 2019 zum Ende des Lkw Sonntagsfahrverbots statt. Bei gezielten Abfahrtskontrollen an Lkw Parkplätzen kontrollierten Polizisten der Bayerischen Polizei 3.291 Lkw-Fahrer vor der Abfahrt auf ihre Fahrtüchtigkeit. Insgesamt 159 Lkw Fahrer hatten den gesetzlichen Grenzwert von 0,5 Promille Alkohol in der Atemluft überschritten, davon hatten 74 sogar mehr als 1,1 Promille Atemalkohol. Der höchste festgestellte Wert betrug 3,48 Promille Atemalkohol. Sichtlich unter Drogen stand ein Lkw-Fahrer.

2018 kam es auf Bayerns Straßen zu 18.206 Verkehrsunfällen mit Beteiligung des Schwerlastverkehrs. Dabei starben 134 Menschen (2017: 157) und 5.380 wurden verletzt (2017: 5.709). Rund drei Viertel dieser Verkehrsunfälle wurden von Lkw-Fahrern selbst verursacht. Die Hauptursachen waren Fehler beim Abbiegen, fehlender Sicherheitsabstand und nicht angepasste Geschwindigkeit sowie Übermüdung, Ablenkung oder erhebliche technische Mängel. 142 Verkehrsunfälle in Bayern gingen vergangenes Jahr auf das Konto alkoholisierter oder anderweitig berauschter Lkw-Fahrer (2017: 146). Dabei wurden 45 Personen verletzt und ein Motorradfahrer getötet.
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Peter Pannicke aus Lutherstadt Wittenberg | 20.05.2019 | 08:06  
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