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Alt und Jung zusammen bringen

Leipheim hat rückwirkend zum 1. Januar 2008 den Zuschlag für ein Mehrgenerationenhaus erhalten.

„Mehrgenerationenhaus“ - was ist das eigentlich?, wird sich so mancher fragen. „Das Mehrgenerationenhaus in Leipheim ist kein Wohnprojekt“, erklärt Burkhardt Wagner, Leiter des „Büro Soziale Stadt“ und ab sofort auch Leiter des Mehrgenerationenhauses Leipheim. Dass dies kein seltenes Mißverständis ist, zeigt sich daran, dass schon einige Interessierte angerufen haben und einziehen wollten.

Hinter dem Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend steht jedoch eine andere Idee: Für Menschen verschiedenen Lebensalters soll ein Umfeld geschaffen werden, in dem man sich ungezwungen begegnen und von den jeweiligen Kompetenzen der anderen profitieren kann. Das Mehrgenerationenhaus vernetzt Nachbarschaftshilfe und soziale Dienstleistungen in der Region. Das Aktionsprogramm ist so aufgebaut, dass die Mehrgenerationenhäuser an bestehende Einrichtungen angeschlossen werden. In Leipheim ist dies das Projekt „Soziale Stadt“ des Diakonischen Werks Neu-Ulm e.V. in der Hermann-Köhl-Straße 3a. Die bereits etablierten Angebote wie beispielsweise Migrations- und Sozialberatung, Internetcafé, Hausaufgabenhilfe, Gruppenarbeit und verschiedene Ausflüge werden nun um weitere generationsübergreifende Angebote ergänzt.

„Herzstück des Mehrgenerationenhaus ist ein offener Treff“, erklärt Burkhardt Wagner. Ab sofort besteht in der Hermann-Köhl-Straße die Möglichkeit für Alt und Jung bei einer Tasse Kaffee ins Gespräch zu kommen, sich gegenseitig zu helfen oder miteinander etwas zu unternehmen. Darüber hinaus wurde bereits das Projekt „Jugendpaten“ ins Leben gerufen. Dabei sollen die „Paten“ den Jugendlichen individuelle Unterstützung beispielsweise bei der Suche nach Praktika und Ausbildungsplätzen geben.

In der Planungsphase befindet sich noch das Projekt „Seniorenbus“. Einmal wöchentlich soll ein Bus, für den sich bereits sechs ehrenamtliche Fahrer gefunden haben, zwischen Leipheim und Günzburg pendeln. Die Senioren können die Fahrten im Mehrgenerationenhaus anmelden und werden dann nach Wunsch abgeholt. Ebenfalls im Aufbau ist eine „Nachbarschafts-Hilfe“-Kartei. Für die Zukunft sind noch viele weitere Projekte wie beispielsweise der Betrieb eines Mittagstisches, ein „Mitmachzirkus“ und verschiedene Informationsveranstaltungen geplant. „Wir sind für alle Ideen offen“, sagt Burkhardt Wagner und freut sich auf Vorschläge aus der Bürgerschaft.

Die Vernetzung von Angeboten ist langfristig angelegt, die Unterbringung des Mehrgenerationenhauses in den Räumen des Büro Soziale Stadt soll jedoch nur vorübergehend sein. Möglichst bald soll das Projekt in die Leipheimer Innenstadt umziehen, dies wünscht sich auch Bürgermeister Christian Konrad. Schließlich soll das Angebot für jeden Bürger und jede Bürgerin gut erreichbar sein.

Das Mehrgenerationenhaus in Leipheim wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie aus dem Europäischen Sozialfond gefördert.

Offiziell eingeweiht wird es im Rahmen des „Fest der Kulturen“ am 31. Mai in der Hermann-Köhl-Straße. Beginn ist um 13 Uhr.
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