Anzeige

40 Jahre Kammerchor Burgau

Kammerchor
 

1966: Ein Student der Musik träumt in Haldenwang bei Burgau von der Gründung eines Vokalensembles. Was heute nicht mehr möglich scheint, wurde damals Wirklichkeit: Herwig Nerdinger nahm drei Sängerinnen und Sänger unter seine Fittiche und baute in jahrzehntelanger Arbeit den Klangkörper „Kammerchor Burgau“ auf. Seine beispielhafte Chorbetreuung führte zu außerordentlichen Erfolgen.

Hier seien nur wenige glanzvolle und bewegende Stationen aus den letzten fünf Jahren Chorgeschichte hervorgehoben: Etwa die Veranstaltungen bei den Tagen christlich-jüdischer Begegnungen im Jahr 2000, mit A Child of Our Time von M. Tippett (1941); oder 2002 Verdis Requiem in der Basilika zu Dillingen, das Publikum und Presse „als musikalischen Markstein“ feierten. Zu einem tief ergreifenden Erlebnis wurde die Gestaltung des Gottesdienstes mit Haydns Theresienmesse in Tregasio bei Mailand, während der Todesstunde von Papst Johannes Paul II. Die letzte besondere Herausforderung an den Kammerchor Burgau waren 2005, in hebräischer Sprache, Bernsteins spannungsgeladene Chichester Psalms.

2006: Die Veranstaltungen zum 40-jährigen Jubiläum spiegeln einen Teil des Spektrums an Werken wider, denen sich der Chor widmet:
Haydns Schöpfung, Bachs h-Moll-Messe und Mozarts c-Moll-Messe. Der Festvortrag Mozart und die Religion (Prof. Dr. Hans Maier), ein Liederabend und die Begegnung Mörike-Mozart erweitern den Rahmen.

Zur Eröffnung der Konzertreihe wird Haydns Schöpfung erklingen, am Pfingstsonntag, dem 4. Juni 2006, 19:00 Uhr, im Forum am Hofgarten zu Günzburg.

Als Haydn im Spätsommer 1795 von seiner zweiten England-Reise zurückkehrte, stand er auf der Höhe seines Ruhms. Das Händel-Festival in London regte ihn zu einem Neubeginn an. Er schloss sein reiches Instrumentalwerk ab und widmete seine volle Kraft der Vokalmusik. Es entstanden die bedeutenden Spätwerke: Die Schöpfung und Die Jahreszeiten. Sie waren es, die ihm die größten Triumphe seines Lebens bescherten (bei der Uraufführung der Schöpfung 1798 in Wien konnte die anstürmende Menge nur durch berittene Polizei aufgehalten werden).

Der Kammerchor Burgau musiziert das Oratorium mit der weit bekannten Württembergischen Philharmonie Reutlingen und einem brillanten Solistenensemble:

Diana Damrau, international gefeierter Gesangsstar, erlebt im Augenblick ihre ganz großen Erfolge mit Mozart-Partien. Sie glänzt als die Königin der Nacht (Zauberflöte). Anfang Februar wurde sie an der Mailänder Scala bei der Premiere von Figaros Hochzeit als Susanna begeistert umjubelt. Dass sie in ihrer geringen Freizeit immer wieder zu ihren Wurzeln nach Günzburg zurückfindet und hier mit einheimischen Ensembles musiziert, begeistert die Menschen in der Region Schwaben und erfreut ihr Herz.

Der Tenor Róbert Morvai ist als namhafter Solist aus der Oratorienszene in Deutschland nicht mehr wegzudenken. Er sang in Bachs Weihnachtsoratorium und Passionen (München, Stuttgart), in Mozarts Requiem und c-Moll-Messe (Stuttgart), Beethovens Missa solemnis (München), wirkte bei der Mendelssohnreihe Elias, Paulus, Lobgesang in Hamburg mit, konzertierte mit dem Kammerchor Stuttgart in den USA und beim Festival für zeitgenössische Musik in Vilnius (Litauen).

Der Bariton Iván Paley lebt und arbeitet in Wien. Er gastierte mit lyrischen Baritonpartien von Purcell, Gluck und Mozart unter den Dirigenten G. Sinopoli und W. Sawallisch. Konzerte und Liederabende führten ihn durch Deutschland, Österreich, die Schweiz und die USA. Ge-meinsam mit Diana Damrau beschäftigt er sich seit einigen Jahren intensiv mit der Lied-Duo-Literatur. Im Zentrum ihrer Arbeit standen zuletzt Mahlers Lieder Aus des Knaben Wunderhorn. Beide freuen sich über die Einspielung in der Originalfassung für zwei Stimmen und Klavier – eine Welterstaufnahme.

Peter Lika legt als international renommierter Bassist seinen Wirkungsschwerpunkt auf den Konzertgesang. Sein Repertoire reicht dabei vom Barock bis in die Moderne. Zu den Höhepunkten seiner Karriere zählt er Aufführungen von Orffs Antigonae bei den Salzburger Festspielen, von Dvoráks Requiem mit Václav Neumann, sowie die von S. Ozawa geleitete Mat-thäus-Passion beim Saito Kinen Festival in Japan. Als Interpret der großen Partien in den Oratorien von Haydn und Mendelssohn wurde er auch von seiner Hörergemeinde in Burgau begeistert gefeiert, und es gibt viele Konzertbesucher, die sich auf Likas Gestaltungskraft in Haydns Schöpfung besonders freuen.

Die Schöpfung wirkte kompositionsgeschichtlich und musiksoziologisch weit ins 19. Jh. hinein. Sie führte zur Bildung der Laienchorkultur jener Zeit und zählt heute, gewiss so edel wie am ersten Tag, zum Repertoire aller symphonisch arbeitenden Chöre.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.