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Großbardorf ist Herbstmeister in der Fußball-Bayernliga - ein Portrait

Großbardorf: Sportzentrum an der Unterhofer Straße | Die Fußballer des TSV Großbardorf haben nach 17 Spieltagen in der Bayernliga allen Grund zum Jubeln: Nach dem Unentschieden gegen die SpVgg Bayreuth bleibt Großbardorf mit nun 32 Zählern Tabellenführer und ist somit Herbstmeister. Nicht, dass dieser Titel etwas bringen würde, aber immerhin: Ein Nest aus dem unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld mit knapp 1.000 Einwohnern hält die Fußball-Konkurrenz aus Bayerns Städten auf Distanz.

Großbardorf, eine winzige Gemeinde, in der die CSU einen Sitz mehr hat als die Freien Wähler und andere politische Parteien irrelevant sind, 26 Kilometer nördlich von Schweinfurt. Deren Spitzen-Fußballclub hechelt der Truppe aus dem Niemandsland zwischen Bad Königshofen und Münnerstadt nicht einmal hinterher, sondern muss sich mit Sorgen plagen, die sonst Großbardorfer Domäne sind: Abstiegskampf!

Kaum jemand hatte den TSV Großbardorf auf der Rechnung als es vor der Saison 2010/2011 um die Aufstiegskandidaten in der Bayernliga ging. So lautet das offiziell ausgegebene Ziel des überraschenden Tabellenführers denn auch tatsächlich "Klassenerhalt". Womöglich lässt sich Abteilungsleiter Bernhard Leicht angesichts des bisherigen Saisonverlaufs auf eine kleine Anpassung der Zielvorgabe ein.

Aber Vorsicht! Am 16. Spieltag strauchelten die Unterfranken. Beim Schlusslicht SpVgg Bayern Hof kam der TSV Großbardorf mit 3:0 gewaltig unter die Räder. Es gilt, jetzt nur nicht in überschwängliche Euphorie zu verfallen. Die Gefahr ist allerdings gering. Die Verantwortlichen rechnen nach den Spielen trotz Tabellenführung nicht aus, wie dicht ihnen die Verfolger auf den Fersen sind, sondern wie groß der Vorsprung auf einen Relegationsplatz ist.

Verantwortlich für eine Meisterschaft - und wenn es nur eine herbstliche zur Hinrunde ist - sind immer auch die Übungsleiter. Beim TSV Großbardorf sind das Trainer Wolfgang Schmitt (44), sein Assistent Udo Eckert (41) und Torwarttrainer Otto Dietz (41). Sie formten aus einem Team, das im Schnitt 23,7 Jahre jung ist, eine Mannschaft, die sich seit dem 13. Spieltag an der Tabellenspitze behauptet. Vor rund einem Jahr bot Schmitt der Vereinsführung noch seinen Rücktritt an, da die Fußballer in akuter Abstiegsgefahr schwebten. Sein Angebot wurde nicht angenommen, die Klasse gehalten.

Ein bisschen Glück spielt der Truppe von Schmitt momentan schon in die Karten. "Wir haben so gut wie keine Verletzten", freut sich Schmitt, dass er sich keine Gedanken um eine Notnagel-Aufstellung machen muss. Zur Rückrunde kehrt möglicherweise sogar der am Knie verletzte Kapitän Sebastian Knüttel in den Sturm zurück. Und in entscheidenden Momentan schlagen die Großbardorfer zu, obwohl der Gegner besser spielt. So wie gegen den FC Ingolstadt II, wo die Unterfranken kurz vor Schluss noch zum 2:1 einnetzten. Das sieht auch Schmitt so.
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