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Keine Blumen fürs erste ?schwarze Gold?: Schatzsucher stoßen 1961 auf Öl - Die erste erfolgreiche Suchbohrung jährt sich im März zum 50. Mal. In einer Serie erinnern wir daran, zeigen aber auch, welch

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Grimmen: ? Der 21. März 1961 hat den Landstrich zwischen Strelasund, der Kreisstadt Grimmen bis zum Darß verändert. Vor knapp 50 Jahren wurde die Suchbohrung E Reinkenhagen 2/2a/60 fündig ? erstmals floss Erdöl in Mecklenburg-Vorpommern. Deshalb feiern die ehemaligen Erdöler in diesem Frühjahr: Am 18. März findet ein Kolloquium an der Greifswalder Universität statt und einen Tag später treffen sich alte und neue Mitstreiter am Standort der erfolgreichen Suchbohrung von 1961 zum Festakt. Denn hier in Reinkenhagen sind die Erdölmitarbeiter auch heute noch aktiv, hier haben sie mit Hilfe des Vereins ?Erdöl und Heimat? ein Museum ins Leben gerufen, erinnern an Geleistetes, begleiten die neuesten Entwicklungen und arbeiten ihre Chronik auf, ?So kam für uns der bedeutungsvolle 21. März 1961, der in wenigen Stunden nicht nur eine Landgemeinde und einen Mecklenburger Landkreis in Bewegung brachte, sondern auch viele andere Stellen des Küstenbezirks und der DDR mobilisierte. Es gab einen tagelangen Kampf...?, so beschrieb Fritz Korf zunächst in der Betriebszeitung des Erdölbetriebes und später in der vom Verein zusammengestellten Chronik ?Schatzsucher? die Ereignisse des denkwürdigen 21. März 1961. Fritz Korf werde als Augenzeuge und ältester Gast mit seinen 91 Jahren im März bei den Feierlichkeiten erwartet, verrät Detlef Schwahn, stellvertretender Vorsitzender des Vereins. ?Unsere alte Erde hatte dabei eines ihrer Geheimnisse preisgeben müssen, das zwar von allen freudig begrüßt wurde, uns aber vor eine harte Prüfung stellte. So waren wir mehr als froh, als es uns gelungen war, die gerade erst entdeckte Öllagerstätte zunächst wieder in Fesseln zu legen?, erinnert Fritz Korf weiter. Nach diesem Fund sollte es Wochen dauern, bis das Öl wieder zutage trat. Korf: ?Als das Erdöl dick und schwarz in die Behälter floss, hatten wir keine Blumen zum Empfang bereit. Dafür stieg eine Flamme in den Himmel, hell und sauber, die endlich alle Zweifel vertrieb und anzeigte, dass für Reinkenhagen und Grimmen die Zeit der beschaulichen Ruhe für immer vorbei sei.? Seit dieser Zeit konnten in Mecklenburg-Vorpommern über zwei Millionen Tonnen Erdöl und fast eine Milliarde Kubikmeter Begleitgas gefördert werden. Pumpen in Mesekenhagen bei Greifswald und in Lütow auf Usedom (GDF SUEZ) bringen auch heute noch das schwarze Gold aus den tiefen Schichten des Zechstein hervor, weiß der Vereinsvorsitzende Dieter Landes. Allerdings werde nur noch im bescheidenen Maße mit fünf Sonden gearbeitet, ergänzt Klaus Wähner. Für Bernd Schöne, ebenfalls im Erdölverein regelmäßig aktiv, ist es besonders wichtig, dass auch nach der Einstellung der Förderung 1996 die bergbaulichen Aktivitäten nicht beendet waren: ?Ein großes Rückbauprogramm wurde realisiert, um das Gelände wieder nutzbar zu machen.? Sanierungen laufen auch gegenwärtig noch. So wurde die Sanierung des Bergwerksfeldes Richtenberg im vergangenen Jahr abgeschlossen, noch früher die in Reinkenhagen, Grimmen und Kirchdorf, informiert Klaus Wähner. Ab 2011 beginnen die Arbeiten bei Wustrow.Aus der Chronik des Grimmener Erdölbetriebes4. Mai 1950 Gründung des VEB Geologische Bohrungen mit Sitz in Leipzig 21. März 1961 Die Suchbohrung E Reinkenhagen 2/2a/60 wird eruptiv erdölfündig, die erste Erdöllagerstätte im Nordosten der DDR war gefunden worden.
5. Mai 1961 Bildung Kombinatsbetrieb Erdöl-Erdgaserkundung Grimmen 14. Januar 1962 Aufnahme der industriellen Erdölförderung auf der Sonde E Reinkenhagen 2/2a/60.
April 1962 Aufbau des Tanklagers Reinkenhagen.
1. Oktober 1962 Bildung des VVB Erdöl-Erdgas Gommern, Bildung des VEB Erdöl- und Erdgaserkundung Grimmen.

(aus der Kurzchronik des VEB Erdöl-Erdgas Grimmen, ?Schatzsucher?)Für Grimmen und Reinkenha- gen war die Zeit der beschau- lichen Ruhe für immer vorbei.?Fritz Korf
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1 Kommentar
Sade
Sade | 04.04.2011 | 19:11  
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