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Werder Bremen: Wer überlebt den Umbruch zur Saison 2011/2012?

Wer darf nächste Saison in Bremen gegen die Pille kicken? (Foto: Rainer Sturm / pixelio.de) (Foto: Rainer Sturm / pixelio.de)
Werder Bremen spielt in der Saison 2010/2011 keinen meisterlichen Fußball. Die Elf von Thomas Schaaf ist längst aus allen Wettbewerben ausgeschieden. In der Bundesliga läuft's für Werder auch nicht. Abstiegskampf statt internationale Plätze. Mit Nationalspielern wie Per Mertesacker und Claudio Pizarro (kürzlich in Peru zum Kapitän der Nationalelf berufen worden).

Zur Saison 2011/2012 wird es nach momentanem Stand einen Umbruch bei Werder Bremen geben (müssen). Am Platz von Trainer Thomas Schaaf wird nicht gerüttelt. Mit Kontinuität auf dem Trainerstuhl ist Werder die vergangenen Jahre gut gefahren. Hinsichtlich des Kaders für die kommende Spielzeit in der Bundesliga - sofern Werder die Klasse hält - wird es einige Wechsel geben.

Jurica Vranjes beispielsweise dürfte zu 99,99% weg sein. In der Vorbereitung zur vergangenen Saison hatte der Kroate Trainer Schaaf und Manager Klaus Allofs hart kritisiert - und bestritt seitdem kein Spiel mehr für Werder. Sein Vertrag läuft zum Saisonende aus. Wie sieben weitere.

Hören Frings und Jensen bei Bremen auf?
Einer davon ist der von Leitwolf Thorsten Frings. Der Routinier im defensiven Mittelfeld will seine Karriere jüngsten Äußerungen im Weser-Kurier zufolge doch nicht beenden. "Ich werde 35 Jahre – ich möchte nicht mehr, es reicht", hatte Frings im Februar kund getan. Jetzt revidiert der "Lutscher" seine Meinung: "Ich will auf jeden Fall noch weiterspielen." Werder Bremen möchte die Identifikationsfigur allerdings ungern verlassen. Frings erwartet, dass Werder ihm ein Angebot unterbreitet.

Daniel Jensen steht zum Saisonende ebenfalls ohne Vertrag da. Der Däne möchte zwar in Bremen bleiben, doch seit Januar ist er verletzt. Sein Knöchelödem im Knie möchte der Mittelfeld-Backup aber nicht operieren lassen. Mit 31 Jahren ist er zudem nicht mehr der Jüngste. Jensen wird dem Umbruch wohl zum Opfer fallen.

Als Langzeitverletzter geht auch Sebastian Boenisch durch. Seit September 2010 laboriert der Abwehrmann an einem Knorpelschaden. Seinen auslaufenden Vertrag würde Werder gerne verlängern. Dabei ist Boenisch Linksverteidiger und sorgte auf seiner Seite hinten vor seiner Verletzung selten für Stabilität.

Vertragsverhandlungen könnte es auch mit José-Alex Ikeng und Dominik Schmidt. Beide Spieler haben durchaus Perspektive, auch wenn sie schon 23 Jahre alt sind. Ikeng spielt für die Bundesliga-Elf derzeit allerdings keine Rolle. Schmidt schon eher. Der Verteidiger hat schon neun Einsätze in Pflichtspielen für Werder seit dem 28. November 2011 bestritten. Seine Gehaltsvorstellungen sind laut Manager Allofs allerdings "enorm".

Fraglich ist, wie es mit dem Brasilianer Samuel weitergeht. Der 24 Jahre alte Samba-Kicker ist hinten flexibel einsetzbar, durfte sich bislang aber nicht beweisen. Auch Niklas Andersen schrieb keine Schlagzeilen, schaffte es auch nicht in die Bundesliga-Mannschaft. Darf sich dafür Petri Pasanen über eine Vertragsverlängerung freuen? Der Finne ist nie über eine Reservistenrolle hinausgekommen. Seinen Job in der Defensive erledigte er meist solide. Mit 30 Jahren ist er durchaus ein Kandidat, der dem Umbruch zum Opfer fallen könnte. Aber gleichzeitig könnte der Finne altersbedingt auch einer neuformierten Truppe Sicherheit geben. Als Ersatzspieler.

Wer hat Vertrag, darf aber gehen?
Jetzt geht das Spekulieren an. Welche Spieler haben zwar noch bis Juni 2012 Vertrag, fallen einem Umbruch aber wahrscheinlich zum Opfer? Wer hat nicht genügend Leistung gebracht, wer spült Einnahmen in die Kasse, wer passt nicht zur neuen Spielphilosophie – sofern es eine geben wird? 16 Spieler kicken noch bis 2012 für Werder Bremen. Darunter alle vier Torhüter.

Leon Balogun, Said Husejinovic, Kevin Schindler und Onur Ayik haben sich nicht zwingend mit tollen Leistungen dafür empfohlen, auch 2011/2012 für Werder zu kicken. Jungen Spielern wie den Torhütern Sebastian Mielitz und Felix Wiedwald sowie den Angreifern Lennart Thy und Pascal Testroet gehört die Zukunft.

Die interessantesten Personalien für Kader-Spekulationen sind (vermeintliche) Leistungsträger wie Per Mertesacker, Sebastian Prödl, Mikael Silvestre, Clemens Fritz, Tim Borowski und Claudio Pizarro. Werder hat in der jüngsten Vergangenheit Torjäger wie Hugo Almeida ziehen lassen, aber keinen Knipser eingekauft. Pizarro trifft regelmäßig, gilt als Star im Werder-Ensemble. Der Peruaner darf den Abflug wohl nur für eine hohe Ablösesumme machen, sofern Werder parallel einen Torjäger von ähnlichem Format an die Weser holt. Marko Arnautovic ist offenbar kein solcher Spieler. Mit hohen Vorschusslorbeeren gekommen, überzeugte der veranlagte Österreicher bislang nur als "Skandalnudel" - wie man ihn in der Fußballmanagerspiel-Serie "Anstoß" einstufen würde.

Leistungsträger, die gar keine sind
Sebastian Prödl ist laut Marko Marin ein wichtiger Spieler für Werder. Doch Marin selbst gilt momentan gar nicht als so wichtig. Prödl hat letztendlich bislang noch wenig für Bremen gezeigt, darf tendenziell als ein schwacher Bestandteil der schwachen Werder-Abwehr ausgemacht werden. Nicht einmal auf Per Mertesacker ist in jedem Spiel Verlass. Dennoch wird sein Vertrag wohl verlängert, denn richtig gute Verteidiger mit internationaler Erfahrung sind selten unter 27 Jahre alt.

Von Mikael Silvestre hatten sich in Bremen alle mehr erhofft. Der ehemalige Nationalspieler Frankreichs hat seinen Zenit überschritten. Er konnte der Abwehr zu keiner Zeit Stabilität verleihen, eher im Gegenteil. Viel Geld müsste ein potenzieller Abnehmer wohl nicht bieten. Zumindest nicht Werder. Wie es mit Clemens Fritz weitergeht, darf im Zuge eines Umbruchs ebenfalls gefragt werden. Von der DFB-Elf ist er weit entfernt, von einem neuen Vertrag wohl nicht ganz so weit. Er ist flexibel einsetzbar, spielt aber selten bärenstark, ist allerdings auch nicht für Böcke en masse bekannt.

Tim Borowski schlägt seine Zelte beinahe häufiger in der Krankenstation als auf dem Feld auf. Doch der 30-Jährige ist ein Bremer Urgestein, der keine allzu schlechten Karten hat, das Team 2011/2012 als Führungsspieler zu begleiten. Auch Tim Wiese ist Leitwolf und ein klarer Kandidat für eine vorzeitige Vertragsverlängerung. Mit Ersatzmann Christian Vander im Tor sind sie in Bremen zufrieden. Er erfüllte seine Rolle als Back-Up stets nach Vorstellungen der Werderaner. Inzwischen ist er aber nur noch Ersatz in der Regionalliga-Mannschaft.

Quellen: transfermarkt.de und kreiszeitung.de.
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