Anzeige

Felix Magath und Facebook - Verhindert der Trainer und Manager des FC Schalke 04 durch Social Media seinen Rauswurf?

Felix Magath nutzt Facebook und zeigt so Nähe zu den Schalke-Fans. Facebook-Screenshot
Man kann von Facebook halten, was man will und es gibt auch mehrere Meinungen über Felix Magath. Die beiden Streitpunkte Facebook und Felix Magath zusammen ergeben allerdings einen Volltreffer in Sachen Erfolg. Kaum eine prominente Persönlichkeit nutzt das Social Network Facebook so gut wie der Fußball-Teammanager des FC Schalke 04.

Bundesliga-Saison für Schalke gelaufen
Die Mannschaft des viel diskutierten Trainers, der den VfL Wolfsburg mit viel Geld und noch mehr Erfahrung und Können von der grauen Maus zum Bundesliga-Meister machte und den FC Schalke 04 im Vorjahr mit einer Mannschaft, die vorwiegend aus jungen Amateur-Spielern bestand, in die Champions League führte, steht kurz vor seinem Rauswurf auf dem Pulverfass Schalke. Viel Geld, das der Fußball-Bundesligist eigentlich gar nicht ausgeben kann, hat Felix Magath in die Mannschaft investiert, mit der er mittelfristig die Meisterschaft holen will. Die Ergebnisse in der Liga sind allerdings mau, die Bundesliga-Saison praktisch gelaufen. Schalke ist näher am Abstiegskampf als an der Meisterschaft, die ausgerechnet der Lokalrivale Borussia Dortmund quasi schon geholt hat.

Magaths Transferpolitik am Pranger
Es kriselt gewaltig auf Schalke. Vor dem 26. Spieltag steht die Magath-Elf mit 30 Punkten auf Rang 10. 12 Punkte von einem Platz entfernt, der zum Einzug ins internationale Geschäft berechtigt, aber nur fünf Zähler Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz. Die Unterschiede zum Vorjahr, indem Felix Magath noch in ganz Gelsenkirchen vergöttert wurde, Vereinsführung eingeschlossen: 2009/2010 gab der ambitionierte Trainer, der gleichzeitig auch Manager des FC Schalke 04 ist, fast nichts auf dem Transfermarkt aus. Er holte junge, billige Spieler aus Reserveteams anderer Bundesligisten und aus der vierten Liga und formte sie zu Stammspielern, die den Sprung in die Champions League schafften. Massive Wertsteigerung inklusive. 2010/2011 sieht das anders aus. Klaas-Jan Huntelaar kam für 14 Millionen Euro vom AC Mailand, Mittelfeldspieler Jurado für 13 Millionen von Atlético Madrid. Dazu kommt mit Sergio Escudero ein eher unerfahrenes Talent aus Spanien, das zwar hochveranlagt ist und 2,4 Millionen gekostet hat, aber erst seit Kurzem im Schalker Konzert mitspielen darf. Auch der 18-jährige Grieche Kyrgiakos Papadopoulus war mit 2 Millionen Euro Ablöse kein Schnäppchen. Die Neuzugänge Angelos Charisteas, als Chancentod verschrieen, Ali Karimi, beim FC Bayern nicht glücklich geworden, Nicolas Plestan, vom FC Lille auf die Ersatzbank des FC Schalke 04 gewechselt, und der Langzeit-Verletzte Tim Hoogland haben zwar keine Ablöse gekostet, sich aber trotz ihres Alters und der damit verbundenen Erfahrung nicht zu Leistungsträgern entwickelt. Der Rumäne Ciprian Deac ist bei 2,5 Millionen Euro Ablöse gegenüber gerade einmal sieben Pflichtspieleinsätzen ein totaler Transfer-Flop.

Autoritärer Arbeitsstil von Magath führt ins Viertelfinale der Champions League
Was dem Aufsichtsrat auf Schalke, allen voran Clemens Tönnies, bitter aufstößt, ist der autoritäre Arbeitsstil, den Felix Magath an den Tag legt. Auf Schalke kommt man nicht klar, dass ein Trainer und Manager so viel Macht hat, wie sie Felix Magath fordert. Doch gerade deswegen ist Magath beim VfL Wolfsburg so erfolgreich gewesen. Zur Malocher-Kultur in Gelsenkirchen passt das nicht. Zumindest nicht mehr, wenn der Erfolg ausbleibt. Das ist in der Bundesliga der Fall. Doch was Fans, die im Stadion schon für einen Rauswurf plädieren, offenbar vergessen haben: Der FC Schalke 04 steht nach dem 3:1-Heimsieg in der Veltins-Arena im Viertelfinale der Champions League. Auch die erneute Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb ist trotz mäßigen Ergebnissen in der Bundesliga noch nicht futsch. Denn nach dem Sieg gegen Bayern München stehen die Schalker im Finale des DFB-Pokals. Diese Erfolge scheint so mancher Fußball-Fan oder Funktionär in Gelsenkirchen vergessen zu haben.

Fans gefällt Magaths Auftritt auf Facebook
Vor wenigen Wochen hat Felix Magath damit angefangen, in Sachen Außendarstellung seine ohnehin starke und authentische Medienpräsenz online zu verstärken. Sein Facebook-Account hat über 150.000 Fans. Auch wenn im Stadion Plakate wehen, auf denen der Facebook-Like-Daumen mit der Aufschrift "Felix: Gefällt uns nicht mehr" auf kritische Stimmen aus Fan-Kreisen hinweist, so profitiert der Trainerfuchs doch sehr wohl von der weltgrößten Social Media Plattform. Denn mit aktuellen Einträgen nach Spielen, in denen er beispielsweise auch Schiedsrichterentscheidungen kommentiert und kurze, eher oberflächliche Analysen postet, gewinnt er die Gunst der Fans. Für solche Äußerungen auf Facebook gibt es dann schon einmal über 9.000 Kommentare und 3.000 "Gefällt mir"-Äußerungen.

Gewinnt Magath das Gespräch unter Männern?
Felix Magath zeigt durch seine vorbildliche Nutzung des sozialen Netzwerks Fan-Nähe und betreibt gleichzeitig Krisenmanagement. Und 168.500 Online-Freunde bzw. Fans könnten es dem Aufsichtsrat durchaus erschweren, Felix Magath zu entlassen. Medieninformationen, wonach der Teammanager des FC Schalke 04 schon entlassen ist, stimmen augenscheinlich nicht. Denn weder Magath weiß von seiner Entlassung, noch steht seine Position nach SID-Informationen auf der Tagesordnung der nächsten Aufsichtsratssitzung. Am Wochenende gibt es allerdings ein "Gespräch unter Männern" zwischen Magath und seinem Boss Tönnies. Trainiert Magath am Montag weiterhin die Schalker Kicker, hat er den verbalen, internen Boxkampf mit Tönnies zumindest nicht nach K.O. verloren.

Quellen: socialnetworkstrategien.de, spiegel.de und rp-online.de und SID.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.