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Nach dem Abschied...und an den Bergen hing die Nacht.

Der Abend wiegte schon die Erde...
Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde!
Es war getan fast eh' gedacht;
Der Abend wiegte schon die Erde,
Und an den Bergen hing die Nacht:
Schon stand im Nebelkleid die Eiche,
Ein aufgetürmter Riese, da,
Wo Finsternis aus dem Gesträuche
Mit hundert schwarzen Augen sah.

Der Mond von einem Wolkenhügel
Sah kläglich aus dem Duft hervor,
Die Winde schwangen leise Flügel,
Umsaus'ten schauerlich mein Ohr;
Die Nacht schuf tausend Ungeheuer;
Doch frisch und fröhlich war mein Mut:
In meinen Adern welches Feuer!
In meinem Herzen welche Glut!

Dich sah ich, und die milde Freude
Floß von dem süßen Blick auf mich;
Ganz war mein Herz an deiner Seite,
Und jeder Atemzug für dich.
Ein rosenfarbnes Frühlingswetter
Umgab das liebliche Gesicht,
Und Zärtlichkeit für mich - Ihr Götter!
Ich hofft'es, ich verdient' es nicht!

Doch ach! schon mit der Morgensonne
Verengt der Abschied mir das Herz:
In deinen Küssen, welche Wonne!
In deinem Auge, welcher Schmerz!
Ich ging, du standst und sahst zur Erden,
Und sahst mir nach mit nassem Blick:
Und doch, welch Glück geliebt zu werden!
Und lieben, Götter, welch ein Glück!         

(Johann Wolfgang von Goethe...Willkomm und Abschied)
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6 Kommentare
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Romi Romberg aus Berlin | 17.08.2017 | 00:16  
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Silke Dokter aus Erfurt | 17.08.2017 | 07:29  
1.257
Andrea von der Leine aus Laatzen | 17.08.2017 | 20:55  
2.257
Silke Dokter aus Erfurt | 27.08.2017 | 11:19  
4.357
Romi Romberg aus Berlin | 27.08.2017 | 11:59  
2.257
Silke Dokter aus Erfurt | 01.09.2017 | 22:07  
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