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Mensch Meier...

Mensch Meier
Wenn die Politiker (innen) lauthals und vollmundig ihre Versprechungen vor der Wahl dem Volke aufdrücken und meistens nicht halten können, erinnert mich das an einen "Herrn Meier".

Was hat das mit einem "Herrn Meier" zu tun, werden Sie jetzt fragen, liebe myheimatler sowie Leserinnen-und Leser. Hierzu eine kleine Passage aus dem Buch "Was das Leben sich erlaubt" von Hardy Krüger :

Hardy Krüger saß im Dezember 1941 in der S-Bahn in Berlin. Mit dem Rücken zu ihm saßen zwei Männer, die sich über den Luftangriff der Engländer am 7.November auf Berlin unterhielten. Ich zitiere aus dem Buch :

"Über hundert Maschinen sollen das gewesen sein", hörte ich einen der beiden leise sagen.

"Ja, gewaltig", meinte der andere. "Aber viele davon wurden abgeschossen."

Dann schwiegen sie ein wenig. Jedenfalls so lange, bis der mit dem Satz über hundert Maschinen lachen mußte.

"Was gibt's zu lachen?", wurde er gefragt

"Ich bin gestern an einem Haus vorbeigekommen, das mich an Hermann Göring hat denken lassen", kam die Antwort.

"An Göring?"

"So ist es", bestätigte sein Freund. "Es war ein Mietshaus. Drei oder vier Stockwerke hoch."

Der andere schwieg.

"Die Hälfte des Gebäudes lag in Trümmern. Bei dem letzten Angriff der Tommys ist das wohl passiert."

"Na gut. Und?".

"Die andere Hälfte stand."

Man hörte, wie sein Freund ein Feuerzeug aufschnappen ließ.
"Im Parterre links konnte ich den Teil eines Badezimmers sehen. Und habe an Göring denken müssen".

Der elegante neben ihm blies hörbar den Zigarettenrauch aus. "Es wird Zeit , dass du mir mal erzählst, warum".

"Kannst du dich noch an eine Rede von Göring erinnern, die aus dem Radio kam? Gleich zu Anfang des Krieges ist das gewesen. Eine Rede, die zum Lachen war".

"Du meinst die, als er sagte, ob und wann und warum er sich einen neuen Namen geben würde?".

"Genau", kicherte der andere. Ich spürte, wie er sich hinter mir aufrichtete. Gerade so, als würde er eine Rede halten wollen. Und die Rede kam.

"Volksgenossen und Genossinen!", ging es los. "Ich will Meier heißen, wenn auch nur ein einziges feindliches Flugzeug in den Luftraum über der Reichshauptstadt kommt."

"Ja, Fällt mir wieder ein. So was dämliches hat er gesagt." Der Mann lachte stoßweise. "Aber was hat das mit dem zerbombten Badezimmer zu tun?".

"Vor das Klo hatte der ausgebombte Mieter einen großen Karton gestellt und auf die Pappe mit Ölfarbe ein Gedicht geschrieben." Und dann sagte er es auf :

Hier hab ick zwanzig Jahre lang jeschissen.

Denn ha'm die Tommys mir rausjeschmissen.

Und würde Hermann nich Meier heißen,

denn könnt' ick hier noch länga scheißen.

Der Mann mit dem abgehackten Lachen war nicht zu bremsen durch den Freund. Sein Lachen wurde laut. Ich stimmte recht laut mit ein. Weil das Gedicht doch ziemlich komisch war. Das wollte ich den beiden sagen und drehte mich zu ihnen um. Was ich sah, war dies: derjenige, der von dem Klo und dem Gedicht erzählt hatte, deckte des Freundes Lachen mit beiden Händen zu.

Ich gebe zu, ein makaberes Beispiel aus einer schlimmen Zeit. Es herrschte Krieg, heißer Krieg. Endloses Leid.
Danach kam der kalte Krieg.
Als DDR-Bürger hatten wir nach der Wende die Hoffnung, dass der kalte Krieg nun endlich beendet ist.
Aber was sehen wir jetzt? Neuerliche Hetze von West nach Ost und Ost nach West.

Die Konfrontation der "Religionen" in Vorderasien, insbesondere in Syrien.

Mutmaßliche!! ( wie in der Tagesschau heute früh gesagt wurde) Chemiewaffeneinsätze in Syrien, von wem auch immer. Indizien reichen aus, um präzise ( wie ein ehemaliger Nato-General bei "Hart aber Fair" sagte) Gegenschläge zu starten.

Wow !! Jetzt werden Gegner präzise getötet. Welch ein Fortschritt der Menschheit.

Und dann : "Nach den Luftschlägen der USA, Großbritannien und Frankreich in Syrien als "Reaktion" auf den jüngsten (mutmaßlichen) Giftgas-Angriff? des Assad-Regimes? setzen die Regierungen nun auf eine politische Lösung des Krieges".

Wow !!
Wie schizophren ist das. Erst bomben, dann verhandeln...

Ich will "Meier" heißen, wenn sich die Mächtigen dieser Welt endlich ihrer Verantwortung bewußt werden und diesen schon perversen Zustand beenden. Die Völker der Welt wollen keine Kriege...

Aber ich werde meinen schönen Namen wohl noch lange behalten müssen...

Mensch Meier.
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1 Kommentar
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Silke Dokter aus Erfurt | 19.04.2018 | 09:22  
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