"Quarkstollen" von der Karteikarte – eigentlich nach dem Rezept meiner Mutti

Festtagsstollen
Als ich geheiratet hatte und mit Sabine eine Familie gründete, von daheim auszog und wir in Gotha unser Zuhause einrichteten, gab uns meine Mutti ihr Quarkstollen-Rezept mit.
So prima das auch gewesen sein mag, hatten wir und konnten nun . . . aber für mich war das nix, da fand ich mich nicht zurecht und schon gar nicht praktisch durch.

Da kam die Leidenschaft meiner Sabine zum tragen, die für ihren Unterricht haufenweise Karteikarten beschriftet hatte um sich damit über Jahre hinweg Stundenvorbereitungen effektiver gestalten zu können.

Wie viele andere Rezepte auch, gelangte dies des Quarkstollens auf eine solche Karteikarte (DIN A5). Nun war das Rezept auch „für Männer“ praktisch umsetzbar:
Auf der einen Seite war zu lesen, was alles an Besteck, Tellern, Tassen usw. bereitzustellen sei. Das ist sehr hilfreich, weil dadurch kein noch benötigter Teller aus dem Schrank genommen werden muss, wenn beispielsweise beide Hände irgendwie klebrig sind und sie so eigentlich untauglich fürs Schranktüröffnen im Wege stehen.
Auf der anderen Seite stand, was alles in den Stollen hinein gelangen sollte sowie die Anleitung, was in welcher Reihenfolge durchzuführen sei.

Dadurch wurde es möglich, dass wir drei Männer (unsere Söhne und ich) total selbständig laut Karteikarte die Menge für 4 Quarkstollen herstellten und schließlich die Prozedur zum vollen Erfolg schafften.

Dass die Stollen dann auch noch – wie beabsichtigt – mundeten, ist dem Leser gewiss klar und soll hier nur noch am Rande Erwähnung finden.
Allerdings hatten diese Quarkstollen keinerlei ausreichende Haltbarkeit.
Bevor diese auch nur in einem Mindestmaß erreicht werden konnte – waren sie schon genüsslich verzehrt.

Nun drängele ich mich keineswegs darum, zum Beispiel wieder einmal Quarkstollen herzustellen. Dazu bin ich ja nach unserer Scheidung auch nicht im Besitz einer Karteikartenkopie.
Doch dem göttlichen Geschmack kann ich jedes Jahr erneut schweren Herzens nachtrauern.

So haben wir auch dieses Jahr den vorzüglichen Festtagsstollen der Bäckerei in der Friedrichstraße (um hier keine direkte Werbung zu machen) bestellt / gekauft / uns dem Verzehr hingegeben – des Lobes voll!
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Sabine Presnitz aus Schwabmünchen | 05.12.2020 | 21:34  
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