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Wohin soll das führen ? Ist das bedenklich ?

Viele BürgerReporter können auf zahlreiche Aktivitäten in ihrem Leben verweisen, mit denen sie Gutes schaffen, dafür eintreten oder aktiv unterstützen. Davon zu hören, lesen oder zu sehen ist eine echte Bereicherung und ein Ansporn – so sehe ich das.

Doch das Internetportal ist ja auch ein Diskussionspodium. Gedanken, Meinungen, Ansichten werden in den Raum gestellt und einer Diskussion frei gegeben. Das ist grundsätzlich auch begrüßenswert und nicht selten hilfreich.

Zu oft muss ich feststellen, dass selbst ernste und aktuell anstehende Themen im Laufe einer Diskussion gar keine Rolle mehr spielen. Es werden Formfragen oder Nebensächlichkeiten in den Kommentarmittelpunkt gestellt, Aktivitäten oder Meinungen verhöhnt oder zumindest der Lächerlichkeit preisgegeben.

Ein Beispiel dafür:
Auf „Greta Thunberg“ aufmerksam geworden entwickelte sich eine Dynamik, wirkliches wie auch umgehendes Einschreiten gegen die Klimakatastrophe umzusetzen. Die Jugend griff das auf und reibt es den „Alten“ unter die Nase – verbunden mit dem Vorwurf, zu wenig oder gar nix bislang getan zu haben, um dieser anstehenden Katastrophe wirksam entgegen zu treten. Wissenschaftler unterstützen das Anliegen der Jugend, um die entsprechende Sachlichkeit mit einzubringen.
Das Aufbäumen der Jugend wäre sicher, wie so viele Medienthemen, nach etwa 3-4 Wochen kein Gesprächsthema mehr gewesen, wenn die Jugend nicht Freitag sondern an Wochenenden oder mal da oder dort am Abend auftreten würde. Ein Streik und dann auch noch Freitag!!!

Das Klimathema wird völlig an den Rand gedrängt, weil sich die Diskussionen darauf konzentrieren und gegeneinander geführt werden, was sich die Jugend überhaupt erlaubt, ob Freitagstreiks als Schulschwänzen gewertet werden sollte, bis hin zu Gegenforderungen, dass die Jugend nicht nur fordern sondern auch vorlegen sollte, was und wie zu ändern sei.
Alles scheint gut zu sein, was vom Thema ablenkt und davon, dass die Jugend den „Alten“ einen Spiegel derer unzureichenden Aktivitäten vors Gesicht hält.


Ein weiteres Beispiel:

Der Thüringer Ministerpräsident, Bodo Ramelow, spricht sich dafür aus, eine andere deutsche Nationalhymne zu wählen, angesichts der Tatsache, dass es starke Anzeichen gibt, die erste Strophe des Deutschlandliedes wieder zur Bekräftigung rechten Gedankengutes zu singen.
(„Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt, . . .“)


Natürlich wurde das Deutschlandlied nicht als Hymne für den Faschismus geschrieben aber eben deren erste Strophe in der Nazizeit missbraucht. Freilich hat das Deutschlandlied eine darüber hinaus gehende Tradition. Doch gerade von Rechtsradikalen die erste Strophe im Sinne ihres Gedankengutes ins Rampenlicht der Gegenwart zu holen und (wieder) in alle Welt hinausrufen zu wollen und können, ist meines Erachtens mehr als nur bedenklich.

In diesem Beispiel wird in der Diskussion darauf verwiesen, dass man an den Traditionen des Deutschlandliedes über deren Missbrauch hinweg doch festhalten müsse. Auch sei es nicht verwunderlich, dass gerade der LINKE Ministerpräsident eine andere Nationalhymne in Erwägung ziehe. Wenn sich darüber hinaus auch ewig gestrige DDR-ler eine andere Nationalhymne vorstellen können, zeige das nur, dass sie eben noch immer nicht in der BRD angekommen seien.

Jegliche Diskussion über dieses Thema (wie auch bei vielen anderen) wird schließlich abgewürgt, indem darauf verwiesen wird, dass es doch wohl wesentlichere und echte Probleme gäbe, die es zu diskutieren und lösen gelte.

Fazit:
Ein Thema wird ausgebremst, eine inhaltliche Erörterung erfolgt nicht, praktische Konsequenzen sind somit nicht nötig (nicht zu befürchten). Und sollte es einmal besser sein, Konsequenzen zu ziehen und tatkräftig eine angesprochene Richtung umzusetzen, kann man sich immer noch darauf beziehen, dass man ja nur mitdiskutierte und keineswegs die Zielsetzung negiert habe. Abwertung, Verhöhnung, Verniedlichung, fehlende Sachlichkeit herausgelesen/gehört zu haben weist man in diesem Zusammenhang selbstverständlich weit von sich.
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7 Kommentare
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Hans-Joachim bartz aus Hattingen | 17.05.2019 | 11:06  
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Uwe Zerbst (Thüringen) aus Gotha | 17.05.2019 | 11:08  
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Hans-Joachim bartz aus Hattingen | 17.05.2019 | 11:25  
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Kurt Battermann aus Burgdorf | 17.05.2019 | 11:42  
9.011
CHRISTINE Stapf aus Amöneburg | 17.05.2019 | 12:20  
3.359
Walter Schönheit aus Gräfenthal | 17.05.2019 | 13:43  
11.736
Jost Kremmler aus Potsdam | 19.05.2019 | 21:38  
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