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(Aus meinem Tagebuch:) Heute bereite ich mich auf die Liebe vor

Das kann nur verstanden werden, wenn ich erkläre, dass das Thema meiner Veranstaltung am Montag „Liebeslieder, -gedichte, -geschichten“ lautet. Dieses vorzubereiten, habe ich mir heute vorgenommen.

Einfach! Ganz und gar nicht! Zuerst denkt man an die Liebe zwischen Mann und Frau, die gewiss einen großen Raum einnimmt. Aber auch die Liebe zu Tätigkeiten, Hobbys, Tieren, Pflanzen, fremden Ländern – kurz die Liebe zu allem, was uns beschäftigt und was wir tun, das ist ein großes Thema, welches in anderthalb Stunden nur umrissen werden kann.

Schon stellt sich mir die Frage: Was sollte ich zeigen und was weglassen an Musik, Gedichten, Geschichten und begleitenden bildhaften Darstellungen? Wie bei allen meinen bisherigen Veranstaltungsthemen überkommt mich bei den ersten intensiven Überlegungen eine Beklemmung. So interessant es sein mag, es ist wieder eine Nummer zu groß.

Doch erwartet man denn eine umfassende Darstellung? Möchte man alles hören und sehen? Nein. Die Besucher kommen, um meine Sicht und Anregungen aufzunehmen. Ich möchte in ihnen ein weiteres Interesse wecken und vor allem die Schönheit und Wichtigkeit gerade dieses Themas vor Augen führen. Nun atme ich wieder freier. Jetzt entfaltet sich meine Dynamik und wird das Ziel immer deutlicher.

Sicher ist es schwieriger und Aufwendiger geworden, seit ich die Musik in den PC lade und damit das Hantieren und Titelsuchen auf Schallplatten nicht mehr stört. Auch die (eigenen) Anforderungen an die vorzutragenden Texte werden größer. Sie selbst möglichst mehrfach vorher zu lesen macht sicherer, bedarf aber auch wieder Zeit.

Schließlich die dazu gezeigten Bilder auszuwählen und zu gestalten habe ich zwar erst seit Januar dieses Jahres dazu gepackt, was mich letztlich zur Führung einer Art Regiebuch führte und insgesamt wegen der Koordination mit den beiden anderen Teilen einen erheblichen Mehraufwand darstellt. (Kann es mir ohne Beamer gar nicht mehr vorstellen.)

Hört man da einen Seufzer heraus?! Keineswegs! Alles zusammen würde ich ja nicht machen und anbieten, wenn ich es nicht selbst gerne machen und als harmonisch „notwendige“ Einheit verstehen würde.

Und so wird es wohl werden, dass ich etwas von meiner großen Liebe offenlege, einer Liebe zu dem, was mich umgibt. So viel ist liebenswert und interessant zugleich: Ein kleiner Hund, der eine Blume anbellt. Ein älterer Herr, der einer Frau über die Straße hilft und selbst Hilfe gebrauchen könnte. Ein ferngesteuertes Auto, dem ein Mädel hinterherläuft – begleitet von sehnsüchtigen Blicken eines Jungen. Ein Kastanienbaum, den ich seit gestern ganz anders sehe, seit ich ihn für zwei Sehbehinderte aussuchte, fotografierte und durch diese Bilder eine aus tiefsten Herzen kommende Umarmung geschenkt bekam.

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Im Mai 2008 veranstaltete ich dieses „Musikalisches LiteraturCAFÉ“, einen monatlichen Nachmittag mit Musik, Literatur, Geschichten in Cafè-Stimmung in Gothas Volkssolidarität.
Insgesamt wurden es 100 dieser Veranstaltungen über die Jahre.
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Silke Dokter aus Erfurt | 11.04.2020 | 19:07  
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Constanze Seemann aus Bad Münder am Deister | 11.04.2020 | 19:19  
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Uwe Zerbst (Thüringen) aus Gotha | 11.04.2020 | 20:40  
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