Anzeige

„Ach ging es uns doch gut, als es uns noch schlecht ging!“ / 03

Im Juni wird der Tanzkreis KRISTALL Jena als Kulturgruppe des VEB Carl Zeiss Jena gegründet. (Foto: Internetseite des "Tanzclub Kristall Jena")
Woher dieser Ausspruch kommt, kann man hier nachlesen.
Meine Eltern wollten mir eine sinnvolle Freizeitgestaltung bieten und luden mich 15/16-jährigen ein, beim „Tanzkreis Kristall“ in Jena mitzumachen. Das Interesse an Jugendlichen war groß. Naja, mal ansehen konnte ich das ja.
___________________________________
(006)
Wir Jugendpaar lernten uns dort bei der Übungsstunde im Volkshaus kennen. Natürlich fiel es uns schwer, „Bauch an Bauch“ zu tanzen – waren wir uns doch fremd. So tanzten wir erst mit Luftballon dazwischen und dann Bierdeckel – nun ja, irgendwie gewöhnten wir uns daran und an uns.
Allerdings hatte ich zwei Wochen schmerzhafte Knie, weil wir uns ja noch nicht soweit trauten, die Beine und Oberkörper entsprechend zurück zu nehmen, dass wir uns beim Tanzen nicht ständig verhakten. Auch das gab sich.
Das Turniertanzen machte zusehends Spaß. Es war eine reine Freude, die Tanzfläche in ihrer ganzen Tiefe schnell zu durchtanzen und dabei auch noch in Körperhaltung und (am wichtigsten) den Tanzschritten immer mehr Fortschritte zu machen.

Als der „Tanzkreis Kristall“ die ersten Formationsmeisterschaften der DDR im Jenaer Volkshaus austragen durfte, durfte ich auch am Einstudieren der Tanzkreis-Formation auf der Burg Ranis (bei Pößneck) teilnehmen und im Vorprogramm mittanzen. Inzwischen hatte ich schon die dritte Tanzpartnerin.
Als ich mich für die Teilnahme an den Arbeiterfestspielen in Frankfurt/Oder qualifiziert hatte, war das ein besonderes Erlebnis. Allerdings wurde ich mit meiner wieder neuen Tanzpartnerin 15-ter von 16 Tanzpaaren. Der Wertungsrichter sprach zu uns, dass wir durchaus unter den ersten drei Paaren hätten sein können, was das Tanzen anbelangte, aber wir nebenbei geplaudert hatten – ein Gespräch von zuvor nur zu Ende führen wollten, - was nun gar nicht ging.

Mit meiner siebenten Tanzpartnerin gelang es schließlich, mehrere Turniere (der untersten Leistungsklasse) mitzutanzen und sogar zu gewinnen. Es lief einfach wunderbar und machte neben den Erfolgen riesigen Spaß!
Mit 22 Jahren hörte ich mit Turniertanz auf. Sieben Tanzpartnerinnen – eine stolze Zahl – und fast alle hörten auf, weil sie ein Kind bekamen. (NEIN! Ich war daran nie beteiligt!)

Es waren Jahre voller Freude für mich am Tanzen und auch daran, beim Vortanzen oder bei Turnieren mit dem Können anderen Menschen ebenfalls Freude zu bereiten – ganz abgesehen von der guten Atmosphäre im „Tanzkreis Kristall“! Ein anspruchsvoller und prägender Zeitvertreib, wie man ihn Jugendlichen nur wünschen konnte und auch heute kann!
2
Diesen Mitgliedern gefällt das:
2 Kommentare
16.246
Karl-Heinz Mücke aus Pattensen | 28.07.2017 | 11:11  
7.885
Uwe Zerbst (Thüringen) aus Gotha | 28.07.2017 | 11:48  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.