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„Ach ging es uns doch gut, als es uns noch schlecht ging!“ / 02

Woher dieser Ausspruch kommt, kann man  hier nachlesen.
Ich kenne es gar nicht anders, war alle Kinderjahre im SommerFerienlager der „Friedrich Schiller Universität“ an den verschiedensten Orten, erlebte viel, fühlte mich pudelwohl und bin heute noch froh, dass ich diese Gelegenheiten wahrnehmen konnte.

Zweimal war ich so in „Zillbach“ (Schwallungen) in einem damaligen Objekt der Polizei. (Wenn ich den Ort im Internet ansehe, meine ich, dass es das Jagdschloss gewesen sein müsste.)
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(004)
In diesem Ferienlager war die erste Überraschung, dass in unseremGruppenzimmer nach wenigen Tagen eine regelrechte Ameisenstraße war. Als ich sie untersuchte, stellte ich fest, dass sie wohl durch einen Schrank ging. Darin fand ich schließlich eine angerissene Bonbontüte. So klärte sich diese Sache und waren wir bald wieder ameisenfrei.

Einen Wettbewerb im Basteln wollte ich mitmachen. Da gerade stark imGespräch war, dass Raketen in der BRD stationiert wurden, hatte ich mein Thema gefunden: Auf einem Zeichenblockblatt gestaltete ich aus Papier mehrere Raketen, Soldaten
und Fahrzeuge – also „Krieg“, während ich auf einem zweiten Blatt einen
Bauernhof und einer Gruppe Pioniere sowie ein paar Bäumen bastelte – also „Frieden“.
Oh, war ich stolz, einen Preis gewonnen zu haben.

Da kommt mir gleich in den Sinn, wie ich nach der Wende daraufangesprochen wurde, dass wir als Kinder doch massiv politisch in der DDR beeinflusst wurden. Und als ich als kleines Gegenstück eines der mir wunderschönen Heimatlieder vorsang „Unsre Heimat, das sind nicht nur die Städte und Dörfer . . .“ lauschten mir alle zuerst erstaunt, bis zu dem Abschluss „.. . und wir schützen sie, weil sie dem Volke gehört . . .“ – siehste (!) doch
politisch und militant dazu!


Mit der Polizei erlebten wir wunderbare Wanderungen, ein sagenhaftesGeländespiel (welches ich für später selbst gestaltete zum Vorbild nahm), durften bei einer Feuerwehrvorführung auch ein Feuer ausspritzen (zu viert an der Spritze, weil sie sonst nicht zu halten war) und erfuhren von den zahlreichen Aufgaben der Polizei. Ein hoch interessantes, begeisterndes und wunderschönes Ferienlager!
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(005)
Ein anderes Mal wurde im Radio aufgerufen, Altpapier / Gläser /Flaschen / Altstoffe zu sammeln. Zu den fleißigsten Sammlern würde ein Kobold (leider weiß ich nicht mehr, wie diese Figur hieß) kommen.
Nun war die Gelegenheit für uns Ferienlagerkinder ja nicht gerade groß, eine erfolgreich
große Sammlung durchzuführen. Dennoch versuchten wir im Ort Einiges.

Da kam mir eine Idee!
Als wir beim gemeinsamen Frühstück im Speisesaal saßen, guckte plötzlich oben unter der Gardine der Kobold hervor. Als er bemerkt wurde, war er wieder weg. War er es oder doch nicht! Laut wurde diskutiert – bald war wieder Ruhe.
Da zeigte sich der Kobold erneut, wurde schnell gesehen – war aber ebenso fix wieder weg.
Lange nach dem Frühstück wurde noch diskutiert.

Was war da los?
Ich hatte den Kobold heimlich aus Papier gebastelt und mit einem langen Faden unter der einen Übergardine aufgehängt. Davor auf dem Stuhl sitzend konnte ich den Faden lang werden lassen, so dass sich der Kobold zeigte.
Erst Tage später kam ein Mädchen zu mir und sagte mir auf den Kopf zu, dass ich da wohl was gemacht habe.

Auch denke ich gerade daran, dass wir durch die Erzieherinnen aufgefordert wurden, eine Postkarte an die Eltern zu schreiben – den Text erst zur Probe auf Papier und dann auf die Postkarte. Das habe ich auch in späteren Jahren so erlebt.
Erst fand ich es belastend, weil so schöne Freizeit gekürzt wurde. Aber gut war es doch, weil wir das Schreiben übten und die Postkarte auch beruhigend für die Familie war.
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4 Kommentare
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Constanze Seemann aus Bad Münder am Deister | 26.07.2017 | 20:53  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 26.07.2017 | 23:27  
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Uwe Zerbst (Thüringen) aus Gotha | 27.07.2017 | 09:45  
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Constanze Seemann aus Bad Münder am Deister | 27.07.2017 | 11:00  
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