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Moderner Strafvollzug!? Nicht in der JVA Rosdorf.

Göttingen: JVA | Die Außendarstellung der JVA Rosdorf durch Ihre Anstaltsleitung war in den letzten Jahren stets darauf ausgerichtet, die JVA Rosdorf als erfolgreiches Beispiel für einen modernen Strafvollzug darzustellen.
Die Realität sieht leider anders aus. Insassen werden in der Regel keine Lockerungen gewährt, obwohl diese kurz vor der Entlassung stehen. Dies sieht der Gesetzgeber in den letzten drei Monaten vor der Haftentlassung allerdings vor. Der Gesetzgeber hatte dabei im Sinn, dass Häftlinge sich bereits kurz vor der Haftentlassung um Arbeit bemühen oder sich eine Wohnung suchen können. Die Insassen sollen nicht ganz bei Null anfangen müssen.

Die JVA Rosdorf sieht dies anscheinend anders und legt die Gesetze dementsprechend aus. Es wird sich in der Regel auf einen reinen Wegsperrvollzug beschränkt, wie man ihn z.B. aus den USA kennt. Insassen werden darauf verwiesen, dass es ja Obdachlosenunterkünfte wie z.B. „Kontakt in Krisen“ etc. gebe, die man unmittelbar nach der Haftentlassung aufsuchen könne. Eine vorherige Wohnungssuche wird lediglich in absoluten Ausnahmefällen zugelassen. Dabei sollte dies aber die Regel sein.

Mir ist ein Einzelfall bekannt, wo es einem Häftling verwehrt worden ist, vier Tage vor seiner Haftentlassung ein Wochenende frei zu bekommen, um sich zum einen eine Wohnung zu suchen, und zum anderen als Taufpate bei der Taufe seiner einzigen Nichte zu fungieren. Am selbigen Tag hätte auch die Hochzeit seines Bruders stattgefunden an der er ebenfalls nicht teilnehmen konnte.
Wie so eine Resozialisierung stattfinden soll, bleibt das Geheimnis der Anstaltsleiterin und Ihres Teams. Immerhin würde der Häftling durch eine Patenschaft in eine soziale Verantwortung genommen werden, die einer Resozialisierung nur förderlich sein kann.

Schade, dass die Verantwortung für eine Haftanstalt in die Hände von Leuten gegeben wird, denen es anscheinend nicht möglich ist, den Häftlingen auch nur das geringste Vertrauen entgegen-zubringen.
Dieses Vertrauen ist notwendig, um einen modernen Strafvollzug zu gewährleisten.
Eine solche Handhabe des Strafvollzuges ist antiquiert und wird den Strafvollzugszielen im Sinne des NJVollzG nicht gerecht.
Bleibt nur zu hoffen, dass sich diese Handhabe unter einer anderen Anstaltsleitung ändern wird.
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