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Neujahrsempfang und Sportlerehrung

Brigitte Zorn (Mitte), die neue Trägerin der Bürgermedaille in Bronze, und Benjamin Hiller mit dem bundesweit besten Prüfungsergebnis genossen beim Neujahrsempfang sichtlich die Aufmerksam- und Dankbarkeit von Bürgermeisterin Helga Fleischer (links) und ihren Stellvertretern Hans-Jürgen Schwartling und Margarete Königer.
 
Erfolgreiche Sportler sind ein Aushängeschild für Gemeinde und Region. Landrat Florian Töpper (links) sowie Bürgermeisterin Helga Fleischer (vierte von rechts) und ihre Vertreter Margarete Königer und Hans-Jürgen Schwartling freuten sich beim Neujahrsempfang mit den erfolgreichsten Gochsheimer Sportlern (von links nach rechts): Olav Bertling, Michael Stöhlein, Bernhard Schmitt, Pascal Niestroj, Florian Fiedler, Dennis Bertling, René Steinkopf, Klaus Dieter Weigand und Heinz Winkelmann.
Gochsheim: Fritz-Zeilein-Halle | Herausragende Leistungen zu würdigen bedarf es eines herausragenden Rahmens. Bürgermeisterin Helga Fleischer bot diesen für zwei Einwohner ihrer Gemeinde in Form des Neujahrsempfangs. Die Frage, was man für andere oder die Gemeinschaft tun kann, werde doch eher selten gestellt, konstatierte sie eine viel verbreitete Einstellung. Brigitte Zorn allerdings zeige einen Einsatz für die Gemeinschaft, die weit über das normale Maß hinausgehe. Zorns unermüdliches ehrenamtliches Wirken habe 1974 mit dem Eintritt in die Bürgerliche Schützengesellschaft (BSG) Gochsheim. Von Anfang an habe sie erfolgreich an Rundenwettkämpfen sowie an Gau- und Bezirksmeisterschaften teilgenommen. Ab 1994 habe sie als erste Schützenmeisterin für 23 Jahre den Vorsitz in der BSG übernommen, zwischendurch von 2006 bis 2008 in Personalunion auch die Leitung der sportlichen Aktivitäten. Auch als Ehrenmitglied sei sie jetzt immer noch zur Stelle, wenn Hilfe gebraucht werde. Die Bürgermeisterin verlieh ihr namens des Gemeinderats dafür die Bürgemedaille in Bronze. Davon ist Benjamin Hiller noch ein gutes Stück entfernt. Er hatte 2017 seiner Heimatgemeinde mit der bayern- und bundesweit besten Abschlussprüfung weit über die Grenzen der Region hinaus Ehre gemacht. Der Auszubildende zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik bei einer oberfränkischen Firma in Rehau hatte einen Prüfungsdurchschnitt von 97 von 100 Punkten erreicht. Dafür erhielt er Ehrungen in Hof und Berlin und jetzt auch in seiner Heimat. Fleischer stellte in ihrer Rede das gemeindliche Handeln in den Mittelpunkt. Die Verwaltung handele nicht, um Geld zu verdienen, sondern um der „Bürgerschaft bestmöglichen Service im Rahmen der kommunalen Aufgabenerfüllung zu bieten“. Letztendlich gehe es um den verantwortlichen Umgang mit den anvertrauten Steuergeldern und Gebühren. „Unsere Gemeinde ist mehr als eine Ansammlung von Straßen, Häuser und Plätzen“, rief sie aus. Die Kommune bildeten vielmehr die Menschen, „jung und alt, mit und ohne deutschen Pass“. Es lohne sich, bürgerschaftliches Engagement zu fördern und zu fordern. Nicht um gemeindliches Geld zu sparen, sondern um eine lebendige, aktive und menschliche Gemeinde zu haben, sei es wünschenswert, dass sich die Bürgerinnen und Bürger einbrächten. Gochsheim erfülle seine Zukunftsaufgaben aber auch als Wettbewerber um Investoren. Die Globalisierung bringe neue Wettbewerbschancen auch für Städte und Gemeinden, die im Wettstreit um Investitionen und Arbeitsplätze stünden. Standortfaktoren seien Infrastruktur, Einkaufsmöglichkeiten, Hotelerie und Gastronomie sowie eine gute Verkehrsanbindung. Aber auch die Mitarbeiterschaft, das Bildungsangebot, die Kultur, der Sport, das Wohnen, die Umweltbedingungen ebenso wie Sicherheit und soziales Klima bräuchten Qualität. Landrat Florian Töpper spannte den von Fleischer begonnenen Bogen im Landkreis weiter. Erstmals über 24000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse zeugten von den wirtschaftlichen Erfolgen. Diese ermöglichten es, die Kreisumlage um vier Punkte zu senken auf einen der niedrigsten Hebesätze in ganz Bayern. Töpper wollte aber auch noch etwas anderes loswerden. Er betrachtete die Schwierigkeiten bei der Regierungsbildung auch als Ausfluss aus dem Wahlergebnis. Er weigere sich, einen „zweistelligen Teil der Wähler in eine extremistische Ecke zu stellen“. „Wir müssen wohl mehr miteinander reden“, sah er eine wichtige Aufgabe der Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft. Er danke Gochsheim und den anderen Gemeinden für die Flüchtlingsaufnahme, beschloss er seine Grußworte. Für Auflockerung und die Überleitung in die Sportlerehrung sorgten die Purzel- und die aktive Garde des Gochsheimer Carnevals Clubs mit ihren Tänzen.

Heinz Winkelmann ist 83 Jahre alt. Bei der Sportlerehrung der Gemeinde war er der Höhepunkt, auf den die Veranstaltung stetig zusteuerte. Als Bürgermeisterin Helga Fleischer den Grund für seine Ehrung nannte, brandete begeisterter Applaus auf. Denn der hochgewachsene, drahtige Senior ist amtierender Fahrradweltmeister im Zeitfahren. Die 20 Kilometer absolviert er regelmäßig in einer Zeit, für die ein 30 bis 40 Jahre jüngerer aktiver Freizeitradler hart an seine Grenzen kommt. In einem Alter, in dem die allermeisten schon längst auf ein E-Bike gewechselt sind, sind es alleine seine Muskeln, die für Vortrieb sorgen. Selbstbewusst ist er auch. Mit einem lockeren: „Vielleicht sieht man sich ja nächstes Jahr wieder“, kündigte er an, dass er noch nicht ans Aufhören denkt. Fleischer hatte davor in ihrer Rede zur Sportlerehrung darauf hingewiesen, dass es eine „ungeheure Vielfalt an Disziplinen“ sei, die den Sport auszeichne. Die Ehrung herausragender sportlicher Leistungen demonstriere wie viele Facetten der Sport aufweise und nicht nur aus „Fußball, Tennis, Motorsport und Springreiten bestehe, die besonders medienwirksam“ seien. Dass es in vielen Bereichen nicht möglich ist, vom Sport zu leben, wissen auch Olaf und Dennis Bertling. Sie betreiben Kickboxen. Und zwar in einer Perfektion, die beiden die Nominierung in der Nationalmannschaft und die Teilnahme bei der Weltmeisterschaft 2017 in Irland eingebracht hatte. Alleine – berufliche Gründe hinderten sie an der Teilnahme. So hatten Vater Olaf „nur“ eine Baden-württembergische Meisterschaft und der vom Vater trainierte Sohn Dennis zweite und dritte Plätze bei den Baden-Württembergischen, der Internationalen Deutschen und beim Weltcup im österreichischen Bregenz bei der Ehrung in ihren Portfolios. Stark vertreten waren die Schützen der Bürgerlichen Schützengesellschaft (BSG). Die Leistungen von Dauergast Klaus Dieter Weigand vollständig vorzutragen, machte Fleischer nicht wenig Arbeit. In vielen Disziplinen mit Zimmerstutzen, Kleinkalibergewehr, Luftgewehr und Armbrust holte der Tausendsassa Vizetitel bei Welt- und Deutschen und Bayerischen Meisterschaften und räumte bei Bezirks- und Gauwettbewerben bei 15 Starts alle Titel ab. Mit Michael Stöhlein, René Steinkopf, Florian Fiedler und Bernhard Schmitt hat die Bogenabteilung der BSG weitere Bayerische Meister in ihren Reihen. Für das erste „Hallo“ aber hatte mit Pascal Niestroj der Jüngste gesorgt. Mit seinem Langbogen darf er sich bereits „Gaumeister“ bei den Schülern nennen, bei der „Bayerischen“ holte er bei den U14 – so alt ist er noch lange nicht – den Vizetitel, auf der Deutschen Meisterschaft platzierte er sich in der gleichen Altersklasse auf dem fünften Rang. Eine Bayerische Meisterin, Verena Stahl, die mit ihrem Blankbogen für den Schützenverein Grafenrheinfeld starte, fehle, bedauerte Fleischer. Sie sagte zu, dass die Ehrung nachgeholt wird. Insgesamt durfte die Bürgermeisterin 87 Sportler, Betreuer und Funktionäre auszeichnen, die mit ihren Leistungen als Botschafter ihrer Gemeinde in Erscheinung getreten waren. Fleischer betonte, dass es aber nicht allein die Siege seien, die den Sport ausmachten. „Zu den wichtigsten gesellschaftspolitischen Leistungen zählt die soziale Integration unterschiedlicher Gruppen und Schichten“, sagte sie. Im Verein und in der Mannschaft lerne man, sich anzupassen, aber auch sich zu behaupten, mit Sieg und Niederlage umzugehen, Regeln anzuerkennen und einzuhalten, Rücksicht zu nehmen und sich dennoch durchzusetzen und den Gegner zu achten.

Insgesamt ehrte die Gemeinde beim diesjährigen Neujahrsempfang 87 Sportler, Betreuer und Funktionäre:
TSV Gochsheim: Sebastian Hawelka, Fine Kürschner, Martin Schmidt, Aeneas Sziegel, Kenny Schmitt, Lukas Zorn, Kiara Kritzner, Sara Matl, Alexandra Stefanis, Veronika Neufeld, Jana Lauber, Gaby Pfister, Michael Müller Anna Müller, Johanna Heimrich, Martina Müller, Kerstin Feser, Jason Hümpfer, Michael Pfister, die Fußball-Seniorenmannschaft, Thomas Frackenpohl und Bernd Friedel;
Tennisclub 77 e.V. Gochsheim: Mannschaft „Herren 50“ mit Mannschaftsführer Klaus Binder und Vorsitzender Thomas Clemens;
Bürgerliche Schützengesellschaft Gochsheim: 2. Luftgewehrmannschaft, Pascal Niestroj, Bernhard Schmitt, Florian Fiedler, René Steinkopf, Michael Stöhlein, Bernd Hensel, Eberhard Schlereth, Thorstn Lukoszus, Martin Buda, Heike Grund, Stefan Flachsenberger, Jürgen Meder, Rudi Finger, Felix Schneider, Klaus Dieter Weigand, Peter Stadler und Walter Kupfer;
Einzelsportler: Verena Stahl, Olaf und Dennis Bertling und Heinz Winkelmann.
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