Anzeige

SCHNEEGLÖCKCHEN: SYMMETRIEN-Wandel der Frühblüher – Mutationen

SG-Liebhaber unter den Lesern meines Artikels werden vielleicht aufmerksamer ihre Schneeglöckchen im heimischen Garten beobachten – und möglicherweise auf Mutationen stoßen! Schön wenn ich unterrichtet würde. a&s-Bild.
 
Bildtafel zum Schneeglöckchen. Quelle wikipedia.
 
Schnee-Glöckchen - Weiß-Röckchen. Siehe zum Bild im EPILOG: Gedicht/Lied-Mutante W.H.
     
Schneeglöckchen-Blütenmutanten: Durch gesetzmäßige Asymmetrisation/Symmetrisation lassen sich Blütenteile transformieren: 2- und 4-zählig. Siehe Artikeltext. Abb. 3 aus EST-Beitrag.
 
Die Glöckchen von „Mrs. Tompson“ haben innen und außen je fünf Blütenblättchen - statt der üblichen zwei mal drei. Siehe dazu meine Entdeckungen im Text. 2-, 4- und 5-zählig symmetrische Mutanten lassen sich erklären. a&s-Bild.
 
Farbtafel 1 meines Symmetriewerks (1989/1998): j-n SG-Doppelblüte, di- und tetrasymmetrische Mutanten;n=4gliedrige Mutante, gefülltblühend. Links: Iris-Blüten mutiert: 2-, 4-, 5-gliedrig.
  Schneeglöckchen kling, Frühling uns bring, bring uns den Sonnenschein, wacht auf ihr Blümelein (…)

Zu den zeitigsten Frühjahrsboten im Jahr zählt das Schneeglöckchen. Die beliebten Pflanzen, denen man Lieder wie das Volkslied oben und Gedichte gewidmet hat, zieren viele Gärten. Die Schneeglöckchen entfalten nun wieder durch Eis und Schnee hindurch ihre Blüten. Dazu ein Gedicht „Schneeglöckchen Weißröckchen“ zum Singen – weiter unten (Epilog). Wer kennt sie nicht, die duftenden, zwittrigen und radiärsymmetrischen Schneeglöckchen-Blüten: Als mehrjährige Frühlingsboten besitzen die Frühblüher Zwiebeln als Überdauerungsorgane. Mit Brutzwiebeln – die eine Horstbildung bewirken - und durch Insekten-Bestäubung, vermehren sich die Schneeglöckchen (SG). Da der Blütenstiel der SG-„Weißröckchen“ (snowdrops) schwach gebaut ist, senken sich die Blüten-Stiele und nicken. Die auch „Milchblumen“ (von gála=Milch,ánthos=Blüte) bezeichneten Blütenpflanzen („Weißglatze“ und „Weiße Jungfrau“ nennt man die giftigen SG auch(1)) tragen normalerweise 3-zählige RADIÄR-symmetrisch gebaute, glöckchenartige Blüten. Dass diese Blüten in 2-, 4-und 5-zählige radiäre SYMMETRIEN mutieren können, ist wenig bekannt. Für das Mutations-Geschehen der EVOLUTION des Pflanzenreiches handelt es sich beim SG um einen wichtigen, lebenden Mutations-Lieferanten. Nicht nur Galanthophile sollten die Mutations-Faktoren kennen.

Am häufigsten trifft man in hiesigen Gartenanlagen das einheimische Schneeglöckchen an: „Galanthus nivalis“. Von ihm sind zahlreiche Sorten gezüchtet worden, die teilweise sehr klangvolle Namen haben. Die Gattung Galanthus umfasst bis zu 20 Arten, die von Westeuropa bis in den Iran verbreitet sind. Im Handel erhältlich sind zumeist aber nur wenige Varietäten. Meine Bildergalerie stellt Mutationen vor. Es gibt Arten des Schneeglöckchens, die auch im Herbst blühen. Zu den vielen Arten siehe Wikipedia (Namen & Links): http://de.wikipedia.org/wiki/Schneegl%C3%B6ckchen. Weiter unten ergänzende Links, die zu mehr Bildmaterial verhelfen.

Bevor wir uns ausführlicher mit dem Bau der SG-Blüten befassen, sei vorausgeschickt, dass es sich bei ihnen um Strukturen handelt, die der sexuellen Fortpflanzung dienen. Dabei entstehen als Endprodukt Samen. Die Blütenpflanzen werden daher auch Samenpflanzen (Spermatophyta) genannt. In der Schule lernte man vielleicht etwas über die Mannigfaltigkeit der durch Symmetrien geprägten Samenpflanzen-Blütenformen. Es ist sicher auch bekannt, dass die Merkmale Blütengestalt, Farbe und Duft im Verlauf der Evolution in Anpassung an bestimmte Bestäuber - Insekten: Bienen, Hummeln. Schmetterlinge, Fliegen u.a., Vögel: Kolibris, Honigvögel u.a. - entstanden sind. Wind-Bestäuber tragen auch radiärsymmetrische und bunte Blüten-Formen; sie haben aber eher unauffällige Blüten.

An einer meist stark gestauchten Blütenachse sind beim Schneeglöckchen in wirteliger Anordnung in mehreren Kreisen (Wirteln) übereinander (Blüten)-Blatt-Organe angeordnet. Diese heben sich in ihrem Aussehen und ihrer Funktion deutlich von den übrigen (Laub-) Blättern ab.
Meine Bilder-Galerie-Lehrtafeln geben das Folgende zu erkennen: Von unten nach oben (bzw. von außen nach innen) fortschreitend, unterscheidet man bei einer BLÜTE zwischen einem meist unscheinbar gefärbten Kelch (Calyx, aus Sepalen bestehend – fehlt beim Schneeglöckchen!) und der meist auffällig gefärbten Blumenkrone (Corolla, aus Petalen). Hinzu kommen die Staubblätter (Stamina) und schließlich das Fruchtblatt (Karpell). Kelch und Blumenkrone bilden zusammen die Blütenhülle (das Perianth). Da den Schneeglöckchen ein Kelch fehlt, spricht der Botaniker hier von einer einfachen Blütenhülle (Perigon). Fehlt die Blütenhülle ganz, spricht man von nackter Blüte. Solche Blüten sind für windbestäubte Arten typisch.

Die Gesamtheit der Staubblätter (männliche Fortpflanzungs-Organe – dreizählig beim Schneeglöckchen/SG) bezeichnet man als Androeceum. Die der Fruchtblätter (weibliche Fortpflanzungsorgane. – dreizählig beim SG) wird vom Botaniker Gynoeceum genannt. Die Blüten-Krone übernimmt in der Regel die Schau-Funktion - d.h. die Anlockung der Bestäuber;s.o.). Beim SG können die Bestäuber Schmetterlinge sein.

Zur auffälligen Blüten-SYMMETRIE der Schneeglöckchen

Ursprünglich sind alle Blütenorgane bei Blütenpflanzen in einer engen Schraube angeordnet gewesen; vgl. z.B. die Anemone.. Diese Blüten zeigen streng genommen eigentlich eine ASYMMETRIE. Sie werden aber in den Bestimmungs-Büchern zu den aktinomorphen oder strahligen Blüten gestellt, die eine RADIÄR-Symmetrie zeigen. Gekennzeichnet sind radiär-symmetrische Blüten durch die Anordnung ihrer Blütenorgane auf Wirteln (in Blütenkreisen). Hierbei sind alle Organe innerhalb eines Wirtels gleichgestaltet (!). Und jeder Wirtel weist die gleiche Zahl (!) von Organen aufweist. Die Zahlen drei, vier und fünf sind sehr häufig. In ars-evolutoria-Farbklängen habe ich SGs mutiert dargestellt – mit einer in der Natur derart „unmöglichen“ Farbenverteilung auf die Blütenblätter. Die a&s-Malereien können biologische Sachverhalte – Gesetzlichkeiten zur EVOLUTION – bewusster machen.

Die aufeinander folgenden Wirtel stehen meist auf „Lücke“ (Alternanz-Regel). Durch solche Blüten können zwei oder mehrere SYMMETRIE-Ebenen gelegt werden. Blüten mit nur ZWEI Symmetrie-Ebenen werden manchmal auch als BILATERALe Blüten unterschieden. Weit verbreitet sind Blüten, durch die sich nur noch EINE Symmetrie-Ebene legen lässt. Diese als besonders abgeleitet geltenden Blüten nennt man als MONO-symmetrisch oder dorsiventral und zygomorph. Beispiele hierfür findet man beim Stiefmütterchen (Viola) oder bei den Lippenblüten der Lippenblütler (Lamiaceae).

Wie bei so genannten „Einkeimblättrigen“ üblich (mit parallelnervigen – nicht netznervigen - Laubblättern, siehe Lehrbücher, googeln) besteht die „NORMALE“ radiärsymmetrische Schneeglöckchenblüte aus DREI-zähligen Blütenblatt-Kreisen; vgl. meine Blütendiagramme in der Lehrtafel zum Mutieren. Die Blütenhülle besteht aus drei weißen freien äußeren Blütenhüll-Blättern (in 3 Farben mutiert durch meine evo-devo-art) sowie drei verwachsenen grünlichweißen inneren Blütenhüllblättern. Die drei inneren Blütenhüllblätter sind viel kleiner als die drei äußeren und normalerweise grün gezeichnet. Es gibt Varietäten, die nur die inneren Blütenblätter aufweisen; vgl. Bildergalerie. Die inneren BHB sind das Charakteristikum dieser Gattung.
Inmitten der Blüte des SG stehen die zwei mal drei spitzkegelförmige Staubblätter dicht zusammen. Die drei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen; mit einem weißen Stempel und einer kopfigen Narbe. Die Bestäubung beim SG erfolgt durch Insekten.
Wie gesagt: Der botanische Name Galanthus des SG ist abgeleitet aus den griechischen Wörtern gála für Milch und ánthos für Blüte (s.o. auch zum Trivialname „Milchblume).

Beim SG werden Kapsel-Früchte gebildet, die 18 bis 36 Samen enthalten. An den hellbraunen Samen - mit 3,5 mm Durchmesser -, ist ein großer fleischiger Nährkörper angewachsen, der für Ameisen zum Verzehr interessant ist. So werden die SG-Samen verbreitet.

SYMMETRIE als „Entwicklungsprinzip“ – Anmerkungen zur EST

Die Fachwelt muss noch herausfinden, wie die 20 Schneeglöckchen-Arten durch Mutationen (wahrscheinlich mehrere) aus dem „normalen“ Schneeglöckchen entstanden sind und welches die (direkten) Vorfahren des SG sind. In der Botanik ist noch zu (er)klären, wie und wodurch die Evolution gelaufen ist; Fossilien von Pflanzen sind logischerweise selten. Änderungen so genannter homöotischer Gene können ziemlich tiefgreifende Gestalt-Veränderungen hervorgerufen. Hierzu meine Bild-Beweise samt Theorien der „Evolutionären Symmetrietheorie“ ((1) und (2)).

Wie SG-Sippen entstanden sind, die man als neue Arten bezeichnen kann, ist dringend zu untersuchen. Vor diesem Hintergrund wird die gerade im DARWN-Jahr 2009 wieder von Kritikern des Darwinismus – und auch Kreationisten sowie Intelligent-Design-Anhängern - aufgestellte Behauptung fragwürdig: angeblich gäbe es für Makro-Evolution (d.h. für EVOLUTION und Mutationsvorgänge, die über minimale Veränderungen hinausgehen) keine Beweise!.

Goggelt man die beiden Begriffe „Mutationen“ und „Schneeglöckchen“ bekommt man sofort direkt als „Ergebnisse“ etliche Hinweise aus meinen Internet-Beiträgen: Zum Beispiel schrieb ich in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“:

Schön, dass man zum DARWIN-Jahr 2009 Feuilleton-Artikel kommentieren kann
Dass F.A.Z. & F.A.S. sich mit vielen lesenswerten Beiträgen vor und nach dem Start ins DARWINjahr befassen, ist lobenswert. Gut ist, dass Online durch Nutzer Kommentare zu den oft informativen Artikeln abgegeben werden können; z. T. nur 14 Tage lang - FAZ.Net. In der erweiterten Wissenschaftsbeilage „Natur und Wissenschaft" wird man sich über „moderne Evolutionsforschung“ wohl „auf dem Laufenden halten“ können; gegebenenfalls dazu kritisch kommentieren „dürfen“; „unzensiert“. Apropos Größenwachstum: Bei MUTATIONEN von SCHNEEGLÖCKCHEN z. B. habe ich durch Mikroskopieren festgestellt, dass eine Variante mit breiten Blättern dadurch entstanden ist, dass die Zellen (mit Spaltöffnungen) einfach größer (breiter, dicker) transformiert wurden. Meine Hypothese: Das abermillionenfache Vergrößern der Organismen hat PRIMÄR mit dem Mechanismus der sog. „Sekundär-Asymmetrisationen“ zu tun. Transformationen hat Gestaltforscher Albrecht DÜRER und (später) W. d’Arcy THOMPSON als Methode zu Gestaltwandlungs-Experimenten benutzt; ich in der ARS EVOLUTORIA. Eine dynamische Morphologie verknüpft die Transformations-Methode mit den Termini positive bzw. negative Allometrien (Allomorphosen). (Literatur: „Evolutionäre Symmetrietheorie (…)“; S. 257-284.)
(In: http://faz-community.faz.net/blogs/planckton/archi... - FAZ.NET: „Planckton“ (FAZ.Blogs): „Riesen-Sprünge. Auf ins Darwin-Jahr2009“.)

Derart gegoogelt (s.o.), komme ich in anderen Artikeln auf den Schneeglöckchen-SYMMETRIEN-Wandel zu sprechen:

Zum Beispiel wird in einem Bild aus meinem Beitrag „Gottesmaschine“ (CERN-Riese LHC) – „Gottesteilchen“ im Mini-Urknall gesucht" über den Link meine „Lehrtafel zur Blüten-Evolution (Schneeglöckchen-Beispiel)“ gezeigt. (Zu diesem Bild im Artikel: http://www.myheimat.de/gladenbach/kultur/gottesmas...


SCHNEE-Flöckchen & -Glöckchen als SYMMETRIE-Röckchen

Über die eiskalten Schnee-Schönheiten, Schneeflocken als gefrorene Kunstwerke - Kristalle in Sternen-Mustern („Dendriten“) mit sechseckiger Grundform – äußerte ich mich in http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/26...

SCHNEE-Kristall-Bildung symmetrisch variationsreich – ohne „Erbgutveränderung“

Dass sich der Prozess der Schnee-Kristallbildung ausgehend von einem Ur-Kristall mit einer sechseckigen Grundfläche vollzieht – als Ausgangspunkt für jeden Schneekristall -, erläuterte ich ebenda ausführlich. Ich zeigte in Bildern, dass neben der Sechseck-Grundform immer wieder auch mal seltene zwölf-armige Sterne entstehen und dass auch die Symmetrie-Schönheit von Zwillings-Formen zu bewundern ist. Kleinste Temperatur-Änderungen haben starke Effekte auf die Symmetrien-Gestalt der Schneeflocke, die in unzähligen Gestalten um die 6-Eck-Struktur variiert.

Zur Frage „Warum – wieso - weshalb die Symmetrie-Flöckchen eigentlich sechs-zählig und nicht 3-, 4-, 5- oder 7-, 8-zählig in ihrer Radiär-Symmetrie“ sind, schrieb ich: SEESTERNE können transformiert-mutiert die 5-zählige „Normal“-Grundform verlassen. Und die Radiär-Symmetrien bei Blütenpflanzen sind außerordentlich vielfältig; Blüten-Kenner wissen, dass es (auch spiegelbildlich (!)) asymmetrische Blütenblatt-Ausformungen gibt. (Siehe Bildergalerie!)

Seesterne und Blüten sind aber keine anorganischen Wesen wie die Schneesternchen: Als Lebewesen ist bei ihnen eine reale „Mutation“ möglich. Bei Eis-Kristallen gibt es keine „Erbanlagen“, kein „Erbgut“ das (biologisch) „mutieren“ könnte.

Im Zusammenhang mit Schneekristall-Symmetrie hat sich KEPLER auch schon Gedanken über BLÜTEN-SYMMETRIEN gemacht, hob ich hervor: Er mutmaßte gleiche Ursachen für die Entstehung von 3-, 5- und 6zähligen Blüten; dies war ein IRRTUM.

Aber Keplers GRUNDGEDANKE war RICHTIG: Die Naturgesetze beruhen auf geometrischer Formbildung durch Symmetrie - darüber habe ich intensiv geforscht und publiziert. ((1)/(2) – EST). SYMMETRIE – das „Ebenmaß“ – nahm ich in meinen Symmetrie-Büchern unter der Perspektive eines dynamisch-evolutionären Verhaltens in den Blick . Über den Terminus „Symmetriebrechung“ bin ich zu einem dynamischen EVOLUTIONISIERUNGs-Ansatz gekommen: Stichworte ars evolutoria mit Asymmetrisationen („Symmetriebrechung“) und gleichzeitiger Symmetrien-Neubildung!.

Schneeflocken haben eine sechs-zählige und trigonale Symmetrie – Ein Vergleich mit Schneeglöckchen

Das Muster, das alle Schneeflocken gemeinsam haben, ist die sechs-zählige Symmetrie: immer mit genau sechs Symmetrieachsen. Jede Flocke besitzt eine endlose Erfindungslust in der Abwandlung und allerfeinsten Ausgestaltung eines und immer desselben Grundschemas: des gleichseitig-gleichwinkligen Sechsecks. Die Wasser-Moleküle bilden ein regelmäßiges Kristallgitter. Durch ihre Form und die Winkel ihrer Bindungen untereinander besitzt dieses Gitter bereits eine sechszählige Symmetrie. (Siehe Bilder hierzu in der Foto-Galerie a.a.O..)

Doch diese Symmetrie auf Molekül-Ebene reicht allein nicht aus, um die Umwandlung eines winzigen runden Kristallkeims in einen sechseckig-geometrischen Kristall zu erklären. Immerhin ist ein solcher Kristall mehr als zehn Millionen mal größer als seine kleinsten Einheiten und enthält 100 Millionen oder mehr Wassermoleküle!

Zur verblüffend zu beobachtenden Formen-Vielfalt der Kristalle beschrieb ich ihre ausgeprägte SYMMETRIE: Sie verleiht den Schneekristallen eine hohe SELBSTÄHNLICHKEIT. Über 6.000 verschiedene Kristallformen wurden 1962 von Bentley und Humphreys gezählt. Über Schneeflocken als exemplarisches Vorzeige-Beispiel der sog. fraktalen Geometrie sprach ich im Artikel: Die sog. „Koch-Kurve“ ist in Form der kochschen Schneeflocke Fachleuten bekannt, die durch geeignete Kombination dreier Koch-Kurven entsteht. Ebenda zu meinem Exkurs: „Fraktale Geometrie“ - CHAOS-Theorie - und Symmetrie in „EVOLUTIONÄRER GEOMETRIE“. Mathematiker befassen sich hiermit leider quasi noch nicht. Zum ungeheuren Formen-Reichtum der sog. MANDELBROT-Menge (Bezug zu Julia-Mengen – Fraktalen – siehe ebenda; auch You Tube Hinweise.

Ich erläuterte, dass die CHAOLOGIE biologische Fulguration noch nicht erklärt: „Attraktoren“ biologischer Art (Tier- und Pflanzenarten/Typen oder deren Organe) müssten sich durch „schöpferische Attraktor-Sprünge“ in einer evolutionären Dynamik entwickeln, d. h. um radikale evolutionäre Innovationen bewirken zu können. Die Diskussion der Attraktor-Hypothese (eines mathematischen Modells!) zeigt, dass (bisher jedenfalls) hierdurch keinerlei biologisch-evolutionäre Kreativität (Emergenz) erklärt wird.

Die noch fehlende „Evolutionäre Chaostheorie“ kann im Gegensatz zur existierenden „Evolutionären Bifurkations-Geometrie“ (EST: „Evolutionäre Symmetrietheorie“ (2)) SYMMETRIEN-WANDEL beim SCHNEEGLÖCKCHEN erklären: Wie in der „Chaostheorie“ werden hier in nichtlinearen dynamischen Prozessen Bifurkationen (Verzweigungen) erzeugt.

Dass es bei der SCHNEEFLOCKE auch eine trigonale (!) Kristallation gibt – das Kristallisieren in 3-zähliger Symmetrie statt 6-zähliger (anlog zur Schneeglöckchen-Grundgestalt) - betonte ich. In seinem Buch „Kristallseelen“ hatte Ernst Haeckel schon einen Schnee-Kristall mit 3 Symmetrie-Ebenen/Achsen abgebildet und der Schneeforscher W.A. Bentley fotografierte viele variationsreiche Kristalle mit trigonaler Symmetrie, die eine Abart der 6-zähligen ist. (Siehe Bildergalerie-Beispiele – aus Bentleys Werk a.a.O.; durch ars evolutoria sind derartige trigonal-hexagonale Formen künstlerisch-mutativ kreierbar.)

Das kristallographische „Gesetz der Winkelkonstanz“ gilt natürlich auch bei (scheinbarer) 3-zähliger Symmetrie: Die gleichen Flächen derselben Kristallart schließen bei allen Kristallen gleiche Winkel ein. Natürliche Schnee-Kristalle sind durch äußere Einflüsse beim Wachstum auch oft verzerrt, aber ihre Flächenwinkel werden stets genau eingehalten. Hexagonal & trigonal Winkel von 120°: formvariabel und forminvariant mit Rotations- und Spiegelsymmetrie.

Zum GESETZ der WINKEL-VARIABILITÄT beim SCHNEE-Glöckchen
In Abbildung 3 meines Beitrags zur EST-Anthologie ((3) – vgl. Bild in der Bilderstrecke) habe ich radiärsymmetrische ABLEITUNGEN am Schneeglöckchen-Beispiel dargestellt: Durch das Gesetz Asymmetistion/Symmetrisation lassen sich Blüten des SG (deren Blütenteile-Anordnung wie oben beschrieben) verwandeln:

Wenn man 2 Spiegel so kombiniert, dass deren spiegelnde Flächen einen Winkel von 90 Grad ergeben, erhält man die disymmetrische Blütenmutante mit Blütendiagramm (Bild 1 und großes Diagramm). Wird der Doppelspiegelwinkel (kurz DSW) verkleinert (180 Grad:3= 60 Grad), entwickelt sich das „normale“ 3-zählige Blütendiagramm (Bild 3) der „Normalgestalt „ einer SG-Blüte.
Durch Winkelveränderung auf 45 Grad (180:4) resultiert eine 4-zählige Blütenmutante (mit Diagramm im Bild 2). Ganz selten werden bifurkations-morphologisch in der Natur 5-zählige SG-Blüten ausgebildet: durch Transmutation bzw. Transformation würde Charles DARWIN hierzu gesagt haben, der den Begriff der EVOLUTION erst später in seinen Arbeiten benutzt hat. Der DS-Winkel beträgt bei der 5-zähligen Mutante 36 Grad (180:5=36). Hierzu ein Bildbeispiel in der Galerie.

Ausführlicher zum SG-Mutieren in meinem Symmetriebuch (1) S. 77 ff. In der Lehrtafel der Anthologie (2) bildete ich in der 3teiligen Fotoserie auch eine zu einer DOPPELBLÜTE symmetrisierte 3-zählige Blüte ab; darunter die 2- und 4-zählige Mutanten. Farbbilder dazu enthält mein Symmetriebuch von 1989 (deutsch) und 1998 (englisch). – Farbtafel Nr. 1. Ebenda (siehe Bildergalerie) auch bei „n“ eine viergliedrige Horst-Mutation an einer gefüllt blühenden Schneeglöckchenform. In meinem SB siehe auch Abb. 200 sowie Kapitel 7.2.1. Über Schneeglöckchen vgl. ausführlicher 7.2.2. und die Abb. 201-206 ebenda.
Die Bilderserie zum vorliegenden Artikel gibt die Seiten 77 bis 79 des SB (deutsch) wider, so dass man sich ein „Bild“ machen kann. Galanthus elwesii var. globósus ist eine Varietät aus der Gegend von Smyrna mit meist zwei Blumen am Stiel; dazu meine in meinem Garten plötzlich aufgetretene sehr symmetrische Doppelblüten-Variante; quasi durch eine „Spiegelung“ der gesamten Blütengestalt entstanden!

GALANTHOPHILIE – Jagd nach neuen Schönheiten als Manie?

Sog. „Galanthophile“ - d.h. SG-Liebhaber – zahlen hohe Preise für seltene mutierte Sorten der Schneeglöckchen. SG-Liebhaber unter den Lesern meines Artikels werden vielleicht aufmerksamer ihre Schneeglöckchen im heimischen Garten beobachten – und möglicherweise auf Mutationen stoßen! Schön wenn ich unterrichtet würde.

Schneeglöckchen-Events - wie die in England - sollte ich besuchen, um neue Arten der „Schneetropfen“ (engl.: Snowdrop für SG) sehen und fotografieren zu können: Als „Galanthus-Gala“-Teilnehmer könnte ich so ein perfekt pokuliformes SG sehen, bei dem die inneren drei Blütenblätter genauso geformt/gefärbt sind wie die 3 äußeren. Das SG Galanthus nivalis var. poculiformis besitzt kein weißgrünes Krönchen in der Mitte, sondern die Blüte zeigt geöffnet 6 gleich große schneeweiße Blütenblätter. Man kann es sich gut vorstellen, ohne diese Mutante gesehen zu haben. (Siehe hierzu auch meine a&s-Phantasie-Mutanten in der Bilderserie; in a&s-Grundfarben-Klängen-„mutiert“.)

Die Glöckchen von „Mrs. Tompson“ haben innen und außen je fünf Blütenblättchen - statt der üblichen zwei mal drei. Siehe dazu meine Entdeckungen (wie weiter oben beschrieben). Bei der Jagd nach neuen Transmutations-Schönheiten sollte außer auf Symmetrie-Veränderungen (s.o.) auch auf die Zeichnung der Blütenblätter (innen/außen), die Blütenzahl an einem Stiel, Blütengrößen, Blattfarbe und -Form geachtet werden.

Zu SG-Varietäten - Bildern & Namen empfehle ich die folgenden LINKS:

http://www.oirlicher-blumengarten.de/seiten/galant...

http://www.oirlicher-blumengarten.de/seiten/galant...

http://www.garten-in-den-wiesen.de/bilder/galanthu...

http://www.gartenlinksammlung.de/pflanzen.htm
http://www.gartenlinksammlung.de/galanthus_schneeg...

http://gaertnerei-simon.de/katalog/galanthus/

EXKURS zu EVO DEVO: Werden die Schneeglöckchen-Mutationen bald „aufgeklärt“?

Evolutionäre Genese auch in der Flora studieren: „Flora-Evo-Devo“!

Sogar die evolutionäre Genese bei den sozialen Insekten wurde durch eine molekulare Maschinerie zur Steuerung von Verhaltens- und Entwicklungsprozessen verursacht: Losungswort „Regulatorische Evolutionstheorie“. Die Anstöße für sie gibt „Evo-Devo“. Das sog. „neodarwinistische Paradigma“ kann überwunden werden. Dass das Prinzip der natürlichen Selektion „bestenfalls die halbe Wahrheit“ in den Evolutionstheorien ist, wird bestätigt. Am Phänotypus greift erst SEKUNDÄR die natürliche Selektion an – Mutationen sind PRIMÄR. Zwischen der Entwicklungs- und der Evolutionsbiologie wird eine Brücke gebaut, wobei auch epigenetische Faktoren brückenbildend zwischen „Lamarckismus“ und „Darwinismus“ wirken. Die Frage, wie der Phänotyp eines Organismus entsteht und warum und wie er sich im Evolutionsgeschehen verändert, sollte nunmehr auf die pflanzlichen Organismen in ihrer Symmetrien-Vielfalt ausgedehnt werden. Entwicklungs-Gene, die den Bauplan einer Pflanzen-Art/Familie festlegen, veränderten sich im Laufe der Evolution: „Flora-Evo-Devo“ könnte Erkenntnisse in den Evolutionstheorien vertiefen. Nützlich: die „Evolutionäre Symmetrietheorie“ integrieren. Entwicklungsbiologische Mechanismen im Pflanzen- und Tierreich bitte parallelisieren! (3)

Zuletzt habe in der Biologie nach der Darwinischen und der molekularbiologischen eine „dritte Revolution“ stattgefunden: die Revolution der revolutionären Entwicklungsbiologie, kurz „Evo Devo", liest man. „Das neue Bild der Evolution“ (CARROLL) manifestiere sich in der EVO DEVO heißt es. An der Schnittstelle von Entwicklungs- und Evolutionsbiologie forscht man indessen schon länger: Dass das Genom nicht der Bauplan des Lebens, sondern ein „Werkzeugkasten“ ist, ahnten schon vor EVO DEVO nicht nur Molekularbiologen und Genetiker. Diese Forscher konnten nicht bei den verschiedenen Arten Gen um Gen & Base um Base ins Visier nehmen. Sie gewannen theoretisch stichhaltige neue Belege für die Evolutionstheorie und läuteten den Abschied von Darwinismus und Synthetischer Theorie ein. Homöotische Mutationen der Entwicklungsgenetik und Homöobox oder Hox-Gene kannten diese Forscher noch nicht, die Autoren der beiden Evolutionstheorien der „Systemtheorie der Evolution“ (R. RIEDL u.a.) und „Frankfurter Kritische Theorie der Evolution“ (W. F. GUTMANN u.a.). Diese Forschungsgebiete könnten EVO-DEVO-Forschung & entdeckte „Werkzeugkasten“ (informationsverarbeitende Genschalter-Systeme, Gentransfer, Schaltermutationen) in ihre ET integrieren. (4)

EPILOG

Gedicht/Lied-Mutante

In Anlehnung an ein „volkstümliches“ WINTER-LIED.“Schneeflöckchen Weißröckchen“ (Verfassername unbekannt; Urtext & Liedherkunft nicht klar: Siehe mehr hierzu in http://de.wikipedia.org/wiki/Schneefl%C3%B6ckchen_... )
(Neuer –mutierter- Lied-Text von Werner Hahn)

Schnee-Glöckchen, Weiß-Röckchen

Schneeglöckchen, Weißröckchen,
noch bist du verschneit;
du kommst aus der Erde,
dein Weg war nicht weit.

Komm, kling mir im Beet,
du lieblicher Stern;
schaffst neue Symmetrien,
wir haben dich gern.

Schneeglöckchen, du reckst uns
dein Blütenkleid zu;
so schläfst du nicht länger
in himmlischer Ruh’.

LITERATUR & ANMERKUNGEN

(1) HAHN, Werner (1989): Symmetrie als Entwicklungsprinzip in Natur und Kunst. Königstein. Gladenbach: Art & Science, 1995.
(HAHN, Werner (1998): Symmetry as a developmental principle in nature and art. Singapore. (Übersetzung des Originalwerkes von 1989, ergänzt durch ein 13. Kapitel – mit erweitertem Sach- und Personenregister sowie Literatur- und Abbildungsverzeichnis.))

(2) HAHN, Werner / WEIBEL, Peter (Hrsg.) (1996): Evolutionäre Symmetrietheorie: Selbstorganisation und dynamische Systeme. Stuttgart. (Anthologie mit Beiträgen von 19 Autoren.) (Kurz: EST.) Darin: HAHN, Werner: Evolutionäre Symmetrietheorie und Universale Evolutionstheorie. Evolution durch Symmetrie und Asymmetrie. (S. 255 bis 284 mit 11 mehrteiligen Abbildungen.) – Siehe als LINK – PDF-EST – meiner HP: http://www.wernerhahn-gladenbach.homepage.t-online...

(3) HAHN, Werner (2010): Kommentar in der FAZ zu: HOLLRICHER, Karin: Evolutionäre Entwicklungsbiologie - Schön bunt und tupfengleich (26/02/10). Vgl. auch mehrere Kommentare zum Thema in der FAZ unter MAYER, Helmut: Soziales Leben - Durch lauter Netzwerke müssen sie krabbeln (26/01/10).

(4) HAHN, Werner (2009): Artikel vom 01.09.2009 (27 Bilder, über 500mal gelesen) - http://www.myheimat.de/gladenbach/darwin-jahr-evol...
0

Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Hinterland extra, Anzeiger extra, Marburg extra | Erschienen am 17.03.2010
2 Kommentare
5.327
W. H. aus Gladenbach | 11.03.2010 | 09:50  
5.327
W. H. aus Gladenbach | 18.03.2010 | 23:26  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.