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FREIE WÄHLER Hessen distanzieren sich von Petrys "Blaue Partei"

Engin Eroglu, Landesvorsitzender FREIE WÄHLER Hessen (Foto: Thorsten Strack)
Gießen. - Die gescheiterten AfD-Politiker Frauke Petry und deren Ehemann Markus Pretzell starteten am vergangenen Samstag (11.11.2017) offenbar in die Karnevalssaison. Die Begründung des neuen Bürgerforums „Blaue Wende“ im hessischen Rodgau markiert den närrischen Auftakt für eine neuerliche Erscheinung, die sich offiziell von der zum Teil offen zur Schau getragenen rechtspopulistischen Gesinnung der AfD distanziert, aber aus vielen ehemaligen AfD-Mitgliedern besteht.

Dass eine solche Kehrtwende gelingen kann, gerade auch, weil Frauke Petry selbst sich in der Vergangenheit mehrfach terminologischer Ausdrücke bediente, die eine starke Anlehnung an den Nationalsozialismus erkennen ließen, scheint mehr als fraglich. Engin Eroglu, der Landesvorsitzende der FREIE WÄHLER Hessen, ist sich sicher, dass Petry einen strukturell an die FREIE WÄHLER und freien Wählergruppen angelehnten Klon aufbauzubauen versucht, woran aber auch schon der Begründer der AfD, Bernd Lucke (selbst ehemaliges Mitglied der FREIE WÄHLER), gescheitert sei. Eroglu stellt mit aller Deutlichkeit fest: „Eine Elitepartei mit Fanclub, die nur bei Landtags- und Bundestagswahlen antreten möchte, wie sich das jetzt offensichtlich bei der Blauen Wende darstellt, hat mit den politischen Werten der FREIE WÄHLER nichts zu tun.“

Aus diesem Grund distanzieren sich die FREIE WÄHLER Hessen auch mit Nachdruck von den Aussagen des stellvertretenden Landesvorsitzenden der FREIE WÄHLER NRW, Henning Rehse. Engin Eroglu ist schockiert von der Aussage des nordrheinwestfälischen Landesvorsitzenden: „Von einem inhaltlichen Deckungsgrad von fast 75 % kann keine Rede sein! Die FREIE WÄHLER Hessen verstehen sich als basisdemokratische Graswurzelbewegung. Jedes Mitglied kann bei uns seine Meinung auf Parteitagen äußern!“
Ziel der FREIE WÄHLER Hessen ist kein affekthaschender Populismus, sondern die seriöse und bodenständig-solide Bearbeitung politischer Themen. „Wir bringen die Themen aus der Kommunalpolitik in die Landes- und Bundespolitik – so wie beispielsweise in den letzten beiden Jahren zweimal mit unserem Volksbegehren für gebührenfreie Bildung ab der Krippe/KiTa und unserer Politik für die dezentrale Energiewende der Bürgerkraftwerke gegen die Monstertrasse Süd-Link “, so Eroglu.

Aufgrund dieses Einsatzes könne man bei den FREIE WÄHLER auch keine Politikverdrossenheit feststellen. Immer mehr Menschen entscheiden sich in Hessen bewusst für die FREIE WÄHLER, weshalb die noch junge Partei (gegründet 2009) allein in 2017 ein Mitgliederzuwachs von 20 Prozent verzeichnen konnte. Eroglu merkt hierzu an, dass sich das Engagement von kommunaler Ebene über die Landes- und Bundesebene gleichermaßen ziehe. Bei der letzten Bundestagswahl konnten die FREIE WÄHLER Hessen 21 von 22 Wahlkreisen mit Direktkandidierenden besetzen, auch ist im laufenden Jahr die Gründung der 16 Kreisvereinigung anvisiert. „Zusammen mit dem Verband der freien Wählergruppen Hessen (FWG Hessen) hat die Familie der FREIE WÄHLER trotz AfD und anderen Mitbewerbern mehr als 700 ehrenamtliche Mandatsträger bei der Kommunalwahl 2016 dazugewonnen. Damit sind wir auf Platz 3 nach SPD und CDU in Hessen gelandet. Bei der Bundestagswahl sind die FREIE WÄHLER auf Platz 1 unter den Sonstigen gelandet“, stellt der hessische Landesvorsitzende klar.

Diese grundsolide Arbeit von den Wurzeln aufwärts zeichne die FREIE WÄHLER Hessen und den Verband der freien Wählergruppen Hessen aus – und mache hier schon die markanten Unterschiede zur AfD und auch zur neuen Blauen Partei deutlich. Diese Ansicht teilt auch Rudolf Schulz, Vorsitzender der seit mehr als 60 Jahren erfolgreich bestehenden freien Wählergruppen Hessen (FWG Hessen). Auch er sieht keinerlei politische Schnittmenge zur Blaue Wende. „Die Wählergruppen in Hessen sind in den Städten und Gemeinden zu Hause und nicht im Bundestag“, so Schulz. Schulz ist der festen Überzeugung, dass die Blaue Wende wie viele andere Glücksritter- und Protestparteien ohne politische Basis bald Geschichte sei – und vielleicht war es ja auch einfach nur ein närrisches Treiben, das spätestens am Aschermittwoch vorbei sein wird!
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