Anzeige

9. März: Überregionale Demonstration in Gronau zwei Jahre nach Fukushima

Zwei Jahre Katastrophe Fukushima – NRW und der Atomausstieg
ROBIN WOOD-Unterschriften-Aktion: Über 10.000 für die Stilllegung der Urananreicherungsanlage in Gronau
9. März: Überregionale Demonstration in Gronau zwei Jahre nach Fukushima
CASTOR-Brennelement-Transporte Jülich-USA problematisch / Internationaler Widerstand

Die Umweltorganisation ROBIN WOOD hat heute im NRW-Wirtschaftsministerium über 10.000 Unterschriften gegen den Weiterbetrieb der einzigen deutschen Urananreicherungsanlage (UAA) im westfälischen Gronau überreicht. Mit den Unterschriften wird die umgehende Stilllegung der Anlage gefordert. Das Ministerium ist gleichzeitig die Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde für den Betrieb der UAA.
Vor der Übergabe der Unterschriften haben Vertreter von ROBIN WOOD, vom Aktionsbündnis Stop Westcastor und vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) auf der Landespressekonferenz im Düsseldorfer Landtag die sofortige Stillegung aller Atomanlagen sowie das Verbot aller Atomtransporte in und durch NRW gefordert. Die Anti-Atomkraft-Bewegung ruft für den 9. März zu Demonstrationen an der Urananreicherungsanlage in Gronau, rund um das Atomkraftwerk Grohnde sowie am 10. März am belgischen AKW Tihange auf.
Dirk Seifert, Energiereferent von ROBIN WOOD, bemängelte: "Atomausstieg in NRW bedeutet für die Landesregierung derzeit, auf Berlin zu zeigen und selbst die eigenen Aufgaben nicht zu erledigen. Seit eineinhalb Jahren prüft die Atomaufsicht in NRW die Sicherheit in Gronau und noch immer liegen keine Ergebnisse vor. Dabei liegen die Sicherheitsmängel auf der Hand: Die Uranfabrik in Gronau ist ein wachsendes Atommülllager mit tausenden Tonnen Uran. Bis zu 60.000 Tonnen gefährliches Uran sollen künftig vor Ort gelagert werden dürfen – zusätzlich zu dem vorhandenen Uranhexafluorid-Freilager. Es gibt keinen Schutz vor Flugzeugabstürzen. Und völlig ungeklärt ist, was dauerhaft mit dem Atommüll geschehen soll. In Großbritannien plant URENCO den Uranmüll für 100 Jahre bis zum Jahr 2120 zu lagern. Es ist höchste Zeit, dass NRW die gravierenden Sicherheits- und Atommüllprobleme in Gronau endlich angeht!"
Udo Buchholz, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU), kritisierte: "Die Zentrifugentechnik zur Urananreicherung ist militärisch höchst sensibel. Wer die Zentrifugentechnik besitzt, kann damit auch atomwaffenfähiges Uran-Material anreichern. Pakistan kam durch die Zentrifugentechnik zu Atomwaffen, und auch im Iran ist die Zentrifugentechnik im Einsatz. Doch weder die Landesregierung noch die Bundesregierung nehmen die Gefährlichkeit der Urananreicherung ernst"
Buchholz betonte zudem, dass die Anzahl der Urantransporte von und zur Urananreicherungsanlage erschreckend hoch seien: "42 Uranzüge und fast 700 Uran-LKWs für einen Zeitraum von zwei Jahren bedeuten ein enormes Gefahrenpotenzial für NRW."
Aus Protest gegen den Betrieb der Urananreicherungsanlage und zum Gedenken an die Opfer der Fukushima-Katastrophe rufen über 100 Initiativen und Verbände für Samstag (9. März) zur Teilnahme an einer Demonstration vor der Urananreicherungsanlage auf. Beginn ist um 13.00 Uhr am Haupttor, Röntgenstr. 4 (www.fukushima-jahrestag.de).
Im Umfeld von NRW finden zudem weitere Demonstrationen rund um das AKW Grohnde (Niedersachsen) statt (9.3.), zu der auch in NRW (Ostwestfalen) mobilisiert wird (www.grohnde-kampagne.de). Am 10. März wird am belgischen AKW Tihange (www.stop-tihange.org) demonstriert. Zu dieser Demonstration mobilisieren auch Anti-Atomkraft-Initiativen aus dem Rheinland. Die Atomkraftwerke in Grohnde und Tihange bedrohen auch die Bevölkerung in NRW.
Im westlichen NRW ist nach wie vor das (Atom-)Forschungszentrum Jülich samt den atomaren Altlasten ein brennend aktuelles Thema. Drohende CASTOR-Atommüll-Transporte von Jülich nach Ahaus konnten verhindert werden. Das Jülicher Forschungszentrum hat seitdem immer wieder erklärt, dass dieser Atommüll jetzt in die USA verlagert werden soll. Die AktivistInnen haben aber die Zeit genutzt, um Informationen zu sammeln, wie die USA eigentlich mit ihrem eigenen Atommüll aus der Hochtemperaturreaktorforschung umgehen. Dabei wurden Kontakte zu US- amerikanischen UmweltschützerInnen geknüpft.
Der Sprecher von STOP Westcastor, Siegfried Faust, erklärt dazu, dass die Organisation “Friends of the Earth” eine Antwort des US-Energieministeriums DOE zum AVR-Müll an sie weitergeleitet hat, die bezogen auf bisherige Beteuerungen des Forschungszentrums zur US-Option etliche neue Fragen aufwirft.
NRW ist weiterhin ein sehr aktives Atomland. Oft wird dargestellt, dass NRW nichts mehr mit dem Thema Atomenergie zu tun hat. Dies ist - trotz einer rot-grünen Landesregierung - nicht der Fall. Erforderlich ist deshalb eine konsequente Atomausstiegspolitik für NRW.

PM:
- Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)
- ROBIN WOOD
- Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ (Jülich)
- Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau
- Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.