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Landschaft in Schwaben heute – zehn Sichtweisen, zehn Jahre Schwäbische Galerie

Wann? 06.10.2013

Wo? Schwäbisches Volkskundemuseum Oberschönenfeld, Oberschönenfeld, 86459 Gessertshausen DE
Katrin Ahlt (Foto: Katrin Ahlt)
 
Sven Kroner (Foto: Wendelin Bottländer)
Gessertshausen: Schwäbisches Volkskundemuseum Oberschönenfeld | Schwäbische Galerie im Volkskundemuseum Oberschönenfeld
6. Oktober bis 1. Dezember 2013


Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der Schwäbischen Galerie im Volkskundemuseum Oberschönenfeld ist vom 6. Oktober bis 1. Dezember 2013 eine Ausstellung zum Thema „Landschaft“ zu sehen. Präsentiert werden Arbeiten von zehn jungen Kunstschaffenden aus Schwaben. Die Gemälde, Fotografien, Collagen und Installationen zeigen, wie Künstler und Künstlerinnen heute mit ganz unterschiedlichen Medien und Blickwinkeln mit einem Thema umgehen, das eine lange Tradition hat.

2003 wurde mit der Ausstellung „Landschaft in Schwaben – Gemälde und Aquarelle des 20. Jahrhunderts“ die Schwäbische Galerie eröffnet. Während damals alle Kunstschaffenden mit ein oder zwei Bildern vertreten waren, haben diesmal zehn Künstlerinnen und Künstler die Gelegenheit, mehrere Arbeiten aus ihrem Schaffen der letzten Jahre zu zeigen. Besonders spannend ist dabei, dass rund die Hälfte der jungen Kunstschaffenden eigens für diese Schau ein Werk erarbeitet hat.

Den Auftakt bildet eine Landschaftsinstallation von Elisabeth Bader aus Augsburg. Mit gebrauchten Baumwollstoffen und Altpapieren hat sie Motive aus der Natur nachgebildet. Damit lenkt sie unser Augenmerk auf Strukturen in der Landschaftsdarstellung. Vor allem aber lässt sie uns die Verletzlichkeit der Natur spüren, insbesondere mit ihrer Werkgruppe „schwarz Wald“.
Der ebenfalls in Augsburg lebende Künstler Maximilian Moritz Prüfer schuf eigens für die Ausstellung eine Naturdirekt-Studie zum Thema „Regen“. Auch er rückt damit das Vergängliche und Unscheinbare gleichzeitig in unser Bewusstsein.

Florian Wendel aus Waltenhofen im Allgäu vermittelt wiederum einen kritischen Blick auf die Landschaft heute. Er präsentiert mit seiner Serie „Unterm Berg“ eine Verbindung zwischen Architektur- und Landschaftsfotografie. Banal anmutende Bauten setzt er vor einer imposanten Berglandschaft in Szene und hält somit genau das fest, was aus den idyllischen Allgäubildern im Allgemeinen gerne ausgeblendet wird.

Ebenfalls in seiner nächsten Umgebung fotografiert und filmt Raphael Weilguni aus Diedorf. Für unsere Ausstellung produzierte er ein Video von einer Aktion in einem zerstörten Waldstück bei Diedorf, um auf das extreme Eingreifen des Menschen in die Natur hinzuweisen.

Die in Augsburg geborene Kathrin Ahlt lässt mit ihren unscharfen Fotografien viele Interpretationen und Neuentdeckungen zu. Ihre an verschiedenen Orten aufgenommenen „Mahrbilder“ stellen nicht nur den Heimatbegriff in Frage, sondern rücken scheinbar Vertrautes ins Morbide und Obskure.

Den neuesten Arbeiten von Matthias Wohlgenannt liegt stets ein von ihm selbst aufgenommenes Foto zugrunde, das er digital zusammenbaut: Stück für Stück, Pixel für Pixel wächst so ein Bild, das an einen Holzschnitt oder an eine Camouflage erinnert.

Sven Kroner aus Düsseldorf, in Kempten geboren, präsentiert großformatige Bilder. Sie geben bestimmte und identifizierbare Landschaften aus Schwaben, insbesondere aus dem Allgäu, wieder. Stets hat dabei der Mensch in diese Landschaften eingegriffen, durch ein Bauwerk oder durch seine Anwesenheit.
Auch der in Ungarn geborene Künstler Szilard Huszank präsentiert Gemälde. Doch bei seinen großformatigen „Landschaftscollagen“ handelt es sich nicht um Abbildungen von existierenden Landschaften, sondern vielmehr um aus dem Gedächtnis zusammengesetzte Landschaftselemente. Bei seinen meist kleinformatigen „Imaginären Landschaften“ geht es dem Maler um die Wiedergabe von Strukturen und Farbstimmungen.

Schließlich wird auch das Gelände rund um Museum und Kloster in die Ausstellung miteinbezogen: Der Bildhauer Tobias Freude schuf eigens eine Assemblage aus Gegenständen, die in einem Zusammenhang mit dem Museum stehen, zum Thema „Innere Landschaft von Oberschönenfeld“. Am Klosterweiher finden wir in großen Buchstaben aus Marmor die Worte „ENDLICH TEXT“ als Hinweis auf unsere von verbalen Erklärungen geprägte Gesellschaft.
Text spielt auch bei manchen Arbeiten der jungen Künstlerin Julia Winter aus Dillingen eine Rolle, Redewendungen integriert sie bisweilen mit einem Augenzwinkern in ihre gestischen Acrylbilder. Ihre aus dem Malprozess heraus entstehenden Landschaften besitzen eine starke Dynamik und Farbigkeit. Jedes der Bilder strahlt eine ganz andere Stimmung aus.

Öffnungszeiten:
Di – So von 10-17 Uhr, Feiertage geöffnet.
Für Gruppen auch nach Vereinbarung.

Ansprechpartnerin:
Dr. Mechthild Müller-Hennig, Wiss. Mitarbeiterin

Schwäbisches Volkskundemuseum Oberschönenfeld
Oberschönenfeld 4
86459 Gessertshausen
Telefon: (0 82 38) 30 01-12
Fax: (0 82 38) 30 01-10
E-Mail: museumsleitung.svo@bezirk-schwaben.de
http://www.schwaebisches-volkskundemuseum.de/
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