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Ettalwallfahrt 2011

Die Wallfahrer haben ihr Ziel vor Augen
  Ettalwallfahrt 2011
Am Freitag, den 27. Mai war es wieder so weit, zirka 250 Ettalpilger machten sich auf den nach Ettal. Nach dem Gottesdienst um 6 Uhr ging es zunächst zur Grotte. Dort wurden wir mit dem Segen verabschiedet. Am ersten Tag hatten wir kurz vor der Mittagspause bis zur Pause auf dem Aussiedlerhof Regen in verschiedensten Stärken. Doch in Kaufbeuren kamen wir trocken an. Am zweiten von Kaufbeuren bis zur Wieskirche ideales Wallfahrer.
Am dritten Tag von der Wieskirche bis Ettal schon fast zu viel Sonne. Es war wieder eine sehr eindrucksvolle Wallfahrt mit gleich gesinnten Pilgern.
Im Lokalteil der Mindelheimer Zeitung war folgender Bericht zu lesen:
PILGERN
Aufbruch und Einkehr
250 Frauen und Männer machten bei ihrer „Ettaler Fußwallfahrt“ Station im Schlingener Pfarrhof Von Maria Schmid
Schlingen
Wie oft wird ein gegebenes Versprechen gebrochen, obwohl es heißt: „Was man verspricht, muss man auch halten.“ Die Pilger der „Ettaler-Fußwallfahrt“ aus Ziemetshausen halten ihr Versprechen seit nunmehr 377 Jahren. Es war die Pest, die die Bürger aus Ziemetshausen und den umliegenden Ortschaften dazu veranlasste. Sie machten ein Gelübde – wenn sie der Herrgott von der Pest befreit, dann wollten sie jährlich von der Schmerzhaften Muttergottes von Maria-Vesperbild aus zur Muttergottes nach Ettal pilgern und wieder zurück. Selbst in Kriegszeiten haben einzelne Frauen dieses Gelübde erfüllt. Die Wallfahrt findet so auch in diesem Jahr in der Bittwoche vor Christi Himmelfahrt statt.
Der Weg ist weit – 170 Kilometer in sieben Tagen
In den sieben Tagen gehen die Gläubigen bei Wind, Regen und Sonnenschein rund 170 Kilometer (einige Teilstrecken werden allerdings mit dem Bus absolviert). Da dieser Marathonweg nicht ohne Verpflegung und Unterkünfte stattfinden kann, ist es seit mehr als 29 Jahren üblich, im Pfarrhof der Kirche St. Martin in Schlingen, von Türkheim kommend, Station zu machen. Seit rund acht Jahren übernimmt der Frauenbund die Verköstigungen der Pilger – jedes Jahr, so auch heuer, eine logistische Meisterleistung.
Bei heftigem Dauerregen trafen die 250 Pilger pünktlich zum 12-Uhr-Mittagsläuten der Kirchenglocken von St. Martin ein. Ein fröhliches Treiben im Pfarrsaal und Pfarrstadl setzte ein. Wer nicht mehr in die Räume hineinpasste, nahm draußen auf Bänken Platz. Die kommissarische Vorsitzende des Frauenbundes, Hermine Filser, und ihre fleißigen Helferinnen hatten alles aufs Beste vorbereitet. Im Stadl gab es eine sehr willkommene heiße Gulaschsuppe und Gebäck, im Pfarrsaal Leberkäse und gebratene Gschwollene mit Kartoffelsalat und natürlich reichlich kalte und heiße Getränke. Ein buntes und fröhliches Miteinander ohne Drängen und Schieben. Überall lehnten Rucksäcke an den Wänden, hing Regenkleidung an den Haken. Die Pilger wirkten wie ein riesiger Bienenschwarm, der eintraf, um nach rund zwei Stunden wieder weiterzuziehen.
Doch zuvor gingen sie für eine Andacht in die Kirche. 1952 hatte Jakob Greiner, der Altbürgermeister von Ried, diese Pilgerfahrt in Reime gefasst. Die 5. Strophe lautet: „In Schlinga macht ma s’ erstmaul Mitta, Speiskart kalt – drum Rucksöck ra. In der Pfarrkirch z’ Schlinga, tuat ma a schöas Marialied singa.“
Etappenziel am Freitag war Kaufbeuren. Dort wurde übernachtet. Die nächsten Zielorte heißen Wieskirche, Ettal, Huglfing, Kloster Andechs, Schwabmünchen und schließlich zurück in Ziemetshausen, Maria Vesperbild.
Nicht alle Pilger sind auf der ganzen Strecke dabei. Manche stoßen später hinzu oder gehen früher, je nachdem, wie die arbeits- oder familiären Verpflichtungen es erfordern.
Claudia Lunardi aus dem Schwabenland, Kreis Göppingen, war zum ersten Mal dabei. Sie wollte „einfach mal mitgehen, Ruhe finden, abschalten und dem Glauben etwas näher kommen“.
Renate und Lorenz Schmid aus Obergessertshausen gehen zumzwölften Mal mit – Pilgerprofis also. „Aus Dank und verschiedenen anderen Anliegen gehen wir mit. Unser Pfarrer, Karl Rademaker, ist sehr krank. Wir möchten, dass er wieder gesund wird. Wir beten auch für Pater Öttl“, so Renate Schmid.
Der älteste Teilnehmer ist mit 83 Jahren Walter Götz
Aus Münsterhausen ist Elisabeth Eisenreich. Sie pilgert seit 14 Jahren ohne Unterbrechung. Ihr besonderes Anliegen sind ihre beiden sehr kranken Geschwister. Wichtig sei die Familie, dass alles in Ordnung geht: „Man macht sich so seine Sorgen.“ Der mit 83 Jahren älteste Teilnehmer ist Walter Götz aus Pöttmes. Seit 25 Jahren pilgert er zu den verschiedensten Stätten. Den Jakobsweg ist er schon zweimal – allerdings in Etappen – ganz gegangen. Er sei, so Michael Miller und Johann Haugg, die beiden Vorbeter der ersten Gruppe, unglaublich bescheiden und genügsam, immer zufrieden, ganz gleich, was komme.
Die zweite Gruppe wird von Manfred Selig und Max Rampp als Vorbeter angeführt.
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