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Der TSV Gersthofen ist endlich wieder in ruhigen Fahrwassern: Eine positive Bilanz bei der Jahreshauptversammlung zieht Präsident Hinrich Habenicht

Das neue Präsidium des TSV Gersthofen (v.l.): Ulrich Meitinger (Schatzmeister), 3. Präsidentin (Verwaltung und Ehrungen) Sonja Kahl, 1. Präsident Hinrich Habenicht, 2. Präsident (Finanzen) Jürgen von Willert und Franz Schwab (Organisation)
 
Hinrich Habenicht und Sonja Kahl ehren Gerhard Hlauschek (sitzend) für 70 Jahre Mitgliedschaft beim TSV Gersthofen
 
TSV-Gersthofen-Mitglieder, die für ihre langjährige Treue zum Verein geehrt wurden
Hinrich Habenicht ist kein Mann der lauten Töne. Bescheiden, fast schon zurückhaltend, aber doch unübersehbar stolz verkündet der Präsident bei der Jahreshauptversammlung des TSV Gersthofen, was keiner vor drei Jahren zu glauben wagte: Der größte Sportverein im Landkreis Augsburg steht solide da.

Katastrophale Lage vor drei Jahren

2014 war ein Jahr, „das der TSV lieber schnell vergessen sollte“, ruft Habenicht ins Gedächtnis. Der Verein stand damals kurz vor dem Kollaps: Die Steuerfahndung im Haus, die Finanzen desaströs, die Gemeinnützigkeit drohte aberkannt zu werden und das damalige Präsidium trat fast vollständig zurück. Erst im zweiten Wahlgang fanden sich Ehrenamtliche, die das schwere Erbe antraten. Das Ziel: Der TSV Gersthofen solle wieder das werden, was er war. Und das sei gelungen, so Habenicht. 3.065 Mitglieder zählt der Verein Ende 2016. Das sind 69 Personen mehr als im vorherigen Jahr und das trotz erhöhter Mitgliederbeiträge. Besonders erfreulich: Über 2.000 Kinder und Jugendliche trainieren im TSV Gersthofen. Bei geschätzten 5.000 Kinder und Jugendlichen im Alter von drei bis 17 Jahren in Gersthofen entspricht das knapp 40 Prozent.

Der Verein schreibt schwarze Zahlen

Über die Finanzen, die sich im „schwarzen Bereich“ befinden, informierte zweiter Präsident Jürgen von Willert. Einnahmen in Höhe von 786.100 Euro stehen Ausgaben von 743.100 Euro gegenüber. Auch die Darlehen konnten fristgerecht bedient werden. Habenicht freut sich, dass der Verein finanziell gesund sei und erstmals seit vielen Jahren ohne Finanzspritzen auskomme. Dafür wurde eigens ein Controlling-System eingeführt. Zudem konnten Rücklagen gebildet werden. Dies sei auch möglich geworden, da viele Reparaturen ehrenamtlich gemacht wurden, hob der Präsident hervor. Auch bei der Finanzierung der ersten Fußballmannschaft gibt er Entwarnung. Seit dem 1. Januar 2017 ist die Firma Abenstein wieder Namensgeber des TSV-Stadions. Für drei Jahre unterstützt die Gersthofer Firma für Straßen-, Tief- und Pflasterbau die Fußballer mit einer „beträchtlichen Summe“. Über die genaue Höhe wurde Stillschweigen vereinbart. Habenicht hofft, dass der Verein noch weitere Sponsoren findet, unter anderem für die Bandenwerbung im Stadion.

Neuwahlen des Präsidiums

Turnusmäßig standen die Neuwahlen des Präsidiums an. Trotz der erfolgreichen letzten Jahre hätte der 73-jährige Präsident sein Amt gerne in jüngere Hände gelegt. Dass er keinen Nachfolger fand, bedauert Habenicht. Zeitgründe und auch die Sorge vor einer erneuten Steuerfahndung wurden hauptsächlich als Gründe angeführt, berichtet er. Daher stelle er sich erneut zur Wahl und wurde ohne Gegenstimme als erster Präsident wiedergewählt. Auch Jürgen von Willert, zweiter Präsident und zuständig für Finanzen, trat wieder an, kündigte jedoch an, nur bis Ende des Jahres 2018, und damit nicht die vollen drei Jahre, zur Verfügung zu stehen. Berufliche, gesundheitlich und „andere Gründe“ führte er als Begründung an. Ihnen zur Seite stehen Sonja Kahl (dritte Präsidentin, zuständig für Verwaltungen und Ehrungen), Ulrich Meitinger (Schatzmeister) und Franz Schwab (Organisation), die alle ebenfalls dem Präsidium bereits angehörten, teilweise allerdings in anderen Funktionen. Alle Präsidiumsmitglieder wurden einstimmig gewählt. Vakant bleiben die Ämter für Ehrungen und Pressearbeit sowie für die Sportstättenarbeit. Das Präsidium hofft, im Laufe der Wahlperiode noch Freiwillige dafür zu finden. Bürgermeister Michael Wörle dankte seitens der Stadt dem Präsidium und den Abteilungen für ihre Arbeit und hatte eine frohe Botschaft mit dabei: Der bereits totgeglaubte Silvesterlauf wird heuer wieder stattfinden. Eine Nachricht, die für starken Applaus sorgte. Die Schirmherrschaft übernimmt der TSV Gersthofen, den die Stadt unterstützten wird. Wörles Wunsch ist es, dass der Silvesterlauf „weiterhin eine Highlight-Veranstaltung“ sein wird.

Zwei neue Ehrenmitglieder

Weiterhin umfassend war der Punkt „Ehrungen“ auf der Tagesordnung. Der TSV Gersthofen darf sich über zwei neue Ehrenmitglieder freuen. Martin Lochbrunner und Waltraud Böving haben sich über 25 Jahre an verantwortlicher Stelle für den Verein verdient gemacht. Lochbrunners Tätigkeit reicht bis in die 1950er Jahre zurück. Unter anderem war er Vermögensverwalter für die Turnhalle, viele Jahre im Präsidium tätig und nahm 37 Jahre die Ehrungen des Bayerischen Landes-Sportverbandes vor. Böving hat sich große Verdienste um die Turnabteilung erworben, der sie 25 Jahre als Leiterin vorstand. Ihr ist es unter anderem zu verdanken, dass das Leistungsturnen erfolgreich im Verein etabliert wurde.

Die Verdienstnadel in Bronze, die für mindestens fünf Jahre an verantwortlicher Stelle verliehen wird, ging an die Abteilungsleiter Peter Woerlein (Karate), Ernst Winter (Alpin), Klaus Assum (Fußball), Samir Babovic (Handball) sowie Alexander Päckert, der bis zuletzt und damit insgesamt sechs Jahre dem Präsidium angehörte. Päckert brachte sich beim Bau der neuen Mittelschulturnhalle mit ein und sorgte für die außerordentliche Höhe von neun Metern, dank der dort nun Meisterschaften der Rhythmischen Sportgymnastik stattfinden können.
Des Weiteren wurden zahlreiche TSV-Mitglieder für ihre langjährige Treue zum Verein geehrt. Gerhard Hlasuchek, 1958 Architekt der Turnhalle und 2001 als Fachmann bei deren Sanierung mit dabei, blickt als einziger auf stolze 70 Jahre Mitgliedschaft zurück.



Für ihre langjährige Mitgliedschaft beim TSV Gersthofen wurden geehrt:

25 Jahre: Maximilian Alt, Thomas Bartsch, Werner Braun, Tina Braun, Constantin Echter, Tobias Fleischmann, Franziska Greiner, Daniel Hagner, Peter Hieler, Christoph Jung, Franz Kerschbaum, Erwin Klinger, Roswitha Klinger, Wolfgang Kreutner, Matthias Kruner, Marius Riester, Eva Rößner, Helga Schnierle, Isolde Schwab, Miroslav Smid, Alexandra Stöhr, Rosmarie Wagner, Erika Weinmann, Alexander Weisel

40 Jahre: Edeltraud Almer, Winfried Altmann, Wilhelm Baumeister, Florian Brix, Eugenie Burghard, Hannelore Eder, Anni Eibel, Sieglinde Eser, Martin Ettenreich, Hans-Jürgen Fendt, Erika Gai, Wolfgang Grob, Herbert Hadatschy, Theresia Hadatschy, Albert Heckl, Barbara Himml, Andrea Jakob, Ilse Kastenhofer, Willi Kirner, Ingeborg Kleber, Christian Linke, Sieglinde Schierz, Sigrid Schubert, Gabriele Sonnberger, Dr. Karl Gerod Zinkl

50 Jahre: Erhard Gai, Emil Gaugenrieder, Gerda Maier, Rosmarie Mayershofer, Werner Mayershofer, Germa Meitinger, Peter Ottlik, Siegfried Pröll, Marita Rau, Christa Schwabbauer, Günter Utz

60 Jahre: Elisabeth Hlauschek, Herbert Holler, Klaus Kampa, Hans Knöpfle, Zoltan Resch, Hermann Steiner

70 Jahre: Gerhard Hlauschek
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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.gersthofer | Erschienen am 06.05.2017
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