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Was ist los in der Tagespflege Gersthofen?

Der Tagesraum in der Tagespflege
 
Die Küche in der Tagespflege
 
Musikduo "Anita und Elli"

Ein Bericht, der offene Fragen klären soll!

Vor einiger Zeit war ich in den Räumen der Tagespflege, weil ich diesen Teil der Sozialstation kennenlernen wollte. Mir selbst war diese Einrichtung mit ihren Angeboten nur dem Namen nach bekannt. Das galt auch für Verwandte, Bekannte und Menschen, mit denen ich sonst zu tun habe.
Eine Informationslücke, die ich mit diesem Bericht beseitigen will!

Wie mit der Leiterin der Tagespflege, Frau Angela Fuhr vereinbart, traf ich mich zeitgleich mit ihr um 07.40 am Eingang der Sozialstation, in deren Büros schon Licht brannte.
Während ich mich in den hellen und freundlichen Räumen der Tagespflege umschaute, öffnete Frau Fuhr erstmal zum Lüften alle Türen und Fenster. Was mich sofort beeindruckte waren die Ordnung und Sauberkeit in allen Bereichen der Tagespflege. Wegen der erwarteten geringeren Zahl der Gäste wurde der Tisch für das Frühstück in der Küche gedeckt.
Frau Fuhr zeigte mir das von den Gesellschaftern und Mitarbeitern gemeinsam erarbeitete "Leitbild der Ökumenischen Sozialstation Gersthofen und Umgebung".
Dieses gipfelt in dem Leitsatz "SOZIAL HANDELN - VERANTWORTLICH PFLEGEN". Es ist von christlicher Nächstenliebe geprägt und bietet jedem Menschen, ohne Anschauung der Person, Religion und Nationalität Hilfe an. Ein bis ins Einzelne gehender Tagesablaufplan regelt, je nach vorhandener Ausbildung der Mitarbeiter, deren Tätigkeiten.

Es war acht Uhr geworden und die Helferin, Frau Rita Fischer und die vierzehnjährige Praktikantin Josefine begannen mit ihrer Tätigkeit. Anhand der Arbeitsabläufe wies Frau Fischer das Mädchen in die auf sie zukommenden Arbeiten ein.
Der von der Leiterin der Tagespflege ausgearbeitete Dienstplan gewährleistet, dass ständig eine examinierte Fachkraft (Altenpflegerin oder Krankenschwester) anwesend ist. Diese (heute war es Frau Fuhr) ist für den reibungslosen Ablauf, die fachlich einwandfreie Hilfe und die notwendigen Verwaltungsarbeiten zuständig. Es ist auch durchaus erwünscht, dass ehrenamtliche Kräfte, nach vorheriger Absprache, die Mitarbeiterinnen bei ihrer Arbeit entlasten.
Als Grundsatz gilt: "Jeder Gast wird individuell behandelt und versorgt!"
Das kommt nicht zuletzt dadurch zum Ausdruck, dass die üblichen Bezeichnungen, wie Patient oder Behinderte, nicht verwendet werden. Was mich den ganzen Tag über sehr beeindruckte war, dass die betreffenden Personen freundlich und höflich angesprochen, behandelt und versorgt werden.

Inzwischen war es halb neun geworden. Frau Grohmann, die Pflegdienstleiterin, sah kurz vorbei und die ersten Gäste, zwei Damen und zwei Herren wurden gebracht. In zeitlichen Abständen kamen dann noch ein Herr und zwei Damen. Letztere ohne fremde Hilfe, weil sie in der Nähe wohnen.
Während die Gäste ihr Frühstück einnahmen hatte ich Gelegenheit, mich azusführlich mit der Gattin eines der Herren zu unterhalten. Sehr offen und eigentlich beispielgebend für die anderen Gäste schilderte sie mir ihre Situation. Ihr Mann war nach einem Schlaganfall und langem Krankenhausaufenthalt pflegebedürftig. Nicht zuletzt wegen ihrer langjährigen und sehr guten Ehe entschloss sie sich, nur noch für ihren Mann, das heißt Tag und Nacht für ihn da zu sein. Die Möglichkeit, ihren Mann einmal in der Woche gut versorgt zu wissen, wird von beiden gerne wahr genommen. Einen zeitlichen Freiraum hat sie deswegen nicht, weil diese freie Zeit für notwendige Arbeiten und Erledigungen außerhalb des Hauses benötigt wird. Die von der Sozialstation erhobene Unkostenpauschale bestreitet sie von dem, je nach Pflegestufe von der Pflegeversicherung zur Verfügung gestellten Pflegegeld.
Mit ein Ergebnis dieses Gespräches für mich war, dass ich auf die Nennung der Gäste durch Pseudonyme verzichte. Das gleiche gilt für Bilder, auf denen die Gäste zu erkennen sind, deren Gesichter oft das schwere Schicksal, welches ihnen auferlegt ist, widerspiegeln!

Zwischenzeitlich hatten sich alle in dem großen Tagesraum um den Tisch versammelt. Mit einzelnen Gästen kam ich ins Gespräch und ich war erstaunt über die Offenheit, mit der sie mit mir über ihre persönlichen Verhältnisse sprachen. Ich sehe das als großen Vertrauensbeweis an, weswegen ich auch hier keine Einzelheiten erwähne.
Zu meiner Überraschung kamen im Laufe des Vormittags zwei Damen mit Gitarre und Keyboard und unterhielten uns mit Volksliedern, Schlagern, Operetten- und Opernmelodien. Bei den Schunkelliedern machten die Gäste zuerst etwas zaghaft und dann immer kräftiger mit. Diese etwa einstündige Unterhaltung bieten "Anita und Elli" den Gästen und Teammitgliedern dankenswerterweise etwa alle zwei Wochen freiwillig und unentgeltlich an. Ein lobenswertes Beispiel, wie man vom Schicksal nicht gerade verwöhnten Menschen eine Freude machen kann.
Jetzt war es halb zwölf und Frau Fischer und ihre bereits für den Nachmittagsdienst gekommene Kollegin, Frau Regina Haas und die Praktikantin brachten den Anwesenden das wohltuend heiße und sehr schmackhafte Mittagessen. Dieses war vorher, je nach Wunsch, aus einer umfangreichen Menükarte bestellt und nun von einer Firma angeliefert worden. Den dazu gereichten Salat und das anschließende Dessert hatten die Mitarbeiterinnen der Tagespflege schon am Vormittag liebevoll zubereitet.
Nach dem Essen und einer freundlichen Unterhaltung verabschiedeten sich die beiden Damen, die in der Nähe wohnten. Einige der Gäste zogen sich zu einem erholsamen Mittagsschläfchen zurück. Für einen weiteren Gast und mich die Gelegenheit, uns über die alten Zeiten unserer Tätigkeit bei der Firma Hoechst AG zu unterhalten.

Gegen zwei Uhr kamen alle anwesenden Gäste wieder zusammen und genossen den von Frau Haas und der Praktikantin Josefine aufgetischten Kaffee und Kuchen. Unterstützt wurden sie von einer weiteren für einige Stunden gekommenen freiwillig und unentgeltlich arbeitenden ehrenamtlichen Helferin. Diese übernahm dann auch noch das von einigen Gästen erbetene Vorlesen von kleinen Geschichten.
Ab drei Uhr erschienen nach und nach die Angehörigen und der Fahrdienst, um die Gäste wieder nach Hause zu bringen.

Positives Fazit meines Tages in der Tagespflege ist für mich die erlebte wohltuende ruhige, freundliche und hilfsbereite Atmosphäre. Und das Gefühl, dass die Gäste dies auch sehr genossen haben.
Auch die wertvolle Erkenntnis, dass meine Frau und ich, mit unseren über achtzig Jahren für mögliche Veränderungen unserer Lebenssituation jetzt schon wissen, wo wir einmal Hilfe bekommen können.
Gleichzeitig der Rat an alle, die jetzt schon Hilfe brauchen oder irgendwann benötigen, sich rechtzeitig über die Arbeit und die Möglichkeiten der von der Sozialstation Gersthofen angebotenen Tagespflege, die es übrigens auch in Langweid im ehemaligen Ärztehaus Dr. Wald gibt, zu informieren!
Zu erreichen sind die Sozialstation unter Tel. 0821-2990014 (Pflegedienstleiterin Frau Grohmann) und die Tagespflege unter Tel. 0821-2994215 (Frau Fuhr) zwischen 8 und 16 Uhr.
Übrigens: Das Musikdou "Anita und Elli" erreichen sie (für kleinere Feste) unter Tel. 0821-492383 oder 499818.
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1 Kommentar
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Heinrich Wörle aus Gersthofen | 26.12.2012 | 10:31  
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