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Betreuer beim Notruftelefon - Kein Job für Weicheier

Seit fünf Jahren betreibt der Gersthofer Verein SICHERES LEBEN zusammen mit den Opferschutzvereinen NATALIE (Epfach) und SCHAUT HIN (Oberstdorf) im Rahmen des Opferschutzverbandes FORUM GEGEN GEWALT das Kinder- und Jugend-Notruf-Telefon. Dessen bundesweit geschaltete Notrufnummer 0800 6522265 kann unentgeltlich rund um die Uhr erreicht werden.
Besetzt wird das Telefon von den ehrenamtlichen Mitgliedern der genannten Opferschutzvereine in Fünfstunden-Schichten und einer neunstündigen Nachtschicht. Dabei wird von den für diese Tätigkeit geschulten Notrufbetreuern verlangt, dass sie sich intensiv mit den Problemen der Anrufer befassen. Sie müssen sich auch die Zeit nehmen, geduldig zuzuhören. Besonders bei Kindern und Jugendlichen, deren Eltern offensichtlich keine Zeit mehr für ein ruhiges Familiengespräch haben, ist das oft schon die halbe Hilfe. Weil die Gespräche anonym erfolgen, erfahren die Telefonbetreuer oft Dinge, welche die Anrufer niemand anderem mitteilen. Meist sind es die für einen Erwachsenen lösbaren Probleme, die sich für ein Kind oder einen Jugendlichen zu einem Berg von Schwierigkeiten aufbauen. Trotzdem sind für die Betreuer Ruhe und Umsicht notwendig, wenn ein weinendes Kind sich wegen eines schlechten Schulzeugnisses nicht heimtraut oder ein schluchzendes Mädchen nicht weiß, wie es mit seinem Liebeskummer fertig werden soll. Da ist dann Zeit zum Zuhören und Einfühlsamkeit gefragt, ohne sich zwischen das Kind oder die Eltern zu stellen.
Nur selten sind es dabei dramatische Probleme, die ein sofortiges Eingreifen notwendig machen. Etwas anderes ist es, wenn es sich um Drogen- oder Alkoholmissbrauch handelt. Dann wissen die Telefonbetreuer, dass sie keine Fachberater sind und versuchen den Anrufer über eine zentrale Internetdatei an eine örtliche Fachberatungsstelle zu vermitteln.
Noch schwieriger wird es, wenn es um Misshandlung, Missbrauch oder andere Gefährdungen geht. Wenn es dann nicht möglich ist, den Anrufer zur Kontaktaufnahme mit einer Vertrauensperson im sozialen Umfeld zu veranlassen, kann eine direkte Hilfe nur unter Aufhebung der Anonymität erfolgen. Dann sind die zuständigen Behörden oder sogar die Polizei gefragt. In Einzelfällen leistet auch der Verein im Rahmen seiner Opferschutzaufgaben die notwendige Hilfe. Besonders dann, wenn es mit den Behörden Schwierigkeiten gibt. Entsprechende Hilfen des Vereins ziehen sich manchmal über Monate, in Einzelfällen über Jahre hin, bis ein befriedigendes Ergebnis erreicht werden kann.
Zu Verstärkung seines Betreuerteams sucht der Verein laufend Frauen und Männer mit Lebenserfahrung und der Bereitschaft zum verständnisvollen Umgang mit Kindern und Jugendlichen.
Informationen erhalten Interessenten durch die Vereinsvorsitzende, Frau Schmidthals-Pluta (Tel. 0821-499090) oder den Verfasser dieses Berichts Lothar Ostermöller (Tel. 0821-491740).
Zweckgebundene Spenden für das Notruftelefon sind möglich auf das Vereinskonto Nr. 48405 bei der Kreissparkasse Augsburg (BLZ 72050101). Auf Wunsch werden Spendenqittungen ausgestellt.

Lothar Ostermöller
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Tanja Schnepp aus Gersthofen | 17.09.2008 | 19:13  
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