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Ist der Osterhase konkurrenzlos?

Ostern, wenn der Lenz erwacht, jubelt jedes Kind und lacht, denn zu dieses Tages Feier gibt es bunte Ostereier.
Ich finde es wirklich interessant, dass es Forschern zwar gelingt, zum Mond zu fliegen, Schafe zu klonen, Knochenfunde zu bestimmen, die Tausende oder Millionen von Jahren alt sind, aber es bislang noch niemand geschafft hat, eindeutig zu erklären, woher die Bezeichnung Ostern kommt.

Möglich ist die Ableitung von Ostara, dem Namen einer germanischen Licht- und Frühlingsgöttin. Eine andere Vermutung stützt sich auf den Bezug zum Wort ostrâ aus dem Althochdeutschen. Es ist die Bezeichnung für die Jahreszeit, in der die Sonne wieder genau im Osten aufgeht. Wieder andere Forschungen gehen davon aus, dass die Bezeichnung Ostern auf einer falschen Übersetzung von ,,hebdomada in albis" = Woche der weißen Kleider (Christen, die an Ostern getauft wurden, legten weiße Gewänder an) beruht.

Wie dem auch sei, ich möchte Ihnen heute einige Osterbräuche vorstellen, die ich in „Der große Knigge“ entdeckt habe und deren Ursprung heutzutage vielerorts in Vergessenheit geraten ist.

Aberglaube zur Karwoche
Ein alter Volksglaube besagt, dass in der Karwoche unter keinen Umständen die Betten frisch bezogen werden dürfen. Das soll Krankheit heraufbeschwören. Hingegen sei es gut, mit geweihter Kreide ein Kreuz unter das Bett zu malen, um unerwünschte Besuche des Teufels zu verhindern. Wäsche waschen in der Karwoche soll angeblich unweigerlich den Tod eines Hausbewohners zur Folge haben soll. Ebenso gefährlich jedoch nicht nur für Personen eines Haushalts, sondern für alle, die im Dorf wohnen wäre es, Dünger oder Mist auf die Felder zu fahren.

Palmsonntag
Auch zu diesem Tag gibt es Aberglauben. Sogar heute noch hat sich einer davon an einigen Orten gehalten: am Palmsonntag auf nüchternen Magen drei unzerkaute Palmkätzchen zu essen. Dies soll das ganze Jahr hindurch Gesundheit bescheren. Ebenfalls als Glück und Segen bringend galt es, am Palmsonntag die ersten Frühlingsblumen zu pflücken. Um Palmbuschen und -zweige drehen sich auch andere alte Volksglauben. Beispielsweise wurden Palmzweiglein bei Gewitter im Ofen verbrannt, um Blitzschlag abzuwenden. Wer mit dem Palm dreimal ums Haus ging und so einen magischen Kreis zog, hielt damit Fuchs und Habicht fern.

Gründonnerstag
Woher die Bezeichnung für diesen Tag stammt, ist nicht eindeutig belegbar. Eine dieser Auslegungen bezieht sich auf eine Übersetzung des kirchlichen Begriffs ,,dies viridum" = Tag der Sündlosen, Tag der Büßer. Die Büßer waren Weinende, die ,,Greinenden". Das Wort wurde erst zu ,,Greindonnerstag", dann zu ,,Gründonnerstag" verändert.
Andere Erklärungen beziehen sich direkt auf die Farbe Grün. Eine Möglichkeit der Namensgebung ist der Bezug zu grünen Messgewändern, die an diesem Tag getragen wurden.
Auch könnte sich die Bezeichnung von dem alten Brauch ableiten, an diesem Tag Grünes zu essen. Solche grünen Speisen, z.B. Grünkohl oder Spinat werden auch heute noch vielfach zubereitet.
Im Süden Deutschlands heißt der Gründonnerstag auch Antlasstag (,,antlâz"= Entlassung, Ablass, Lossprechung). Eier, die an diesem Tag gelegt wurden, sollen besonders heilkräftig sein. Die so genannten Antlass-Eier, bleiben angeblich das ganze Jahr über frisch. Auch Kräuter, die an diesem Tag gesammelt werden, gelten als außerordentlich heilkräftig.

Alte Karfreitags-Sitten
Viele alte Sitten verbanden sich mit der Trauer, die diesen Tag für Christen prägt. So hieß es früher, es dürfte nichts getrunken werden, weil Christus am Kreuz Durst erleiden musste. Es sollten auch keine Werkzeuge gebraucht werden, die an Marterwerkzeuge erinnerten, wie Zangen oder Hämmer. Das Graben und Pflügen war untersagt, um die Grabruhe Christi nicht zu stören. Außerdem wurde vielfach auf Reisen, Waschen, Nähen und Haare schneiden verzichtet.

Karsamstag
Der Karsamstag ist auch unter dem Namen Taufsamstag bekannt. Früher fand die Erwachsenen-Taufe nur zweimal im Jahr statt: Ostern und Pfingsten. In Russland heißt dieser Tag Färbersamstag. Das weist darauf hin, dass sich dort die ganze Familie mit dem Bemalen von Eiern beschäftigte. In der Kirche wird der Karsamstag bis zum abendlichen Gloria, zu dem erstmalig seit Gründonnerstag wieder die Orgel und die Glocken erklingen, still begangen.

Und zum Schluss: Ist der Osterhase konkurrenzlos?
Nein, nicht ganz. Je nach Region und Tradition brachten auch der Hahn, der Ostervogel, der Storch, der Kuckuck oder der Fuchs die Ostereier. Aber seit Mitte des 19. Jahrhunderts hat der Osterhase seine ,,Mitstreiter" ziemlich arbeitslos gemacht. Der vermutete Grund dafür: Der Hase ist unter allen Tieren der heimischen Wiesen und Wälder nicht nur das possierlichste, sondern auch das fruchtbarste Tier. Er ist somit für das beste Frühlings-Symbol prädestiniert.
Wir wünschen Ihnen schöne Ostertage!
Die Pflugmacher's samt Kater Bossi
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