Jahresrückblick: „Simba – Sicherheit im Alter - betreut zu Hause“

Simba Betreuungsteam
Das Projekt „Simba – Sicherheit im Alter – betreut zu Hause“ wurde 2002 als Modellprojekt für Betreutes Wohnen zu Hause gestartet und für 3 Jahre aus den Mitteln des Bayerischen Sozialministeriums gefördert. Nach Ablauf der Modellphase wurde „Simba“ als dauerhaftes Angebot für Senioren bereitgestellt und wird seitdem aus Gebühreneinnahmen, Mitgliedsbeiträgen des Trägervereins und Spenden finanziert.

Ziel ist es, Germeringer Seniorinnen und Senioren ein höchstmögliches Maß an eigenständiger Lebensführung in ihrer eigenen Wohnung zu ermöglichen. Diejenigen, die bereits Betreuung und/oder Versorgung wünschen, erhalten im Rahmen eines Betreuungsvertrages ein Paket an Grundleistungen wie wöchentliche Hausbesuche, einen 24-Stunden-Notruf sowie soziale Betreuung und Beratung, die durch individuell auf den Einzelnen abgestimmte Dienstleistungen (Wahlleistungen) ergänzt werden können.

Von den angebotenen Dienstleistungen wurden bislang am häufigsten hauswirtschaftliche Versorgung und ambulante Pflege abgerufen. Der Umfang der pflegerischen Versorgung war individuell sehr verschieden und lag zwischen einer wöchentlichen Hilfe beim Baden und mehrmaligen Einsätzen pro Tag. Essen auf Rädern, Einkaufsdienst und Fahrdienste zu Ärzten oder Begleitdienste zu ambulanten Behandlungen in München waren ebenfalls wichtige Dienstleistungen, die von einigen Senioren regelmäßig in Anspruch genommen wurden.

Im Jahr 2011 lag die Anzahl der Betreuungsverträge bei 27 (2010: 27). Die Mehrzahl der Senioren hat einen Optionsvertrag abgeschlossen, um Vorsorge für den Fall zu treffen, dass Hilfeleistungen benötigt werden und Angehörige mit der Betreuung und Versorgung an ihre Grenzen stoßen. Die Anzahl der Optionsverträge war von 65 Verträgen in 2002 auf 103 Verträge in 2007 stetig gestiegen. 2007 war dann die selbst auferlegte Obergrenze von insgesamt 130 Betreuungs- und Optionsverträgen erreicht. Seit 2008 ist die Anzahl der Optionen rückläufig und liegt Ende 2011 nur noch bei 84 Verträgen. Eine mögliche Erklärung für den Rückgang ist in strukturellen Veränderungen zu sehen: Bestimmte Dienstleistungen wie hauswirtschaftliche Versorgung und ein 24-Stunden-Hausnotruf-System des Kooperationspartners (Malteser) gehören nämlich inzwischen zum „offenen“ Angebot für Sozialdienst-Mitglieder und können daher auch ohne Simba-Verträge in Anspruch genommen werden.

Obwohl 2011 von den Betreuungsnehmern 86 % über 85 Jahre alt waren, hatten nur 21 % eine Pflegestufe, und niemand hatte eine höhere Einstufung als Pflegestufe 1. Die Mehrzahl der Hochbetagten hatte demnach keine gesundheitlichen Einschränkungen, die zur Pflegebedürftigkeit führten. Einen weiteren Beweis für eine relativ stabile Gesundheit liefern die Zahlen über die Verweildauer in den Verträgen: 8 von 25 Betreuungsverträgen bestehen seit über 5 Jahren. Die älteste Vertragspartnerin – mit 101 Jahren – hat bereits seit über 9 Jahren einen Betreuungsvertrag. 41 von 84 Optionen bestehen ebenfalls über 5 Jahre.

Das Alter der Optionsnehmer lag deutlich unter dem der Betreuungsnehmer. In 2011 waren 41% unter 85 Jahre (Betreuungsnehmer: 14%). Der Anteil der über 90-Jährigen lag bei 9% (Betreuungsnehmer: 45%)

Die Zunahme an demenzkranken Menschen, wie sie in der Gesamtbevölkerung zu beobachten ist, gibt es ist auch bei „Simba“. Dem Thema Demenz begegnet der Sozialdienst durch Angebote wie „Lichtblick“ (die stundenweise Betreuung für demenzkranke Menschen), „TiPi – Tagesbetreuung von Demenzerkrankten in Privathaushalten“, der Ganztagsbetreuung in der Tagespflegestätte sowie mit Kontaktangeboten wie das „Cafe Zeitlos“. Alle Angebote können auch von Simba-Vertragspartnern genutzt werden.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.