Jahresrückblick der Kunsttherapeutischen Malgruppe des Sozialdienstes

Die Malgruppe des Sozialdienstes wurde ins Leben gerufen, um psychisch belasteten Menschen neben den bewährten Angeboten des Arbeitskreises „Therapeutische Hilfe“ auch ein Forum für bildnerische Gestaltung zu bieten.

Über das spielerische Experimentieren und Gestalten mittels verschiedener Farbmaterialien, Papierqualitäten und Papierformate entwickeln sich ausdrucksstarke Bilder. In ihnen spiegelt sich der spontane, sehr persönliche und meist unbewusste Ausdruck von Gefühl und psychischem Zustand wieder. Der Einstieg in das Malen ist niedrigschwellig, da ohne technische Vorkenntnisse oder Maltalent mit „kindlicher“ Freude und Neugier einfach begonnen werden kann. Je geringer der Anspruch der Malerin an ein „gelungenes“ Bild und je intuitiver das Malen, desto besser.

Obwohl das Bild Hinweise auf den psychischen Zustand und oft auch auf die belastenden Lebensumstände der Maler/in enthält, wird darauf in der anschließenden Bildbesprechung nur dann eingegangen, wenn die Maler/in dies selbst zur Sprache bringt. Die im Bild enthaltenen Ressourcen der Künstler/in, deren Fähigkeiten und Lösungsansätze werden angesprochen und sichtbar gemacht.

Im Februar reichten Teilnehmer/innen der Malgruppe eigene Arbeiten zur Bewerbung um den Kunstförderpreis „SeelenART“ ein. Das Sozialpsychiatrische Zentrum der Kliniken des Bezirks Oberbayern hatte erstmals den „Oberbayerischen Kunstförderpreis für Menschen mit Psychiatrieerfahrung“ ausgeschrieben. Neben dem eigentlichen Wettbewerb wollten unsere teilnehmenden Maler/innen Arbeiten anderer kunsttherapeutischer Gruppen kennenlernen und neue Erfahrungen sammeln.

Anlässlich des 7. Geburtstags der Malgruppe trafen sich die Teilnehmerinnen im April zu einer gemeinsamen Unternehmung. Ziel war die Ausstellung „Orientalismus in Europa“ in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung mit Gemälden und Skulpturen zahlreicher Künstler aus der Zeit ab 1800 bis zur Moderne.

Die offene Malgruppe trifft sich jeweils an den Montagen von 14 bis 17 Uhr. Im achten Jahr ihres Bestehens kam die Malgruppe 2011 31 Mal zusammen. 18 Teilnehmer/innen nahmen das Angebot wahr – fünf weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig kamen Anfragen aus weiter entfernten Gemeinden wie Inning und Herrsching. Hier wurden fallweise Teilnahmen ermöglicht. Pro Malnachmittag umfasste die Gruppe bis zu 8 Personen, im Schnitt 4 - 5 Personen. Diese Zahlen haben sich in den letzten vier Jahren auf ähnlichem Niveau eingependelt. Heide von LaRoche, die Leiterin der Malgruppe, brachte 2011 124 Stunden ein.
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