Defizit zwingt Sozialdienst zu Sparmaßnahmen

Bei der Versammlung wurden auch diesmal wieder zahlreiche Mitarbeiter für langjährige Tätigkeiten im Sozialdienst geehrt: Erika Kawaleck (35), Christa Wilhelm (35), Helga Kern (30), Helga Fahs (30), Theresia Geier (20), Inge Hankel (20), Bärbel Rost (20), Christa Tretschok, Roland Selml, Ursula Patzak, Martina Neher, Heidemarie Widmann, Waltraud Heckmaier, Klaus Kleinichen, Elke Wiesenberger, Anita Fröhlich, Veronika Becker, Brigitte Haderlein, Elmar Meder, Emil Reitmeier, Martina Becker, Ilse Blume, Horst
 
Sonja Thiele
Der Sozialdienst Germering blickte bei der Mitgliederversammlung auf ein ereignisreiches, aber auch defizitäres Jahr 2011 zurück. Vorsitzender Hans-Joachim Lutz bedankte sich in seiner Begrüßungsrede bei allen Mitarbeitern und wies auf die 108.629 geleisteten Arbeitsstunden hin, wovon 40.809 (37%) ehrenamtlich erbracht wurden. 415 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren in 45 verschiedenen Tätigkeitsbereichen aktiv, davon 164 ohne Bezahlung bzw. mit Auslagenersatz. Ohne dieses bürgerliche Engagement sei die Arbeit des Sozialdienstes gar nicht möglich, so Lutz. Das Jahr 2011 stand im Zeichen neuer Projekte und Engagements. Dazu gehörten die Eröffnung des „Café Zenja“ und der Schulküche in der Kerschensteiner Schule, die im Mai in Betrieb genommen wurde.

OB Andreas Haas war beeindruckt von den Leistungen und Angeboten des Sozialdienstes und betonte, dass die Einrichtung aus Germering und dem Landkreis nicht wegzudenken sei. Germering zeichne sich zwar nicht durch schöne Gebäude aus, aber dafür durch eine soziale Infrastruktur, die ihresgleichen suche.

Geschäftsführerin Sonja Thiele gab einen Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung des Sozialdienstes. Den Ausgaben von 2,16 Millionen Euro standen 2011 Einnahmen von 2,12 Millionen gegenüber. Das hohe Defizit von rund 46.500 Euro, so Thiele, habe zur Folge, dass das Jahr 2012 im Zeichen der Konsolidierung stehen werde. Das bedeute, dass jedes Ressort auf Einsparmöglichkeiten bzw. neue Gebührenstrukturen überprüft werden müsse, um die Zukunft des Sozialdienstes zu sichern. Gründe für das Defizit seien vor allem, trotz 98 % Auslastung, die Tagespflege, Hilfsangebote in der Familienhilfe und der Kinderbetreuung. Auch in der ambulanten Pflege haben Maßnahmen der Zukunftssicherung zu erhöhten Kosten geführt. Weiterhin steigende Energiekosten und Miet-Nebenkosten belasteten außerdem die Budgets. Erfreulich sei aber die große Unterstützung von Spendern und Sponsoren, die maßgeblich zur Erhaltung vieler Projekte beitrugen, so die Geschäftsführerin. Thiele rief dazu auf, den Sozialdienst durch eine Mitgliedschaft, Spenden oder auch Erbschaften zu unterstützen, um das einmalige Hilfsnetzwerk weiter aufrecht zu erhalten.

Inzwischen fest verankerte Tagesordnungspunkte bei der Mitgliederversammlung sind die „Berichte aus der Praxis“: Barbara Homborg erzählte vom Alltag im Kinderpark in der Planegger Straße, der letztes Jahr 35 Jahre alt wurde, und sorgte mit kleinen Anekdoten für Schmunzeln bei den Zuhörern. Martina Becker gab den Zuhörern einen ausführlichen Einblick in das Projekt „Simba – Sicherheit im Alter – betreut zu Hause“. Das Angebot ermöglicht Germeringer Seniorinnen und Senioren ein höchstmögliches Maß an eigenständiger Lebensführung in ihrer eigenen Wohnung. Über einen Betreuungsvertrag erhalten Simba-Partner ein Paket an Grundleistungen. Wahlweise können bei Bedarf dazu auch noch andere Angebote in Anspruch genommen werden. Ein Optionsvertrag bietet die Möglichkeit der Zusicherung zur Aufnahme in „Simba“, soziale Beratung und auch die Teilnahme an regelmäßigen Ausflügen und Treffen.
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