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Trekkinggruppe der ‘Strammen Kette‘ aus Gehrden radelt im Oberallgäu.

      Gehrden: Petra Eller | Wie in den vergangenen Jahren unternahm auch dieses Jahr eine kleine Gruppe Trekkingfahrer zusätzlich zu der traditionellen Jahresfahrt einer 1 wöchige Radtour. Ziel waren dieses Mal die Allgäuer Alpen bei Oberstdorf.
Im ruhig und idyllisch gelegenen Landhaus Bergleben 5 km von Oberstdorf fanden die Radler eine ideale Unterkunft für die teilweise sehr anspruchsvollen Tagestouren. Diese Touren waren geprägt von Fahrten über leicht ansteigenden Strecken entlang wilder Bergbäche oder durch grüner Bergwälder und Wiesen bis hin zu steilen schweißtreibenden Anstiegen mit bis zu 20 % Steigungen und abenteuerlichen Abfahrten aber auch über flache Radwege entlang der reizvollen Iller. Diese vielen positiven Aspekte und die sportlichen Herausforderungen machte diese Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle Beteiligten.

Im Einzelnen stellten sich die Touren so dar:

Am Anreisetag erwartete uns das Allgäu mit einem leichten Landregen welcher etwas auf die Stimmung drückte.
Doch nach dem einchecken in das gemütliche Landhaus Bergleben und nach einem hervorragenden Abendessen in der nahegelegenen Alpe Dornach sowie die positive Wetterprognose für die nächsten Tage wurde die Stimmung immer besser und wir freuten wir uns auf die geplanten Touren.

Die 1. Radtour führte uns zu gewaltigen Felswänden, steilen Grasflanken und sanften Bergwiesen– hinein ins wildromantische Oytal.

Vom Landhaus Bergleben führte der Radwanderung durch Oberstdorf über die Oststraße hinauf zur Talstation der Nebelhornbahn. Bald jedoch begann ein kurzer, kräftezehrender Anstieg (500 m, 16 % Steigung, 70 Höhenmeter) zum Kühberg. Doch schon auf halber Höhe des Anstieges wurden wir belohnt: mit einem traumhaften Ausblick über das gesamte Oberstdorf. Oben angekommen radelten wir in südlicher Richtung und genossen den einzigartigen Blick ins Trettachtal mit seinen markanten Bergen. Etwas später erreichten wir eine kurze, leicht ansteigende Waldpassage und überquerten den Oybach. Nach nur wenigen Metern eröffnet sich der Blick ins wildromantische Oytal mit seinem imposanten Seewasserfall, den steil abfallenden Seewänden und den markanten Gipfeln des Schnecks und des Großen Wilden. Die wunderschöne Allee geleitet uns weiter zum Gasthaus Oytal und weiter Richtung Gutenalp.
Ab dem Oytalhaus allerdings wurde der Weg immer schwieriger da er teilweise nicht mehr befestigt war und immer wieder Steigungen von 16 %. Auf halber Strecke erwartete uns der märchenhafte Stuibenfall. Der tosende Wasserfall aus den Felswänden versprüht im unten eingebetteten Gumpen in tausende Wassertröpfchen. Mit seinen 25 Metern ist dieser der höchste Wasserfall im Oberstdorfer Gemeindegebiet.
An der Käseralpe (1.400 m) angekommen, hatten wir uns nach der Bewältigung von 750 Hm eine ausgedehnte Pause verdient. Dabei ließen wir den Blick auf die Höfats, einer der bekanntesten Edelweißberge, schweifen. Zurück zum Ausgangspunkt ging es auf gleicher Strecke.
Da wir bereits am frühen Nachmittag im Landhaus Bergleben ankamen unternahmen wir noch eine kleine Wanderung

in die nahegelegene Breitachklamm. Während der Gletscherschmelze in der letzten Eiszeit, vor über 8000 Jahren, hat sich die Breitach durch die massiven Felsen gebohrt. Dadurch ist die mit 2,5 km Länge und ca. 150 m Tiefe tiefste Schlucht Mitteleuropas entstanden, die Breitachklamm.
Vom Kassenbereich gingen wir zur Breitach hinüber in die Klamm hinein. Das Tal schnürt sich zu einer Schlucht zusammen, und ab der Pegelanlage wurde der Klammweg immer spannender. Die Klamm, durch die die Breitach mit Getöse stürzt, wird immer schmaler, und das Tageslicht immer spärlicher. Die engste Stelle der Schlucht ist nicht einmal einen Meter breit. Schließlich erreichen wir den aufregendsten Bereich der Breitachklamm.
Hier ist im Jahr 1995 bei einem dramatischen Felssturz die Klamm verschüttet worden, dann nach einem halben Jahr wieder durchgebrochen und die Klamm wurde weitgehend verwüstete.
Den Abend verbrachten wir im rustikalen Allgäuer Bauernhaus Katzensteig bei einem deftigen Abendbrot.

Die 2. Radtour führte uns durch Hintersteiner Tal zum Giebelhaus mit fantastische Fernblicke, urige Einkehrmöglichkeiten und das Naturphänomen „Eisenbreche“.

Von Tiefenbach über Fischen und Sonthofen ging es nach Bad Hindelang. In der Ortsmitte von Bad Hindelang machten wir uns auf den Weg durch das Hintersteiner Tal zum Giebelhaus.. Dabei begleiteten wir die Ostrach zu unserer Rechten, bis wir schließlich Hinterstein erreichten. Am Ortsende von Hinterstein am Brunnen hielten wir uns rechts und näherten uns bald dem Konstanzer Jägerhaus, weiter ging es Richtung Ostrach Klamm und wir sammelten weitere Höhenmeter. Mit der Eisenbreche bot sich uns bald darauf ein wahres Naturspektakel: Über 80 m tief hat sich hier die wilde Ostrach in das Gestein gegraben. Einen ersten Eindruck des rauschenden Wasserfalls erhielten wir auf der Brücke kurz vor dem Elektrizitätswerk, bevor wenig später zur Rechten ein Aussichtspunkt weitere Blicke in die bewaldete Schlucht gewährte.
Der asphaltierte Weg führte uns im weiteren Verlauf zur hölzernen Hubertus-Kapelle. Hier kann man sich auf einer Rastbank niederlassen und die Aussicht auf die Ostrach genießen. Wenig später überquerten wir den Fluss, der von nun an links von uns sanfte Kurven beschreibt. Der Blick nach vorn wurde nun eingenommen vom mächtigen Giebel (1.948 m). Wir näherten uns nun ohne weiteren nennenswerten Anstieg der prägnanten Erhebung, bis wir nach 740 Hm das bewirtschaftete Giebelhaus erreichten. Am Gasthaus erwartete uns eine herrliche Aussicht. Links neben dem Giebel zieht der schroffe Wiedemerkopf (2.166 m) staunende Blicke auf sich. Nach einer Stärkung durch die gute Allgäuer Küche war die Rückfahrt nach Bad Hindelang bis nach Tiefenbach nun ein Leichtes.
Den Tag endete ausgelassen im nahegelegenen Restaurant Brunnenstadl mit bayrische Spezialitäten aus Küche und Keller und Hausmusik vom Gastgebern persönlich. Gejodelt und getanzt wurde auch.

Die 3. Radtour führte uns ins romantische Stillachtal mit bunten Blumenwiesen und das sehenswerte Kleinod Birgsau am Wegesrand und Deutschlands südlichste Siedlung Einödsbach.

Von Tiefenbach radelten wir durch Oberstdorf in Richtung Süden. Nach nur einem Kilometer gelangt man zu den Loretto-Kapellen. Die seltenen Schätze und Reichtümer der Wallfahrtskapellen sind begeisternd.
Nun ging es weiter aufwärts in Richtung Stillachtal bis zur » Flucht « (Lawinendach) und die Stillach entlang bis nach Faistenoy an der Fellhornbahn. Von dort aus ging es hinein ins wunderschöne Birgsautal bis zum beschaulich gelegene Weiler Birgsau, welcher zehn Häuser und eine Kapelle umfasst. Weiter radelten wir zur Endstation Alpsennerei Eschbach. Nach einer kleinen Stärkung fuhren wir weiter durch das Rappenalpental und nach teilweise bis zu 20 % Steigung erreichten wir die Biberalpe.
Auf der Rücktour machten wir einen reizvollen Abstecher zum Freibergsee und später zur Skiflugschanze, dem »Wächter des Freibergsees. Der größte See des Gemeindegebietes liegt idyllisch eingebettet in einem bewaldeten Kessel. Der Wege vom Freibergsee ins Tal ist an sich für Radfahrer zu steil und ab Schwand muss auf einer Länge von etwa einem Kilometer ein Höhenunterschied von ca. 100 Metern überwunden werden. Aber mit einer vorsichtigen Fahrweise kamen wir gut in der Ebene an und befanden wir uns direkt am Auslauf der Schanze.Der Rest der Rückfahrt nach Tiefenbach war dann kein Problem mehr.
Es kam uns nicht ungelegen, dass nächste Tag leicht verregnet war und wir eine Ruhepause einlegen konnten.

Wir genossen den Tag mit einer Autofahrt ins kleine Walsertal zum Bergdorf Baad und einer anschließenden Bergbahnfahrt mit der Söllereckbahn zum 1706 m hohen Söllereck.

Die 4. Radtour zum großen Alpsee und weiter bis nach Oberstaufen.

Wir radelten von Tiefenbach zum Iller-Radweg der Richtung Norden führt. Nicht weit von Oberstdorf bestaunten wir am Illerursprung die Entstehung der Iller durch den Zusammenfluss von Trettach, Stillach und Breitach. Bis Immenstadt ging es dann weiter auf dem Innradweg um dann am Großen Alpsee auf den Bodensee-Königsee Radweg zu stoßen den wir bis Oberstaufen folgten. Immer begleite von der sich am Horizont abzeichnenden Alpenkette oder dem blaugrünen Wasser von Flüssen und Seen.
Nach einer erholsamen Mittagspause am schönen Marktplatz in Oberstaufen traten wir die Rücktour nach Tiefenbach an. Bei einer kurzen Pause in einem Eiscafe am Ufer des Großen Alpsees konnten wir den Ausblick auf den größten Natursee des Allgäus genießen. Der weitere Rückweg gab uns weiter die Möglichkeit auf das wunderbar malerische Allgäuer Bergpanoramen zu blicken und uns von der Beschaulichkeit kleiner Dörfer verzaubern zu lassen.
Nach dieser 85 Km Tagestour ließen wir den Tag wieder ausgelassen bei Speis, Trank und Tanz im nahegelegenen Restaurant Brunnenstadl ausklingen.

Die 5. Radtour ins Trettachtal mit seiner beeindruckenden Bergkulisse bis zur Alpe Oberau.

Heute radelten wir von Tiefenbach über den Oberstdorfer Marktplatz in Richtung Nebelhornbahn.Nach der Überquerung der Mühlenbrücke ging es weiter in Richtung Süden zur sogenannten Zwingbrücke
um dann zum Eingang des Tales zu gelangen, stets mit dem Oberstdorfer Dreigestirn Trettach, Mädelegabel und Hochfrottspitz, vor Augen. Hier am Eingang war ein Stück Steigung zu bewältigen, der Rest der Stecke fuhr sich aber sehr einfach aber immer mit Blick auf bewaldete Höhen und teilweise verschneite, schroffe Berggipfel.
Bis zur Alpe Oberau passierten wir auf der östlichen Seite den Schattenberg, den Riffenkopf, den Kegelkopf und gelangten bis zum Traufberg. Auf der westlichen Seite konnte man den Himmelschrofen und den Wildgrundkopf sehen. Kurz vor der Alpe Oberau öffnet sich der Blick auf die Trettachspitze, welche mit ihren 2.595 Metern (höchster, rein deutscher Gipfel der Allgäuer Alpen) auch das » Allgäuer Matterhorn« genannt wird. Nun waren es bis zum Endpunkt, der Alpe Oberau, nur noch 500 m. Hier nahmen wir die Gelegenheit wahr eine deftige Alpbrotzeit zu uns zu nehmen. Dann ging es gemütlich bergab zur Unterkunft.

Da wir bei dieser Tour nur ca. 400 Hm bewältigen und es früh am Nachmittag war fuhren wir noch
ins Kleinwalsertal um mit der Bergbahn auf die 2058 m hohe Kanzelwand zu gelangen. Hier bot sich uns ein grandioser Blick auf die Bergwelt der Allgäuer Alpen.


Damit endete unsere erlebnisreiche Fahrradtouren Woche in den Algäuer Alpen.
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1 Kommentar
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Basti Σr aus Aystetten | 01.11.2017 | 12:48  
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