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St. Severin: Cäcilienmesse übertrifft alle Erwartungen

Am 18.11.2018 gab der Kirchenchor St. Severin sein Jahreskonzert vor mehr als 250 Zuhörern in der fast ausverkauften Kirche der Universitätsstadt Garching.

Was gibt es Schöneres als ein Kyrie, das wie ein engelsgleicher Hauch die Messe einleitet? Genau dies gelang dem Kirchenchor St. Severin e. V. unter der Leitung von Rudolf Drexl in perfekter Weise. Diese Perfektion zog sich durch die gesamte knapp 70 Minuten dauernde Messe, die einen hohen sängerischen Anspruch an alle Beteiligten stellt. Der Dirigent lag mit seinem Vertrauen in die Fähigkeiten des aus Laien bestehenden Chors goldrichtig.
Begleitet wurde der Chor von Mitgliedern des Bayerischen Rundfunkorchesters und vier herausragenden Solisten.
Der Chor glänzte bei den sanften gesanglich anspruchsvollen Passagen wie bei dem „Christe“ oder „Qui tollis“ – um nur zwei zu nennen - durch ein harmonisches Zusammenspiel der Stimmen, sowie die Dynamik und Artikulation, was vom Orchester noch unterstrichen wurde. Die beiden technisch hoch anzusiedelnden Fugen „Gratias agimus tibi“ und „Donna nobis“ sang der Chor mit einer erstaunlichen Präzision, aber auch die temporeichen Stücke wie das „Kyrie“ und das „Gloria“ waren ein Hörgenuss für das Publikum. Der Chor schaffte es durch die gesamte Messe sein Niveau zu halten und das trotz der relativ kurzen Vorbereitungszeit von sechs Monaten, was für eine Messe mit ausgesprochen schwierig zu singenden Stellen nicht gerade viel ist, zumal nebenbei auch noch das Kirchenjahr bedient werden will.
Die Sopranistin Jaewon Yun begeisterte mit ihrer klaren und zugleich federleichten Stimme ganz besonders bei den beiden atemberaubenden Arien „Laudamus te“ und „Quoniam“. Wunderbar ausgewogen und zugleich zutiefst ergreifend harmonierten die Altistin Lucia Frank, der Tenor Anselm Sibig und der weiche und zugleich volle Bass Heeyun Choi im „Domine Deus“. Ein ebenso wundervoller Moment wurde dem Publikum im „Incarnatus“ von Lucia Frank mit ihrer warmen Stimme und Anselm Sibig durch seinen hellen aber unaufdringlichen Tenor geboten. Heeyun Choi brachte im „Agnus Dei“ als letztem Solostück nochmals seinen ganzen Stimmumfang in seiner ganzen Brillanz zur Geltung.
Mit einem frenetischen Applaus wurden alle Musizierenden belohnt. Als Resümee lässt sich festhalten, dass dies eine für einen Laienchor ungewöhnlich herausragende Leistung war. Der Chor St. Severin unter Leitung von Rudolf Drexl unterstreicht damit die Bedeutung Garchings als Kulturstandort im Münchner Norden. Man darf also freudig gespannt sein auf das nächste Konzert Was dann zur Aufführung kommt, wurde noch nicht verraten.
(Sandra Antusch-Knopp)
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