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TSV Havelse muss aus wirtschaftlichen Gründen Damen-Team aus Regionalliga abmelden

Der Autor dieser Zeilen war schon Fan des TSV, da wurde im Stadion an der Hannoverschen Straße noch 2. Bundesliga gespielt, und er wird immer Anhänger eines oder schlichtweg des Traditionsvereins in der Region Hannover sein.
 
Der TSV Havelse hat sich seit kurzem verändert, besser: Er musste sich neu Aufstellen und eine Neuordnung der Fußballsparte Innerlich und äußerlich gleichermaßen vornehmen, d.h. neue Verantwortliche, viele neue Jugendtrainer, Erhöhung der persönlichen Anforderungen an Trainer und auch an die heranwachsende Fußball-Generation – sogar die Schiedsrichter des TSV bekommen einen neuen Obmann.
 
Die jetzt schon umgesetzten Veränderungen haben, das hat das letzte Jahr eindeutig gezeigt, Erfolg. Das sympathische Team der U 12 zum Beispiel von Trainer Thomas Dulski und Co-Trainer Hussein Nehme, (erstgenannter war zuvor erfolgreicher Trainer in Bemerode und Wettbergen) oder die Nachwuchsarbeit für den schulischen Nachwuchsbereich unter der Leitung von Max von Ikier (zuvor bei Hannover 96).

Der TSV Havelse stellt sich so der Zukunft in einem Bereich des Nachwuchssports, der eigentlich vom Aussterben bedroht ist: Aus vielerlei Gründen nämlich werden Jugendliche, die in der Kindheit noch Spaß am Fussball hatten, ab einem gewissen Alter des Fußballspielens überdrüssig, die Schule frisst zuviel Zeit, viele haben auch aufgrund des immer härter werdenden Spiels einfach keine Lust mehr auf Fußball, der falsche Trainer, die lieben Eltern, etc.
 
Der Fußball boomt zwar - trotzdem spielen immer weniger Jugendliche in Vereinen. Mancherorts kann der Junioren-Spielbetrieb nur mit Mühe aufrecht erhalten werden. Nur Traditionsvereine haben es da scheinbar leichter, manche können sich vor jugendlichen Zulauf kaum retten, dies betrifft zumeist allerdings nur die großen, bekannten Vereine, dazu gehört Havelse, ganz ohne Zweifel.
 
Nur ist der TSV Havelse ein eingetragener und gemeinnütziger Verein, also weder eine "KGaA" noch Börsennotiert, er ist im Nachwuchsbereich uneigennützig tätig und sehr erfolgreich, misst sich in Turnieren mit großen Namen, seine Jugendmannschaften reisen viel umher, natürlich aus der Pflicht heraus, Position und Stellenwert selbstbewusst zu verteidigen.

Mit den erfolgreichen Damen zusammen spielen derzeit 3 Mannschaften des TSV in der Regionalliga - die „Erste Herrenmannschaft“ ist ein eigener, sich selbst tragender Wirtschaftszweig, zählt deshalb nicht mit zum Amateurbereich.

Das bedeutet natürlich Spiele in Norddeutschland mit 4 Landesverbänden - mit den dazugehörenden Reisekosten, Schiedsrichtergebühren, etc., Kosten, welche sich ein Verein, der sich Selbstlosigkeit und Gemeinnutz gleichermaßen auf die Fahnen geschrieben hat, und im Gegensatz zur Hannoverschen Konkurrenz (mein Heimatverein möge mir das ergebenst verzeihen) traditionell etwas weniger üppig ausgestattet ist, ebenfalls verkraften muss, und zwar so, das am Ende Selbstlosigkeit und Gemeinnutz nicht in die Pleite führt - in diesem Bereich des Amateurdaseins gibt es nämlich keine großen Einnahmen, nur Kosten.
 
Und, lassen wir doch die Kirche mal im Dorf, liebe Fans, Zitat: „Frauenfußball ist beliebt, hat aber in etwa den gleichen Popularitätsrang wie Kegeln“, das ist nicht vom Autor dieser Zeilen, der wird sich hüten so etwas aus sich heraus zu schreiben, allerdings trifft es ein bisschen die Wahrheit. Man wünsche dem TSV Havelse, das er bald wieder eine Damenmannschaft schultern kann, vielleicht helfen da die Garbsener Fans ein wenig mit, der Autor dieses Artikels ist jedenfalls dabei.

Und: Der TSV Havelse ist ein Ausbildungsverein, das hat gerade eine aufstrebender Fußballehrer erfahren müssen, der sich gerade nach „höherem“ orientiert, allerdings ist man in Havelse zu Recht sehr stolz darauf, große  Namen hervorgebracht zu haben - und das sollte so bleiben. Volker Finke, André Breitenreiter, Hans Siemensmeyer, Frank Hartmann, Frank Pagelsdorf, Saliou Sané (Ja, liebe 96er, Der auch)....und jetzt auch Alex Kiene, alles Ehemalige vom TSV Havelse!
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