Im Porträt: Fabio Katzor - vom Newcomer zum Norddeutschen Meister im Kartfahren

Fabio Katzor Sieger der Norddeutschen Kart-Challenge
 
Fabio Katzor
Während die anderen Jungs in seinem Alter sich vorwiegend auf dem Bolzplatz aufhielten, fand man den kleinen Fabio auch auf dem grünen Rasen. Allerdings lief er nicht hinter dem Ball sondern zusammen mit seinem Opa hinter dem Rasenmäher her. Das Geräusch des Motors zog ihn schon früh magisch an. Ebenso wollte er von klein auf wissen wie so ein Fahrrad funktioniert oder wie man Reifen am Auto wechselt. Somit wurde in der heimischen Werkstatt, mit Hilfe seines Vaters, jedes Fahrrad auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt. Im Grundschulalter besaß Fabio bereits den ersten Verbrenner – ein Modellauto mit Benzinmotor. Im zarten Alter von sechs Jahren besuchte er seine erste Motorsportveranstaltung. Angesichts so viel Interesses an Motoren war der Weg zur nächsten Kart-Bahn schnell gefunden.
Fabio war fortan in seinem Element. Seine Eltern erkannten früh, dass es nicht ausreichen würde ihren rennbegeisteren Sohn nur hin und wieder einmal fahren zu lassen. Sie suchten und fanden eine Lösung. Der RSD Drakenburg in Nienburg unterrichtet Kinder auf einer Indoorstrecke.
Fortan ging es alle zwei Wochen nach Nienburg.
Die Rennen beim Indoor-Kart haben eine Länge von 4-9 Stunden im Team. Da Fabio bereits jede Menge Kondition im Garbsener Schwimmverein sammelte, machte ihm die lange Fahrtzeit von ca. 40 Minuten am Stück nichts aus. In den frühen Jahren hielten sich die Erfolge noch in Grenzen, ein Grund mit dürften die Leihkarts gewesen sein, die teilweise sehr strapaziert waren.
Mit 10 Jahren fuhr Fabio zum ersten Mal in Bispingen Outdoor-Kart. Spätestens ab diesem Tag war der Entschluss gefallen: Das Ziel war Outdoor zu fahren.
Bis es aber soweit sein sollte übte der junge Mann, mit den Hang zu Motoren, weiter im Innenbereich. Zusammen mit seinem Vater Diethelm, von Beruf Kfz-Meister, besuchte er verschiedene Messen. Der Familienrat tagte und beschloss Fabio auf seinem Weg zu unterstützen. Dieses Hobby kann ohne Hilfe – in diesem Fall seines Vaters- nicht verwirklicht werden. Es wird ein Schrauber sowie ein Fahrer benötigt, Vater Diethelm sprang gern ein. Es wurde ein älteres Wohnmobil mit Anhänger angeschafft, welches in liebevoller gemeinsamer Arbeit zu einem richtigen Schmuckstück heranwuchs. Das passende Kart wurde bei der Firma TOM-TECH in Peine gefunden. TOM-TECH ist auch der Veranstalter der norddeutschen Chart-Challenge. Auch hier entschied man sich für ein gebrauchtes Kart.
Sein erstes Outdoor-Rennen absolvierte der Schüler, der seine Helme selbst designt, als Gastfahrer am Harzring im Spätsommer 2009. Mangels Trainingsstrecken in näherer Reichweite, wurde die Zeit bis zum Beginn der ersten offiziellen Saison im März dieses Jahres, mit Trainingsläufen in Oschersleben, Emsbühren und Emsen überbrückt.
Unvergesslich der Tag an dem Fabio als Mitglied und offizieller Fahrer eingeschrieben wurde.
Da die Rennen sehr anspruchsvoll sind musste eine Fitnessart gefunden werden die zu Fabio und seinem Sport passt. Diesen hat der ehrgeizige Schüler beim Spinning gefunden.
Eine Saison des Norddeutschen Kart-Challenge (NKC) besteht aus 6 Rennen, die sich jeweils über drei Tage, Freitag bis Sonntag, erstrecken. Pro Rennen stehen 2 Läufe an. Der 2. Lauf wurde als Dritter beendet. Fabio überraschte als Newcomer und stand zum ersten Mal auf dem Podium. Großer Schreck im dritten Rennen, der Achtklässler war in einen (glimpflichen) Unfall verwickelt, verlor aber wichtige Punkte.
Jedes Rennen stärkt das Team von Vater und Sohn, die Erfahrung nimmt zu und wichtige Dinge, wie der z.B. der Reifendruck und die Wetterbedingungen, müssen beachtet werden. Mittlerweile ist die ganze Familie mit eingebunden. Mutter Monika und Schwester Alessia begleiten ihre Männer regelmäßig und übernehmen die unverzichtbaren Nebensächlichkeiten wie Essen zubereiten, Schriftverkehr oder einfach nur die Motivation.
Der Schüler der IGS Garbsen, der seinen Motor liebevoll Else nennt, hat keine Scheu in einer Klasse mit erfahrenen Kart-Fahrern, die schon mehrere Saisonen fahren, zu starten. Von Rennen zu Rennen steigert er sein Können und das mit einem gebrauchten Kart und so gut wie keiner Outdoor-Erfahrung. Auf die Frage ob er vor dem Start sehr aufgeregt sei antwortet er: "Sobald der Motor an ist, vergesse ich alles um mich herum und es gibt nur noch mich, mein Kart und die Rennstrecke."
Bereits beim letzten Rennen der Saison stand Fabio als Meister fest, was ihn aber nicht davon abhielt, mit vollem Gefühl zu starten und alles zu geben.
Nach diesem großen Erfolg kam postwendend die Anfrage, die nächste Saison im Team für die Deutsche Meisterschaft (RMC) zu starten.
Sein großes Vorbild ist Sebastian Vettel, Fabio Katzor könnte sich auch vorstellen mit dem Motorsport später einmal Geld zu verdienen. Dahin ist allerdings noch ein weiter Weg – und vor allem auch ein kostspieliger. Allein ein Rennwochenende frisst ein Satz Reifen im Wert von 180 Euro. Die Startgebühren bei den Deutschen Meisterschaften betragen jeweils 400 Euro. Der Anhänger des Wohnmobils der Familie Katzor, der sie von Wettkampf zu Wettkampf begleitet, bietet jede Menge Platz für Werbung und Sponsoren, die sehr willkommen und unverzichtbar auf dem Weg nach oben sind.
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Magazin Garbsen | Erschienen am 12.10.2010
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