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" Bürgerrechte vor Religion "

HAZ vom 6.Juni 2017

Von Necla Kelec in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 6. Juni 2017

"Die Themen Islam und Integration wurden bei den zurückliegenden Bundestagswahlen gemieden.Alle Parteien waren sich darüber einig, dass damit keine Wahlen zu gewinnen sind. Inzwischen hat sich die Lage verändert: Islamistischer Terror und Sorgen um die Sicherheit und Einheit im Land können nicht wegmoderiert werden. Alle Parteien wollen nun "den " Islam in die Gesellschaft integrieren. Alle wollen mit Moscheeverbänden zusammenarbeiten, auch wenn diese teilweise aus der Türkei und Saudi-Arabien gesteuert und finanziert werden. Selbst die christlichen Kirchen unterstützen diesen Dialog mit dem Argument der Religionsfreiheit- aus Furcht womöglich, sonst eigene Privilegien zu verlieren ?
Dabei ist dies der große Fehler, der zum Scheitern der Integration geführt hat: der
Umstand, dass die organisierten Muslime sich nicht als Bürger, sondern als identitäre religiöse Bewegung präsentieren und religiöse Symbole wie das Kopftuch zur Regel machen wollen. Nicht die Umma, das Kollektiv der Gläubigen, und die Moscheevereine
wären die richtigen Ansprechpartner für eine Zusammenarbeit, sondern der einzelne Muslim als Bürger dieses Landes. Deshalb bin ich für einen Bürgerdialog vor Ort statt einer Islamkonferenz oder eines Integrationsgipfels.
Wir müssen nicht um die Gruppenrechte und Religionsfreiheit der Muslime besorgt sein, sondern um die Freiheit des Bürgers muslimischen Glaubens. Wenn die Politik weiter mit den Verbänden schachert, wird nichts besser. Muslimische Bürger von der Bevormundung ihrer religiösen Vormünder zu befreien: Das wäre ein Schritt in Richtung Integration."( fettgedrucktes von mir hervorgehoben)

Necla Kelecist Soziologin, Publizistin und Frauenrechtlerin.

Kommentar:
Ein bemerkenswerter Satz: " Wir müssen nicht um die Gruppenrechte und Religionsfreiheit der Muslime besorgt sein, sondern um die Freiheit des Bürgers muslimischen Glaubens."
Der Freiheit ,die der deutsche Staat, die deutsche Gesellschaft , im Grundgesetz der Bundesrepublik verankert, jedem seiner Bürger garantiert. Gleiches gilt für alle Mitgliedstaaten der EU.

Der zweite bemerkenswerte Satz: " Muslimische Bürger von der Bevormundung ihrer
religiösen Vormünder zu befreien: Das wäre ein Schritt in Richtung Integration."

Es wäre auch ein Schritt in die Richtung, in EU-Europa einen freien, humanistisch geprägten europäischen Islam zu entwickeln und zu leben.
Es ist Zeit damit zu beginnen.
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15 Kommentare
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Klaus Anton aus Burgwedel | 06.06.2017 | 19:56  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 07.06.2017 | 06:31  
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Karl-Heinz Wulf aus Garbsen | 07.06.2017 | 09:18  
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Thomas Jacobi aus Annaberg-Buchholz | 07.06.2017 | 09:36  
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Karl-Heinz Wulf aus Garbsen | 09.06.2017 | 13:39  
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Jost Kremmler aus Potsdam | 09.06.2017 | 16:25  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 10.06.2017 | 05:29  
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Karl-Heinz Wulf aus Garbsen | 10.06.2017 | 08:28  
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Karl-Heinz Wulf aus Garbsen | 10.06.2017 | 09:13  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 11.06.2017 | 07:09  
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Karl-Heinz Wulf aus Garbsen | 12.06.2017 | 10:38  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 12.06.2017 | 22:56  
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Karl-Heinz Wulf aus Garbsen | 14.06.2017 | 10:39  
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Karl-Heinz Wulf aus Garbsen | 15.06.2017 | 19:02  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 16.06.2017 | 03:52  
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