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Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn.

  Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn. Eröffnung am 09.11.2019

Gedenk- und Festtag.

Der 2. Weltkrieg hat weltweit tiefe Wunden gerissen und bis heute bleibende Narben hinterlassen.
Viele Menschen und Länder sind danach getrennt oder wurden es durch weitere Kriege. Selten kam es zu einer Wiedervereinigung der Völker oder Länder wie in Vietnam.
Darunter ist auch die „Deutsche Teilung“, ein Überbleibsel der 4 Siegermächte USA, Frankreich, England und die Sowjetunion.
Wogegen Stalin den ostdeutschen Teil sozialistisch, diktatorisch gestaltete, bestanden die „Westmächte“ auf die Etablierung der Demokratie und freie Wahlen.
So entstand von Nord nach Süd die „Deutsche Teilung“ genannt auch Demarkationslinie oder Zonengrenze, die nicht nur Freunde und Verwandte unweigerlich trennte.
Es entstand ein Systemunterschied, eine konträre durch unterschiedliche Ideologie entstandene Lebensform.
Dies führte auf der einen Seite zur Zufriedenheit und Wohlstand auf der anderen Seite durch Bevormundung zu allmählich anwachsender Unzufriedenheit und Mangelwirtschaft.
Sie mündete zunächst im Aufstand der DDR-Bevölkerung am 17. Juni 1953, der mit Gewalt niedergeschlagen wurde. Das war aber nur das oberflächliche Löschen eines Moorbrandes der im Untergrund weiter schwelte.
„Wenn die DM nicht zu uns kommt, kommen wir zu ihr“, war die Parole der DDR-Bewohner und so begingen bis zu 38.000 DDR-Bürger pro Jahr „Republikflucht“
mit der Folge, dass die DDR-Regierung diese Schlupflöcher in die Staatsgrenze hermetisch und mit Selbstschutzanlagen sicherte. Am sichtbarsten war die Abschottung in Berlin durch den sogenannten „Todesstreifen“ und die „Mauer“.
Aber auch sie konnte überwunden, besser gesagt untertunnelt werden.
Damit war die Massenflucht zunächst besiegt nicht aber die Unzufriedenheit der Bevölkerung.
Die kam wieder durch die „Montagsdemonstrationen“ in Leipzig und Berlin zum Vorschein.
Der Druck auf die Regierung der DDR wuchs und glückliche, politische Umstände führten dazu, dass die Nachfolger Stalins mehr mit eigenen wirtschaftlichen Problemen und Auflösungserscheinungen der Sowjetunion zu tun hatten als mit der „linientreuen“ DDR.
Die politischen Verhältnisse in Ost und West änderten sich und durch die persönliche Freundschaft von Gorbatschow und Kohl entwickelte sich auch für die DDR eine Art „Glasnost“ und daraus schließlich die unblutige Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten zu einer Einheit in Freiheit.
Bis dahin waren die Grenzübergänge zwischen Ost und West und in Berlin deutliche Zeichen von Willkür und Unmenschlichkeit. Zwischenzeitlich versuchte der Westen wesentliche Erleichterungen für den Transitverkehr zu erreichen, was sich die DDR mit barer Münze bezahlen lies.
Es fielen im Lauf der Zeit der sogenannte „Zwangsumtausch“ beim Transit und dem Besuch in der DDR und Ost-Berlin weg, die Ausweise der Berliner bekamen das Aussehen der Bundesbürger usw.
Am größten Grenzübergang der getrennten Staaten in Helmstedt Marienborn fuhren bis zu 17 Millionen Bundesbürger jährlich über die Transitautobahn nach Berlin.
Nach dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung kann man in den noch erhaltenen Grenzabfertigungsgebäuden, die jetzt mehr zu einem „Erinnerungsmuseum“ als zu einer Gedenkstäte restauriert und erhalten wurden einmal hinter die Kulissen schauen, vom „Transport“ der Ausweise bis zu den „Entkleidungsräumen“, wo sich verdächtige Personen völlig nackt ausziehen mussten und auf eventuelle Schmuggelware untersucht wurden.
Das die Transitreisenden in ihren PKW’s und LKW’s unbemerkt auch gefährlichen und gesundheitsgefährdenden Untersuchungsmethoden wie Röntgenstrahlen und Vibrationsdetektoren ausgesetzt waren, erfuhr man erst später.

Dazu waren mehr als 1000 „Grenzer“ in Marienborn rund um die Uhr im Einsatz. Jetzt, 30 Jahre nach Öffnung und Wegfall der Grenze kommt ein wenig von der psychischen und physischen Gewalt für die Allgemeinbevölkerung zum Vorschein.

Mit eindrucksvollen Worten erwähnten die Kulturstaatsministerin Monika Grütters, Ministerpräsident Reiner Haseloff (Sachsen-Anhalt) und Stephan Weil (Niedersachsen) den Niedergang der DDR-Diktatur und richteten mahnende Worte an alle, die heute in Frieden und Freiheit leben, dass dies nicht selbstverständlich sei. Die Mauer ist verschwunden aber noch nicht ganz aus den Köpfen. Wir sollten nicht mehr von Ossis und Wessis, sondern von „WOSSIS“ reden. Dann wäre die Teilung auch kognitiv überwunden.
Die Feierstunde wurde von einem ökonomischen Gottesdienst eröffnet.
Hauptsächlich wurde dabei aber über Gedanken des Erlebens am 09.11.1989 gesprochen. Der hier anwesende evangelische Bischoff erinnert sich, diese Meldung in Papua Neuguinea während seines 9 Monatigen Aufenthaltes erhalten hatte. Da war aber schon der 10 November 1989.
Eine Tafel, auf der Besucher ihre Erlebnisse aufschreiben und veröffentlichen konnten, zog viele „Dabeigewesene“ an, und besonders diejenigen, die den Fall der Mauer nur noch vom Hörensagen kannten.
Worte von Zeitzeugen:
-„Leider zu früh zu Bett gegangen“!
-„Mein Vater weckte mich: „Steh auf wir fahren in den Westen“!

Mauer, Stacheldraht und Schießbefehl sind Vergangenheit. Einheit in Freiheit, sind unsere Zukunft. Dies verdanken wir mutigen Menschen, die auf die Straße gingen und die Wende vollzogen initiiert haben, die dann von der Politik bestätigt wurde.
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Hans-Werner Blume aus Garbsen | 14.11.2019 | 15:20  
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