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Ambulante Hospizarbeit - was ist das eigentlich?

Wann? 19.06.2011

Wo? Fest der Vereine, Rathausplatz, 30823 Garbsen DEauf Karte anzeigen
 
v.l.n.r.Hanne Tillack (Gruppensprecherin Hospizgruppe Garbsen),Antje Doß (Hospizkoordinatorin),Margaretha Austen (Gründerin der Hospizgruppe Garbsen),Heike Adler (Hospizkoordinatorin)
Garbsen: Fest der Vereine | Ambulanter Hospiz- und Palliativberatungsdienst der Malteser in Stadt und Region Hannover – die ehrenamtliche Hospizbegleitung –
von Antje Doß
Verschiedene gesellschaftliche Veränderungen erfordern neue Antworten: die Errungenschaften der modernen Medizin in der Bekämpfung von Infektionen und anderen Krankheiten, die gestiegene Lebenserwartung, die damit verbundene Wahrscheinlichkeit von Pflegebedürftigkeit im Alter, die Auflösung von Familienstrukturen, die notwendige Flexibilität und Mobilität der Erwerbstätigen tragen dazu bei, dass der Ort des Sterbens nicht mehr das eigene zuhause ist. Fast 90 % der Menschen sterben im Krankenhaus oder in Altenpflegeeinrichtungen.
Noch immer sind Sterben, Tod und Trauer ein Tabu, da der einzelne Mensch und die Familien es nicht gelernt haben, mit dieser besonderen Thematik umzugehen. Die Folgen sind, Hilflosigkeit, Sprachlosigkeit und auch Überforderung, die auch nicht vor Ärzten, Pflegekräften Seelsorgern und anderen beruflich Betroffenen Halt machen.
Der Hospizgedanke bedeutet, menschenwürdiges Leben und Sterben selbstverständlich zu machen. Und zwar zu Hause und auch in stationären Pflegeeinrichtungen. So werden Angehörige durch Ehrenamtliche entlastet und ermutigt, diese besondere Krisensituation anzunehmen. Auch wenn zu keiner Zeit das familiäre Netz ersetzt werden kann, tragen insbesondere die Ehrenamtlichen durch ihre Anwesenheit zum Aufbrechen sozialer Vereinsamung bei.
Die Malteser Hospizarbeit erstreckt sich über große Teile der Region Hannover. Die Hospizgruppen sind dabei an vier Standorten zu finden: Garbsen, Seelze, Hannover – Ricklingen und Hannover – Misburg. Ca. 70 ehrenamtliche Frauen und Männer aus allen denkbaren Berufsgruppen , wie z. B. Polizisten, Arbeiter, Mitarbeiter aus verschiedenen medizinischen Berufen, Theologen und Menschen im Ruhestand engagieren sich im hospizlichen Dienst für Schwerkranke und deren Angehörige . So unterschiedlich die Ehrenamtlichen sind, so unterschiedlich sind auch die zu Begleitenden.
Die Hospizkoordinatorinnen Heike Adler und Antje Doß sind erfahrene Krankenschwestern mit Palliative Care Zusatzqualifikation und bieten zusätzlich eine Palliativberatung an. Die Leistungen der Hospizbegleitung und der hauptamtlichen Palliativberatung sind kostenlos.
Die Ehrenamtlichen Mitarbeiter absolvieren durchlaufen eine mehrmonatige Vorbereitungszeit. Dabei soll u. a. die Auseinandersetzung mit den Themen Tod, Sterben und Trauer, mittels Wahrnehmungs- und Kommunikationsübungen und durch die Beschäftigung mit ethischen Fragestellungen die Kursteilnehmer dazu befähigen, mit schwer kranken, sterbenden und abschiednehmenden Menschen angemessen umzugehen.
Geschulte Ehrenamtliche tragen auf unterschiedlichste Weise dazu bei, die Nöte der Sterbenden zu lindern. Sie bieten praktische Hilfeleistungen (z. B. Botengänge) an, stehen für Gespräche zur Verfügung und entlasten durch ihr Dasein. Sie ermöglichen den Bewohnern oder Angehörigen, Gefühle zu äußern, Alltägliches zur Sprache zu bringen. Sie hören zu, lesen auf Wunsch vor, sie halten Schweigen aus und vermitteln durch ihre Anwesenheit das Gefühl, nicht allein zu sein.
Ehrenamtliche geben etwas vom Kostbarsten, was wir Menschen im Leben haben: persönliche Zeit!
In regelmäßigen monatlichen Treffen werden Erfahrungen ausgetauscht und Gemeinschaft gepflegt. die Einsätze reflektiert. Der gemeinsame Austausch und die Möglichkeit sich mitzuteilen, sind unendlich wichtig. Verpflichtende Supervisionen und Fortbildungen sind weitere Maßnahmen, um die Ehrenamtlichen zu unterstützen. Eine kontinuierliche Begleitung seitens der Koordinatorinnen ist selbstverständlich.
Zudem sind „Dankeschön – Ausflüge“ eine gute Gelegenheit, sich untereinander besser kennenzulernen und von Seiten des Malteser Hilfsdienstes den Ehrenamtlichen seine Wertschätzung des Engagements zu zeigen.
Nähere Informationen gerne unter malteserhospizdienst@gmx.de oder ( 0160 47 58 292 (wir rufen zurück!)
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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Leine-Zeitung | Erschienen am 16.06.2011
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