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Kleiner Bahnunfall löst optimale Rettungsaktion aus

Rechts der Traktor, der für den kleinen Zwischenfall verantwortlich war. Links die heraneilenden Kräfte von Polizei und Feuerwehr.
 
Eine optimale Versorgung von evtl. Verletzten wäre Dank des schnellen Einsatzes der Rettungskräfte gewährleistet gewesen.
 
Auch ein großes Einsatzfahrzeug der Feuerwehr Rothenburg war unmittelbar vor Ort.
Bin heute mit der DB-Regiobahn von Steinach bei Rothenburg in Richtung Rothenburg ob der Tauber gefahren. Und dann passierte es! Nur 200 Meter vor dem Bahnhof stand ein Traktorfahrer mit seinem 100.000 Tausend Euro starken Boliden vor dem Andreaskreuz und wollte warten bis der Zug vorbei ist um seine 5000 Liter Gülle auf seinem abgeernteten Kornfeld auszubringen. Leider hatte der gute Mann die Ausmaße seines Traktors leicht unterschätzt. Denn seine ganz nach oben gestellte Frontlader-Einrichtung schaffte es, den Zug am Dach leicht anzukratzen. Dies hatte zur Folge, dass der Zugfahrer unmittelbar anhalten musste. Denn es war unklar was beschädigt war. Der Zug war so richtig schön Proppen voll mit lauter
ouris von überall her, wie ich später feststellen konnte. Denn der Fahrer konnte kein Englisch und seine Durchsage auf Deutsch, dass er leider keinen Meter
weiterfahren darf und auch niemand den Zug verlassen darf, musste ja an die
englischsprachige/n Frau/Mann gebracht werden. Also habe ich mich geopfert und
mit meinem Speisekarten-Englisch den diversen Touristen aus Japan, USA,
Australien, China, Holland, Belgien und auch dem ein oder anderen Deutschen
Touristen, der die etwas verwirrte Ansage des Zugführers nicht gleich verstanden
hatte zu übersetzen. Es klappte - Gott sei Dank - ganz gut. Alle waren beruhigt, dass
nichts weiter passiert ist und niemand verletzt wurde. Im Angesicht der letzten
Bahnunglücke in Europa, waren daher alle froh. Hätte der Traktorfahrer allerdings
seine Frontlader-Einrichtung nur einige wenige cm tiefer abgesenkt, wäre wohl mehr
Schaden entstanden. Die Vorschriften für so einen Unfall schreiben dem jeweiligen
Zugführe vor, dass er sofort die Fahrt zu unterbrechen hat und auf den von der
Bahn für so einen Zwischenfall eingesetzten Notfall-Manager zu warten habe. Da es
für den Bereich Nordbayern nur 5 davon gibt, wussten wir nicht wie lange dies
dauern wird. Parallel dazu wurde eine echt gewaltige Rettungsschleife ausgelöst.
Binnen kürzester Zeit war ein Rettungswagen incl. Notarzt vor Ort, der sich sofort im
Zug umschaute und nach evtl. Verletzten bzw. Menschen mit einem evtl. Schock
erkundigte. Anschließend breschte ein ziviles Polizeiauto über ein abgeerntetes
Kornfeld aus Richtung Rothenburg heran und auch die Feuerwehr war sehr zeitnah
mit zwei Fahrzeugen vor Ort. Natürlich war auch die Polizei unmittelbar vor Ort und
begann zügig mit einer schnellen Unfallaufnahme. Allerdings konnte der Zug immer
noch nicht in den nur noch knapp 200 Meter entfernten Bahnhof einfahren, da diese
Entscheidung nur der Notfall-Manager der Bundesbahn treffen durfte. Relativ
schnell, war dieser aber dann auch vor Ort. Das verlassen des Zuges, war jedem
Passagier vom Zugführer vorher gleich untersagt worden, um evtl. Verletzungen
beim Verlassen des Zugs zu vermeiden, denn dann hätte er die Verantwortung zu
tragen. Dies haben auch alle Zuginsassen verstanden und auch akzeptiert. Es
herrschte überhaupt eine sehr gute und durchaus auch als ausgelass zu
bezeichnende Stimmung im Zug. Dies war unter anderem der besonnenen
Handlungsweise des Zugführers zu verdanken, der nach seinem anfänglichen
Schock, schnell alle Insassen über die jeweilige Situation informierte. Trotzdem
konnte man die Türen öffnen, was viele (ich nicht ausgenommen), dazu nutzten
einige Fotos von der allgemeinen Lage zu machen.



Drei Japanische Mädels nutzen die Gunst der Stunde und machten kurzer Hand
ein „Bahn-Surfer-Fotoshooting“. Aber alles in allem legten alle Mitreisenden ein
sehr diszipliniertes und Verständnisvolles Verhalten an den Tag.



Und wenn man auch, wie von dem ein oder anderen geäußert, dass ein oder andere Rettungsfahrzeug vor Ort als überflüssig empfunden hat, so darf man auf der
anderen Seite nicht verkennen, dass man niemals weiß, was rund um so einen
Zwischenfall alles passieren kann.

Und da ist es mir persönlich allemal lieber, dass eine Rettungsstaffel zuviel als zu
wenig vor Ort ist. Alles in allem also muß man also ein großes Lob an alle an diesem
Einsatz beteiligten Hilfskräfte aussprechen, die schnell und besonnen, der Lage
angemessen reagiert haben. Nach ungefähr einer Stunde war die Lage sowei
geklärt und der Notfall-Manager der Bahn entschied, dass der Zug bis in den
Bahnhof Rothenburg weiterfahren kann. Zur Sicherheit entschied er sich dazu sein
Dienstfahrzeug zurück zu lassen und den Zugführer auf seinen letzten Metern zu
begleiten. Im Bahnhof Rothenburg eingetroffen verließen alle Insassen erleichtert
den Zug um sich ihrem weiteren Touristischen Programm bzw. Vorhaben zu
widmen.

Und auch die Bundespolizei war nun vor Ort um den Sachverhalt aufzunehmen.
Wie in solchen Fällen üblich, musste ein neuer Zugführer den Zug übernehmen,
was zu einer kleinen aber verständlichen Verzögerung im Fahrplan führte.

Und es gab für mich sogar noch die Chance eine gute Tat für diesen Tag zu
vollenden. Denn am Bahnhof in Rothenburg wartete schon länger eine junge Mutter
mit Ihrem Kind auf den Zug der wieder zurück nach Steinach fahren sollte. Sie
machte sich sorgen, dass sie den Anschlußzug in Steinach nach Nürnberg nicht
mehr bekommen könnte. Denn ihr Flieger, mit dem sie nach Hause fliegen wollte
würde in Kürze von dort starten.

Ich informierte mich beim Notfall-Manager wann der Zug wieder zurückfahren würde.
Er sagte, dass erst ein Ersatz-Zugführer kommen müsse und erst dann der Zug
wieder weiterfahren werde. Da dies einige Zeit in Anspruch nehmen wird, habe ich
der Dame empfohlen sich mit der Service-Hotline der Bahn in Verbindung zu setzen
und um die Kostenübernahme für ein Taxi zu bitten. Als sich unter der Hotline nach
langem ...wählen Sie die 1... wählen sie die 2..niemand meldete und die Zeit für den
Anschlusszug in Steinach in Richtung Nürnberg immer enger wurde, habe ich ihr
empfohlen den im Bahnhofsgebäude untergebrachten Bahn-Tourist-Service eines
ansässigen Reisebüros aufzuzuschen. Und was soll ich sagen, ihr wurde sofort
geholfen. Sie bekam einen Vordruck den sie ausfüllen sollte und an die DB-Service-
Agentur schicken sollte. Ich brachte die immer noch leicht hektisch wirkende Dame
mit ihrem Kind (gerade mal 10 Monate alt), an den naheliegenden Taxistand. Dort
stand auch ein Ehepaar aus Frankreich, was ebenfalls eine Lösung suchte den
nächsten Zug in Richtung Würzburg zu erwischen. Also was bot sich da an, auch
diesen Touristen die Möglichkeit zu eröffnen, dieses Taxi (DB Großraum-Taxi) zu
nutzen. Der Taxifahrer hatte auch sofort Verständnis für die Situation und vor allem
nur noch 20 Minuten Zeit. Als ihn ein Amerikaner für die Fahrt in die Innenstadt zu
einem Hotel buchen wollte, hat er ihn kurz und knapp, aber höflich darauf
hingewiesen, das er es eilig habe und die vorgennaten Personen innerhalb von 15
Minuten nach Steinach zum Bahnhof zu bringen. Ich konnte dem etwas verdutzt
wirkenden Amerikaner den Sachverhalt erklären, wärend dessen der Taxler
einen "Formel 1 Blitzstart" hinlegte um seine Fahrgäste schnellst möglich sicher zu
ihrem Zug nach Steinach zu bringen. Ich finde, der sollte neben dem Zugführer auch
eine kleine Auszeichnung für diesen Tag bekommen. Von mir bekamen beide vor
Ort ein echtes Dankeschön.
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