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Umsetzung des Jugendschutz-Verwarngeldkataloges jetzt im gesamten Landkreis

Polizei und Amt für Jugend und Familie Fürstenfeldbruck gehen entschlossen gegen den Konsum von Alkohol und Zigaretten bei Jugendlichen vor.


Junge Volljährige besorgen für sich und ihre minderjährigen Freunde Spirituosen und andere Alkoholika in Supermärkten, Tankstellen und Getränkemärkten. Dies ist gerade in der Sommerzeit wieder häufig zu beobachten. Dass mit der Abgabe von alkoholischen Getränken an ihre jugendlichen Freunde jedoch gegen das Jugendschutzgesetz verstoßen wird, ist den Meisten unter ihnen vermutlich nicht bewusst.

Der vom Jugendhilfeausschuss (JHA) des Kreistages Ende letzten Jahres beschlossene Verwarngeldkatalog ermöglicht, geringe Verstöße sofort zu ahnden. In Absprachen zwischen den vier Polizeiinspektionen des Landkreises und dem Amt für Jugend und Familie Fürstenfeldbruck wurde die konkrete Umsetzung der Maßnahme festgelegt. Die Polizei kann nun Erwachsene und Heranwachsende, die Jugendlichen Alkohol oder Tabakwaren beschaffen oder ihnen den Konsum gestatten, vor Ort mit einem Verwarngeld bis zu 35 Euro belegen.

Wer Spirituosen - d. h. auch Alkopops - an 16- bis 18-Jährige weitergibt, muss mit einem Verwarngeld in Höhe von 35 Euro rechnen. Auch die Weitergabe von sogar einzelnen Zigaretten und anderen Tabakwaren sieht abhängig vom Alter des Jugendlichen Verwarngelder vor.

Schwerwiegende Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz leitet die Polizei in einer Ordnungswidrigkeitenanzeige an das Landratsamt weiter. Hierbei handelt es sich meist um die Abgabe von Spirituosen an Jugendliche unter 16 Jahren sowie von anderen alkoholischen Getränken wie Bier, Wein und Sekt an Jugendliche unter 14 Jahren. Wer mehrere hochprozentige Getränke an Minderjährige abgibt, muss mit einer sofortigen Anzeige rechnen.
Gewerbetreibende, die gegen das Jugendschutzgesetz verstoßen, erwartet nach wie vor ein Bußgeldbescheid durch die Kreisbehörde. Das Gesetz sieht einen Bußgeldrahmen bis zu 50 000 Euro vor - je nach Schwere des Verstoßes.

Nachhaltige oder wiederholte Verstöße begründen in der Regel auch den Widerruf der Gaststät-tenerlaubnis. Zudem kann der Verkauf von Alkohol an Kinder und Jugendliche unter Umständen auch eine fahrlässige Körperverletzung darstellen.

Polizei und Jugendamt erhoffen sich von den Sofort-Verwarnungen einen Lerneffekt in der Bevölkerung: auf einen Verstoß erfolgt die unmittelbare Reaktion. Bislang vergingen oft einige Wochen, bis der Betroffene per Bescheid mit einem Bußgeld bestraft wurde. Mit der Einführung des Verwarnungskataloges geht es vor allem darum, das unter den Jugendlichen in Mode gekommene Komasaufen einzuschränken und nicht, den maßvollen Konsum alkoholischer Getränke generell zu ächten. So stehen Erwachsene in der Verantwortung, ihr Verhalten zu überdenken und ein positives Vorbild abzugeben.
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Michael Gumtau aus Eichenau | 06.08.2009 | 17:18  
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