Anzeige

S-Bahnausbau der S4 vom Tisch! Teil 2

 
20101128 Offener Brief Martin Zeil Seite 1
 
20101128 Offener Brief Martin Zeil Seite 2
Fürstenfeldbruck: Bahnhof | Den seit langen geplanten viergleisigen Ausbau des Westarmes der S-Bahnstrecke S4 aus dem Investitionsprogramm des Bundes herauszunehmen und damit den dringend erforderlichen Beginn der Baumaßnahmen weiter zu verschieben, hat die Bürgermeister der betroffenen Kommunen, viele Bürger und auch mich in meiner Funktion als Stadtrat und Referent für Verkehr der großen Kreisstadt Fürstenfeldbruck bewogen, bei dem zuständigen Minister der Staatsregierung, Herrn Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie Martin Zeil, dagegen mittels einem offenen Brief zu protestieren. Die inzwischen erhaltene Antwort des Ministers drückt einerseits seinen Willen zum verantwortlichen Umgang mit Investitionsmittel und dem systematischen Ausbaues des Bahnknotenpunktes München aus, vermeidet aber anderseits jede konkrete Aussage dazu. Völlig unbeantwortet bleiben Fragen nach dem behindertengerechten Ausbau des Bahnhofes Buchenau und dem Stand der Verhandlungen mit der Deutschen Bahn AG zur Einrichtung von vermehrten Halten von Regionalzügen in Fürstenfeldbruck als ersten Schritt der Verbesserung. Um hier Klarheit zum Standpunkt des Ministers und damit der Staatsregierung sowie um einen eindeutigen Terminplan zu erfahren, wurde der Minister nochmals mit einem offenen Brief angeschrieben. Bleibt abzuwarten, wie seine Antwort ausfällt. Eins ist allerdings jetzt schon klar, ein Verschieben des viergleisigen Ausbaues auf dem Sankt-Nimmerleinstag und einen Ansatz, den Ausbau statt bis Buchenau nur bis Eichenau zu planen, ist nicht akzeptabel und wird zu massiven Protesten führen. Wichtige Strukturinvestitionsmaßnahmen sollten parteiübergreifend getragen werden und sind nur umsetzbar, wenn die verantwortlich Handelnden hier eine Kontinuität und Verlässlichkeit an den Tag legen. Leider hieß die bisherige Kontinuität „Schönwetterreden“ und „Nichtstun“, nur diese Zeit läuft jetzt ab, sonst geschieht in den nächsten 20 Jahren wieder nichts.

Öffentlicher Brief bezüglich der Streichung des viergleisigen Ausbaus der Bahnstrecke von Pasing bis Buchenau aus dem Investitionsprogramm vom 03.0.2011:

Sehr geehrter Herr Staatsminister Zeil,

vielen Dank für Ihr Antwortschreiben vom 20.12.2010 auf meinen öffentlichen Brief vom 28.11.2010. Leider bleiben darin einige doch wichtige Fragen unbeantwortet, so dass ich mich mit diesem Schreiben erneut an Sie wende.

So schreiben Sie von der Notwendigkeit einer Priorisierung der Ausbaumaßnahmen. Dies ist sicherlich richtig und sollte bei Investitionen jeglicher Couleur die Grundlage bilden für das Handeln der Verantwortlichen. Allerdings konnte ich Ihrem Schreiben nicht entnehmen, ob der viergleisige Ausbau der S-Bahnstrecke „S4-West“ nun aus dem Investitionsprogramm, so wie öffentlich von verschiedenen Seiten kolportiert, gestrichen wurde oder nicht. Wenn ja, stellt sich die Frage nach dem warum, wenn gleichzeitig in Ihrem Schreiben der viergleisige Ausbau der S-Bahnstrecke „S4-West“ eine hohe Priorität bescheinigt wird, nur eben in der Planungsbetrachtung der Staatsregierung für den Bahnknoten München die 2. Stammstrecke derzeit Vorrang hat. Wenn nein, stellt sich natürlich wiederum die Frage nach dem wirklichen politischen Willen hinter Ihrer Darstellung, schließlich warten die Menschen in der Region sehnsüchtig erst seit 20 Jahren und ertragen tapfer die Zustände!

Ebenso schreiben Sie, dass ein 15minütiger Takt auf der S-Bahnstrecke „S4-West“ sofort nach Fertigstellung der 2. Stammstrecke möglich wäre. Klingt gut, aber warum wurde dieser Takt denn dann nicht schon längst eingeführt? Bei der bisherigen Ablehnung eines schnelleren Taktes als der derzeitige 20-Minutentakt wurde seitens der Deutschen Bahn doch immer mit der gemeinsamen Nutzung der Gleise durch die S-Bahn mit Regional- und Güterzügen argumentiert und dieser Fakt bleibt ja - zumindest bis zum Beginn des viergleisigen Ausbaues - auf jeden Fall weiter bestehen! Daher wäre die Forderung, sofort mit der Planung des 15minütigen Taktes zu beginnen, so dass die Umsetzung Ende 2011 noch ermöglicht wird. Dies bedeutet aber natürlich, kreativ und gewillt das Problem anzugehen und nicht wie in der Vergangenheit die vielen auftretenden komplexen Punkten und Fakten einer solchen Planung sofort die Gründe für eine Ablehnung zu nutzen.
Weiterhin ist Ihrem Schreiben zu entnehmen, dass die Staatsregierung die notwendigen Planungsmittel bereitgestellt hat für die Fortsetzung der Planung des viergleisigen Ausbaues und das es Ihr Ziel sei, nach Realisierung der 2. Stammstrecke mit dem Ausbau der S4 beginnen zu können. Bitte nicht falsch verstehen, das Ziel ist löblich, aber doch unbestimmt formuliert. Daher die Nachfrage, wann ist die Planung denn abgeschlossen und wann können die betroffenen Kommunen mit konkreten Planungsunterlagen und Zeitplänen rechnen? Gibt es zudem, so wie Ihr Schreiben den Eindruck vermitteln möchte, einen Grundsatzbeschluss der Staatsregierung, nach Fertigstellung der 2. Stammstrecke mit dem viergleisigen Ausbau der S4-West sofort zu beginnen? Und grundsätzlich hat dieser natürlich bis Buchenau zu erfolgen, ein Ausbau nur bis Eichenau ist nicht zielführend und aus Sicht der Region nicht akzeptabel.

Leider gehen Sie in Ihrem Antwortschreiben auch nicht auf verschiedene Fragen und aktuelle Problematiken ein. Wie ist z. B. denn der Stand der Vorbereitungen, das mehr Regionalzüge in Fürstenfeldbruck halten? Wann können die Fahrgäste in der Buchenau behindertengerecht den Bahnsteig erreichen?

Zusammengefasst erbitte ich von Ihnen nochmals in meiner Funktion als Stadtrat und Referent für Verkehr der großen Kreisstadt Fürstenfeldbruck eine Stellungnahme bzw. eine klare Information zu den folgenden Themen:

1. Priorisierung, Investitionsprogramm
2. Umsetzung 15-Minuten-Takt
3. Fertigstellung Planung, Vorlage Zeitplan
4. Zusätzliche Halte von Regionalzügen
5. Behindertengerechter Zugang Bahnhof Buchenau.

Sicher sind die angesprochenen Themen komplex, aber die Menschen in der Region erwarten einfach klare Antworten und keine Vertröstungen mehr. Für Ihr Verständnis, Ihren Einsatz und Ihre Bemühungen bedanke ich mich.


Mit freundlichen Grüßen


Mirko Pötzsch
Stadtrat der Großen Kreisstadt
Fürstenfeldbruck, Referent für Verkehr
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.