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Neues in Sachen S4-Ausbau!

  Fürstenfeldbruck: Treffpunkt S-Bahnhof Fürstenfeldbruck | Stellungnahme zur Vorstellung des Kurzberichtes „Kosten/Nutzenanalyse Ausbau S4“

Das Wirtschaftsministerium hat den lang erwarteten Kurzbericht über die Kosten/Nutzenanalsyse für den Ausbau der S-Bahnstrecke S4 vorgelegt. Als positiv kann gewertet werden, das sich zumindest in Richtung Planungsschritte etwas tut, wenn auch immer noch viel langsamer als der Ist-Situation und die tatsächlichen Erfordernissen es eigentlich notwendig erscheinen lassen. Die vorgelegte Konzeption im Kurzbericht „Standardisierte Bewertung des Vorhabens ABS Pasing-Eichenau“ der Intraplan Consult GmbH vom März 2012 basiert auf den Zusammenhang mit der Schaffung der 2. Stammstrecke und des dann gültigen 15-Minuten-Taktes. Auf den ersten Blick liest sich der Bericht sehr positiv - kürzere Fahrzeiten, mehr S-Bahnzüge im Einsatz, die Schaffung einer Express-S-Bahn mit dem Endhaltepunkt „Geltendorf“ sowie einer stündlichen Express-S-Bahn von Buchloe kommend - ein großes anvisiertes Potential für mehr Fahrgäste, weniger Fahrten im eigenen PKW und eine doch erhebliche CO²-Einsparung seien dafür beispielgebend genannt.

Allerdings, es bleibt das nur knapp positive Kosten-Nutzen-Verhältnis. Um dieses in den weiterführenden Planungen zu erhalten, hat das Wirtschaftsministerium gemäss der Aussage von Minister Zeil eine Arbeitsgruppe gebildet. Wer da mitarbeiten darf, ist unbekannt, allerdings wäre eine Beteiligung der betroffenen Kommunen und auch der BI „S4-Ausbau jetzt“ mehr als wünschenswert. Betrachtet man die Konzeptionen der eingesetzten Zuggarnituren, ergibt sich entsprechend an den unterschiedlichen Stationen und zu den unterschiedlichen Zeiten ein sehr differenziertes Bild. In der Hauptverkehrszeit (HVZ) fahren z. B. in der Station Buchenau und Fürstenfeldbruck derzeit 4 Züge mit insgesamt 11 Garnituren. Ohne den viergleisigen S4-Ausbau, also nur mit der 2. Stammstrecke, erhöht sich die Zugzahl auf 5 mit insgesamt 14 Garnituren, inkl. des kürzeren Taktes (15 Minuten). Mit dem geplanten Ausbau der S4 fahren dann an beiden Stationen in der HVZ zu den 4 S-Bahnen im 15-Minutentakt noch 4 Express-S-Bahnen, also insgesamt 8 S-Bahnen mit 20 Garnituren. Dies stellt schon eine enorme Verbesserung dar. Dieses sehr positive Bild ergibt sich auch für die Nebenzeit (tagsüber) mit 7 S-Bahnen und 14 Garnituren. Ähnlich sieht das Ergebnis auch für die Haltestelle Puchheim aus.

Verlierer in der Konzeption bei einem viergleisigen Ausbau sind ganz klar die Haltestellen Leienfelsstraße, Aubing und Eichenau. Durch die Umstellung auf den 15-Minutentakt fahren ohne Ausbau in der HVZ wie in Fürstenfeldbruck 5 S-Bahnen mit 14 Zuggarnituren und in der Nebenzeit 4 S-Bahnen mit 12 Garnituren, dies ändert sich mit dem Ausbau aber zu jeweils nur noch 4 S-Bahnen mit insgesamt 8 Zuggarnituren und dies jeweils in der HVS und der NVS. Ein ähnlich differenziertes Bild ergibt sich bei den Haltestellen westlich von Buchenau. Als Beispiel sei Türkenfeld genannt, wo in der HVZ ohne Ausbau 3 S-Bahnen mit insgesamt 9 Garnituren (keine Verbesserung zum heutigen Ist-Stand), mit dem Ausbau 4 S-Bahnen mit 10 Garnituren fahren, wobei 2 S-Bahnen davon Express-S-Bahnen sind und damit die Reisezeit erheblich verkürzen. In der Nebenzeit (NVZ) verändert sich die Situation zu 2 S-Bahnen und 6 Garnituren (ohne Ausbau) zu 2 Express-S-Bahnen und 4 Garnituren (mit Ausbau). Während die Anzahl der Zuggarnituren wohl grundsätzlich ausreichend erscheint, kann die Beibehaltung des heute schon ungenügenden Taktes von 30- Minuten (bzw. des 20/40-Minutentaktes) eigentlich nur als planerischer Fehlansatz bezeichnet werden. Dies gilt übrigens auch für die Taktung in der Schwachverkehrszeit (ab 21.00 Uhr). Wo in Fürstenfeldbruck, Buchenau und Geltendorf immerhin durch die Express-S-Bahn „Buchloe“ noch drei S-Bahnen halten (stellt sich die Frage der genauen Fahrtzeiten), halten in allen anderen Stationen auf der S-Bahnstrecke „S4-West“ nur noch 2 S-Bahnen je Stunde. Dies bedeutet sogar teilweise eine eindeutige Verschlechterung zum heutigen Ist-Stand und ist für eine neue und zukunftsweisende Konzeption untragbar. Hier muss eindeutig nachgebessert werden.

Einen weiteren Mangel in der Konzeption stellt das Ausklammern der Elektrifizierung der Strecke „Lindau-Geltendorf“ dar, wodurch sich die Anzahl der Fernzüge auf der Strecke der S4 verdoppelt. Wie dies bei der Streckenbelegung mit der Konzeption eines 15-Minutentaktes bei den S-Bahnen und ggf. dann auch des Einsatzes der Express-S-Bahnen funktionieren soll, ist unklar. Schon bei dem heutigen 20-Minutentakt ist die gegenseitige Beeinflussung / Behinderung erheblich. Daher stellt sich u. a. auch die Frage, ob der derzeitige Ansatz des Ausbaues nur bis Eichenau wirklich den Anforderungen entspricht oder ob dies eigentlich nicht nur den ersten Ausbauabschnitt darstellen wird. Ein weiterer Schwachpunkt der Konzeption ist in der bisher völlig offenen Finanzierung zu finden. Dies wirkt umso schwerer, als das auf Betreiben der Staatsregierung der Ausbau der S-Bahnstrecke „Pasing-Buchenau“ 2010 aus der Liste der Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz-Projekte gestrichen wurde. Der Ausbau der S4 ist damit in Rahmen des GVFG, welches 2019 ausläuft, nicht enthalten, eine Alternative und ein Ersatz bei der Frage der Finanzierung ist nicht erkennbar. Unabhängig von der Realisierung der 2. Stammstrecke ist der Ausbau der S-Bahnstrecke „S4-West“ als eigenständiges Projekt zu behandeln und deren Finanzierung zu sichern. Sowohl das Wirtschaftsministerium wie auch die Politiker auf Landesebene sind aufgefordert, nach Jahren des Stillstandes den Planungsprozess nun massiv zu beschleunigen.

Am 19.04.2012 wird die Petition der Bürgerinitiative „S4-Ausbau jetzt“ im Landtag behandelt.

Aufgestellt: 28.03.2012

Mirko Pötzsch
Sprecher für die SPD in der BI „S4-Ausbau jetzt“,
Stellv. Vorsitzender des SPD-Ortsverein FFB und
Mitglied des SPD-Unterbezirksvorstandes
Münchner Straße 15a
82256 Fürstenfeldbruck

Tel.: 0179/2952960
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