Durchbruch oder Augenwischerei?

Fürstenfeldbruck: Bahnhof | Als sogenannter Abschied vom „Prinzip Sardine“ hat der Verkehrsausschuss des Bayerischen Landtages mit großer Mehrheit den Einsatz von mehr Langzügen (3 Garnituren) auf der S-Bahnstrecke S4 beschlossen. Eine Entscheidung, die lange überfällig und auf Grund der überfüllten Züge im Berufsverkehr nur zu begrüßen ist. Leider stehen für eine rasche Umsetzung überhaupt nicht genügend Züge der aktuellen Baureihe ET 423 zur Verfügung. Ein Nachkauf ist ebenfalls nicht möglich, da die Baureihe schon 2007 nach noch nicht einmal 10 Jahren Bauzeit eingestellt wurde. Zum Vergleich, die Bauzeit der Vorgängerbaureihe 420 betrug fast 30 Jahre.

Nun wird geprüft, ob es möglich ist, S-Bahnzüge aus anderen Nahverkehrsnetzen auszuleihen. Ist die Entscheidung also nur Augenwischerei und eine Beruhigungspille für die Fahrgäste? Natürlich, jede zusätzliche S-Bahn auf der S-Bahnstrecke „S4-West“ hilft! Aber in der Kernzeit des morgendlichen Berufsverkehrs fahren auf der S-Bahnstrecke S4-West jetzt schon Langzüge, die Maßnahme kann also daher nur eine partielle Lösung darstellen. Gefragt sind wohl eher die Einführung eines schnelleren Taktes und der Einsatz von Express- oder Verstärker-S-Bahnen, hierzu war im Landtag allerdings nichts zu hören!

Fazit: Gut, dass die Abgeordneten des Landtages sich mit den Problemen der S-Bahn München grundsätzlich beschäftigt haben und dabei der Fokus auf der „S4-West“ lag, aber von einer wirklichen Lösung sind wir noch weit entfernt.
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