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Wuide Hetz in Fürstenfeld nicht nur auf der Bühne?

Luftaufnahme Kloster Fürstenfeld im Vordergrund Veranstaltungsforum (Foto: © Bild: www.fürstenfeld.de CC)
 
Christian Ludwig Mayer und Winfried Frey beim Schlussapplaus der Premiere vom 16. Dezember 2017
Fürstenfeldbruck: Veranstaltungsforum Fürstenfeld, Stadtsaal, Fürstenfeld 12 | Ob es ein Wagnis des Veranstaltungsforum Fürstenfeld www.fürstenfeld.de war, sich mit Wuide Hetz – eine Fürstenfelder Rauhnachts-Geschichte an eine Eigenproduktion zu wagen, war zumindest nach deren zu Recht umjubelter Uraufführung vor ausverkauftem Haus am 16. Dezember 2017 keine Frage mehr.

Fragen allerdings stellten sich sehr wohl, als die für die Winterspielzeit 2018/2019 geplanten zwei Aufführungen mehr oder weniger sang- und klanglos gestrichen wurden.
Wuide Hetz vielmehr nun hinter den Kulissen?

Zwei Kranke ergeben keinen Gesunden, sagt der Volksmund. Um die Mysterien der Rauhnächte zu entschlüsseln und den Finger in die Wunden der Krankheiten unserer gegenwärtigen Zeit Gesellschaft zu legen, sowie ebenso einfache, als zutreffende Lösung zu präsentieren hatten sich jedenfalls zwei gigantisch Gesunde zusammengetan.
Mit den Protagonisten Frey www.winfriedfrey.de und Mayer www.clm-musik.com war das Risiko so jedenfalls schon auf ein Minimum reduziert und auch alle übrigen Akteure gaben zur Premiere absolut ihr Bestes.

Winfried Frey, der beliebte und renommierte Schauspieler (Buch | Regie) und Christian Ludwig Mayer, der auf kein musikalisches Genre festzulegende Multiengagierte (Komposition | Musikalische Leitung) stehen für glaubwürdige traditionelle bayerische Bodenständigkeit, wie wohl kaum Jemand sonst und legten eine Produktion der Extraklasse auf die Bühne des Fürstenfeldbrucker Stadtsaales.

Emi findet sich als zentrale Figur des Stückes nach dem – über Videoeinspieler visualisierten – Besuch des Hl. Nikolaus und Knecht Ruprecht aus unerfindlichen Gründen im Wald wieder und wird mit den Geschehnissen der Rauhnächte konfrontiert.
Jenen allzu oft in Vergessenheit geratenen 12 Nächten, also der Zeit, welche dem Sonnenjahr zum Mondkalender fehlt.

Frau Holle von der schönen, bzw. wie sie zu ihrer gruseligen Seite auch genannt wird, Frau Perchta, lässt Emi – wie viele andere sagenumwobene Begegnungen auch – erkennen, dass Alles zwei Seiten hat und kaum Etwas so ist, wie es sich auf den ersten Blick zeigt.
Speziell zum Blick darauf schärft ihr Frau Holle das Windows Problem ein: Du siehst nur noch ins Fenster, aber nicht mehr aus diesem!.
Und genau hier setzt Winfried Frey in der für ihn charakteristischen Art und Weise absolut überzeugend und ohne jeden erhobenen Zeigefinger ein: die Wuide Hetz ist weniger das Geschehen der Rauhnacht, als jenes Diktat , dem wir uns im Alltag bis zur Kopflosigkeit unterwerfen, anstatt wieder mehr zur Ruhe zu kommen und auf das zu hören, was uns Natur und trotz ihrer viel zu häufigen Vergessenheit bewährte Traditionen zu sagen haben.
Mit den 3 gelösten der 5, ihr von der Naturhexe gestellten Fragen bringt Emi den Kopflosen wieder ins Leben zurück und der abschließende Videoeinspieler zeigt, dass auch Emi ihre Konsequenzen aus dem Erlebten/Geträumten zieht und ihren Elektronikkonsum reduziert.

Der frenetische Applaus des Premierenpublikums war nicht nur die erste und hochverdiente Reaktion sichtlich bewegter BesucherInnen, sondern ein konkretes Nachdenken über die eigenen Lebensgewohnheiten prägte zahlreiche Stimmen unter ihnen.

Was also ist geschehen, dass dieses anspruchsvolle und exakt in die Zeit passende Stück aus dem Programm genommen wurde und sich das Veranstaltungsforum Fürstenfeld – auch auf mehrfaches Nachfragen hin – ausnahmslos in Schweigen hüllt?

Die wesentlichsten Unklarheiten/Ungereimtheiten dabei sind:

Wie kann eine Eigenproduktion mit insgesamt nur 3 angedachten Aufführungen überhaupt wirtschaftlich sinnvoll konzipiert sein?

Was sind die – dann zweifelsohne gravierenden – Hintergründe, dass nach nur einer davon gänzlich gestoppt wurde?

Welche Defizite bestehen seitens des Veranstaltungsforum Fürstenfeld selbst, wenn inzwischen sogar Arbeitsgerichtsverfahren anhängig sind?

Wie kann ausgeschlossen werden, dass auch öffentliche Kulturgelder seitens der Stadt Fürstenfeldbruck, wie auch darüber hinaus, untergegangen sind?

Weshalb bestanden/bestehen keinerlei weitere Ansätze, wie bsw. CDs für den Einsatz an Schulen oder in Bildungsprogrammen, um einerseits kulturellen Auftrag zu erfüllen und andererseits einem positiven wirtschaftlichen Ergebnis zuträglich zu sein?

Was liegt zudem im Argen, dass der gesamten Thematik nur mit einer Vogel-Strauß-Politik begegnet wird?

Erich Neumann, freier investigativer Journalist
über DFJ Deutsche-Foto-Journalisten e. V. www.dfj-ev.de
Medienunternehmer im Gesundheits- und Justizbereich
Postfach 11 11, 67501 Worms
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© Bild: www.fürstenfeld.de CC – Luftaufnahme Kloster Fürstenfeld im Vordergrund Veranstaltungsforum
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Christian Ludwig Mayer und Winfried Frey beim Schlussapplaus der Premiere vom 16. Dezember 2017
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Treiben des Brucker Perchten & Rauhnachtsgsindl
© Bild: www.muenchenticket.de CC – Logo Wuide Hetz
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