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Auf den Spuren von St. Leonhard - Historienspielverein Fürstenfeld erkundet die Brucker Leonhardikirche

(Foto: Theodor Neidek)
Fürstenfeldbruck: Leonhardikirche | Regelmäßig veranstaltet der Historienspielverein für seine Mitglieder und interessierte Bürger Führungen durch die Brucker Kirchen. So wurden in den vergangenen Jahren mehrmals die Klosterkirche Fürstenfeld (incl. Glockenturm) und andere Kirchen besucht.
In diesem Jahr erforschten 15 Mitglieder des Vereins die Gegenwart und Vergangenheit der Brucker Leonhardikirche.
Den geschichtlichen Hintergrund lieferte in altbewährter Form Dr. Brigitta Klemenz.
Die Leonhardikirche wurde vom Kloster Fürstenfeld errichtet und 1440 geweiht – in einer für das Kloster schwierigen Zeit, als es mit dem Landesherrn von Bayern-Ingolstadt Herzog Ludwig dem Gebarteten wegen seiner Besitzungen in Inchenhofen im Streit lag. Ludwig beanspruchte Inchenhofen und die damit verbundenen Einnahmen aus der dortigen Leonhardwallfahrt für sich. Da die Auseinandersetzung erst durch den Kaiser – zugunsten Fürstenfelds – beendet wurde und das Kloster lange Zeit den Verlust Inchenhofens befürchten musste, entstand die Brucker Leonhardikirche wohl als mögliche Ersatzwallfahrtsstätte für Inchenhofen.
Als Fürstenfeld 1803 aufgehoben und seine Besitzungen verkauft oder versteigert wurden, haben Brucker Bürger die Kirche erworben und so vor dem Abriss bewahrt. Sie ist eines der wenigen kirchlichen Bauwerke des Landkreises mit ursprünglicher gotischer Raumschale. Für eine Kapelle eigentlich zu groß und für eine Kirche zu klein trägt sie im Volksmund den Namen „Kapellkirche“. Das Bildprogramm der Decke zum Thema Kreuzesverehrung stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert, die bewegliche Ausstattung ist neugotisch. Ein 1743 von den Bruckern während einer Viehseuche gelobtes Votivamt wird bis heute meist am letzten Samstag im Oktober gehalten. Ihm schließt sich seit 1966 eine Leonhardifahrt an, die auf einem nicht näher überlieferten Ritt aus früherer Zeit gründet.
Für die interessante Führung bedankte sich die Vorstandschaft bei Dr. Klemenz. Digitalisiert wurde die Führung vom Mitglied Theodor Neidek, der es wieder verstand das Aussergewöhnliche von St. Leonhard festzuhalten.

Im Historienspielverein sind die Vorbereitungen für Ludwig der Strenge 2011 mittlerweile im vollem Gang. „Ludwig der Strenge“ wird im Rahmen der Feierlichkeiten für „10 Jahre Fürstenfeld“ zum 3. Mal aufgeführt. Die bisherigen Freilichtaufführungen werden durch eine indoor Aufführung im Stadtsaal mit besonderem Bühnenbild ersetzt.

Text: Anita Beer
Inhalt: Dr. Brigitta Klemenz
Bilder: Theodor Neidek
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