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"Vorschlag zu einem einfachen Steuer-Systeme"

Eine Steuererklärung von 1894

Bereits in der guten alten „Friedberger Zeit“ wollte der „Stadtsäckel“ gefüllt werden. Der Bürger empfand aber schon damals, dass die Steuer ungerecht und kompliziert sei. Der Ruf nach einer Vereinfachung ist jedoch genauso alt wie vergebens.

Im Jahr 1808 hat Prof. Eschenmayer von der Universität Heidelberg unter dem Titel "Vorschlag zu einem einfachen Steuer-Systeme" folgende Erkenntnis formuliert:

"Die Consumtions-Steuern erfordern eine zu große Menge von Beamten, deren Gehalte einen sehr beträchtlichen Theil von dem Ertrage der Steuern hinwegnehmen, welcher dann, da er den eigentlichen Staats-Bedürfnissen entgehet, doch den Staatsbürgern wieder zur Last fällt, indem diese dennoch den ganzen Staats-Aufwand bestreiten müssen."

Über 80 Jahre nach dieser Feststellung konnten die Steuerzahler auf nicht einmal zwei Seiten eine Steuererklärung einreichen. Im Vergleich zu heute eine bürgerfreundliche Lösung.

Fast 200 Jahre später hat Prof. Kirchhof, ebenfalls von der Universität Heidelberg, wieder eine Vereinfachung der Steuer gefordert. Das Ergebnis ist bekannt.

Die Bewertung unseres heutigen Steuersystems sei daher dem Urteil des geneigten Lesers überlassen ...
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