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Unterwegs mit der Transsibirischen Eisenbahn – Folge 11

Ein erhebendes Gefühl: Mit dem Adler auf Tuchfühlung

Spannende Fortsetzung des Berichts von Peter Grundler, der auf einer Sonderzugreise von Moskau – Peking über 9000 km im Trans-Orient-Express Nostalgiezug unterwegs war.

Oh aufstehen… 6.00 Uhr… Die Nacht in dem tollen Bett war fast ein wenig kurz – aber vielleicht lag es auch an der Mongolischen Hochzeitsfeier mit Lifemusik im Hotel, der wir bis spät in die Nacht beiwohnten. Uns war der Sonnenaufgang im Mongolischen Hochland aber wichtiger als schlafen – und es hat sich wirklich gelohnt. Eingehüllt in unsere Fließjacken warten wir, bis sich die ersten Sonnenstrahlen den Weg ins Tal gebahnt haben. Das Leben in den Jurten (Zelte) beginnt zu erwachen.
Der heutige Tag steht uns ganz für den Terelj Nationalpark („mongolische Schweiz“) zur Verfügung. Wir bekommen einen guten Eindruck von der Herbheit, aber auch der Schönheit der Natur. Die Busfahrt führt uns entlang des bewaldeten Bogd-Khan Gebirges. Unser erster Halt ist an einem riesigen „Steinhaufen“. Jeder von uns umrundet diesen 3 x und wirft am Ende jeder Runde auch einen Stein darauf – das soll Glück bringen. Zum ersten Mal dürfen einige von uns auch einen echten Adler auf dem Arm halten.
So „glücklich“ fahren wir weiter bis zum Schildkrötenfelsen, einer Felsenformation mit der Silhouette einer Schildkröte. Am Ende der rund 80 km langen Fahrt befinden sich mehrere Jurtencamps, wo uns ein schmackhaftes Mittagessen mit mehreren Gängen erwartet. Wir haben genügend Zeit, diese fantastische Landschaft zu genießen. Am Nachmittag bekommen wir noch eine Vorführung mongolischer Nomaden im Reiten, Bogenschießen und Ringen.
Als krönenden Abschluss im Nationalpark bekommen wir noch die Möglichkeit, eine Familie in ihrer Jurte zu besuchen. Das Familienoberhaupt reitet dem Bus voraus. So eine Jurte ist ganz spärlich eingerichtet. Es befinden sich lediglich die Betten und ein Ofen im Inneren. Das Wasser muss am Bach geholt werden, wo auch gewaschen wird. Die Familien leben von der Viehzucht. Man hat Kamele, Jacks und natürlich Pferde. Wir beobachten die Hausfrau bei Ihrer täglichen Arbeit. Sie melkt gerade die Pferde!! Auch wir probieren natürlich die Pferdemilch. Uns wird erzählt, dass die Männer mit den Tierherden immer ein halbes Jahr von der Familie getrennt sind, wenn die Tiere auf Nahrungssuche sind. Beeindruckt treten wir die Rückfahrt vorbei an Kamelherden zum Zug an. Auf halber Strecke machen wir noch einen kurzen Spaziergang über den Fluss.
Um 19 Uhr am Abend setzt sich der Trans-Sibirien-Orientexpress wieder in Bewegung und für uns ist es die letzte Nacht im russischen Zug, da in China auf einer anderen Schienenbreite gefahren wird.
Nächster Halt …. C H I N A
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