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Landesausstellung 2020: Was gewinnt Friedberg?

Im Sitzungssaal des Rathauses fasste Regine Nägele die positiven Impulse der Landesausstellung zusammen.
 
Ulrike Sasse-Feile begrüßt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Neujahrswanderung.

In ein neues Jahr starten die Friedberger Sozialdemokraten klassischerweise mit ihrer zur festen Tradition gewordenen Neujahrswanderung. Diese widmeten die SPD und das ihr zugehörige „Team Friedberg“ aus den Kandidatinnen und Kandidaten für die im März anstehende Kommunalwahl diesmal einem Thema, das die altbayerische Herzogstadt 2020 besonders prägen wird: Der Landesausstellung des Hauses der bayerischen Geschichte.

„Gemeinsam mit Ihnen fragen wir uns, welche Impulse von der Landesausstellung ausgehen und in welchem Maße Friedberg hiervon nachhaltig profitieren kann?“ begründete Ulrike Sasse-Feile, Vorsitzende der SPD Friedberg, die Auswahl des diesjährigen Themas bei ihrer Begrüßungsansprache.

Trotz recht frostigen Temperaturen waren rund 120 interessierte Bürgerinnen und Bürger zum Marienplatz gekommen, der den Startpunkt der „Wanderung“ zu bedeutungsvollen geschichtlichen Schauplätzen in der Friedberger Innenstadt darstellte. Regine Nägele, Vorsitzende des Heimatvereins, fungierte dabei als Stadtführerin. Über die Jesuitengasse, die ihren Namen einer ehemaligen, heute als Wohnhaus genutzten Kirche und einem von der gleichnamigen Ordensgemeinschaft erbauten Spital verdankt, verlief die Tour zum Eisenberg. Hier präsentierte die ehemalige Studienrätin ihrer Zuhörerschaft mit dem alten Mädchenschulhaus, das ursprünglich als Amtsgebäude des kurfürstlichen Maut- und Salzamtes diente, eines der ältesten noch erhaltenen Objekte im Stadtzentrum. Der dreißigjährige Krieg, der Friedberg besonders hart traf und in dessen Verlauf die schwedische Armee die Stadt gleich zweimal, 1632 und 1646, nahezu vollständig niederbrannte, hinterließ den kommenden Generationen nur wenige historische Bauten. In diesem Zusammenhang verwies Nägele auf einen ersten positiven Effekt der Landesausstellung, die bewirke, dass sich die Friedbergerinnen und Friedberger mehr mit ihrer eigenen Geschichte auseinandersetzten. Hiervon erhoffe sie sich unter anderem die verstärkte Einsicht, dass es die wenigen historischen „Bauschätze“ in der Kernstadt zu erhalten gelte.

An der Ludwigstraße, die ihren Namen dem zweiten Gründer Friedbergs, Herzog Ludwig VII. von Bayern-Ingolstadt, der den Beinamen „der Gebartete“ trug, verdankt, berichtete Nägele von einem weiteren dramatischen Ereignis in der Friedberger Historie: Dem Kirchturmeinsturz von 1868, bei dem, wie durch ein Wunder, niemand zu Schaden kam. Den Standort des ehemaligen Münchner Tores, welches den Eingang zur inneren Ludwigstraße markierte, nahm Nägele zum Anlass, die vieldiskutierte Verkehrsberuhigung der Innenstadt, die auch der SPD Ortsverein seit vielen Jahren fordert, aufzugreifen: „Hätten wir heute noch das Münchner Tor, würde sich diese Frage gar nicht stellen“, so Nägele.

Die letzte Station der Neujahrswanderung im Rathaus bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern nach dem eisigen Winterspaziergang nicht nur ein warmes Obdach, auch der ein oder andere Lacher sorgte rasch für erwärmte Gemüter. Mit viel Charme, Witz, so manchem spitzen Kommentar und einer Hommage an die beliebte Fernsehserie des „königlich bayerischen Amtsgerichtes“ begeisterte Regine Nägele ihre Zuhörerschaft im randvoll gefüllten Sitzungssaal. Nachdem sie die stilvollen Wandfresken, die zahlreiche Persönlichkeiten der Friedberger Zeitgeschichte darstellen, erläutert hatte, fasste sie die aus ihrer Sicht positivsten Impulse der kommenden Landesausstellung zusammen: „Die Infrastruktur wird – sei es durch Straßenerneuerungen, verbesserte Beschilderungen oder Informationstafeln – verbessert, die Innenstadt belebt und der Schlosspark mit Konzerten zum Open-Air-Veranstaltungsgelände aufgewertet“, so Nägele. Darüber hinaus werde der überregionale Bekanntheitsgrad Friedbergs und damit die Besucherzahlen in der Stadt gesteigert, was auch für Gastronomie und Einzelhandel neuen Schwung bringe.

Abschließend ergriff Bürgermeister Roland Eichmann das Wort, der Nägele für die beeindruckenden Erkenntnisse und den versierten historischen Rundgang dankte. Auch er zeigte sich überzeugt: „Friedberg wird sich, dank der vielfältig engagierten Bürgerschaft, als lebendige Stadt von seiner besten Seite zeigen. So wird die Landesausstellung ein großer Gewinn für uns alle.“
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.friedberger | Erschienen am 01.02.2020
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